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5 Minuten vor 12 die Rettung des Gesundheitssystems!?

Claim der IG Med
 
Dr. med. dent. Rolf Mahlke, Dr. med. Steffen Grüner, Dr. med. Ilka M. Enger, Dr. med. dent. Karl-Hermann Karstens (v. l. n. r. präsentieren die IG Med
 
Blick ins Auditorium der Gründungsversammlung IG Med
Frankfurt am Main: Airport Conference Center |

Für eine in vielerlei Hinsicht erodierende Gesellschaft und Epoche ist das marode Gesundheitssystem eines der gravierendsten und gefährlichsten Merkmale.
Ausgelöst von einer Melange aus Konzerngier und Politunfähigkeit gehört es unzweifelhaft zu den von Menschen gemachten Problemfeldern!

Hier ein pragmatisches Gegengewicht zu schaffen, haben sich Dr. med. Ilka M. Enger und ihre MitstreiterInn ebenso auf die Fahnen geschrieben, als den unausweichlich drohenden Zusammenbruch des Gesundheitssystems auf neuen, statt bisher ausnahmslos eingefahrenen und damit aussichtslosen Wegen in buchstäblich letzter Sekunde zu verhindern.

Im Frankfurter Airport Conference Center war daher am 01. Juni 2018, 11.00 zur Gründungsversammlung der IG Med geladen, der Interessengemeinschaft freiberufliche Ärzte und Zahnärzte.

104 Ärzte und Zahnärzte und weitere heilberuflich Tätige aus dem gesamten Bundesgebiet waren dieser gefolgt und weitere ca. 200 InteressentInnen haben sich schriftlich gemeldet und werden nun über die erfolgte Gründung sowie die Beitrittskriterien informiert.

Dr. Enger hatte sich insbesonders einen Namen als Jeanne d'Arc der Medizin gemacht, als sie im November 2016 den Mut hatte, als noch amtierendes Vorstandsmitglied der KV Bayern das von dieser beauftragte, jedoch entgegen dem Delegiertenvotum unter Verschluss gehaltene Neubauer Gutachten zu veröffentlichen.
Sie und die Vertreter der im Vorfeld bereits tätig gewordenen Fachgruppen erläuterten die Ziele der IG Med, welche sich insbesonders in den Forderungen auf Einklang guter Medizin, gerechtre Honorierung und unbürokratischen, freiberuflichen Rahmenbedingungen widerspiegeln.

Das deutsche Gesundheitswesen steht vor großen Herausforderungen. Durch die demographische Entwicklung der Bevölkerung wird die medizinische Versorgung
vor allem in den ländlichen Regionen immer prekärer. Die älter werdende Bevölkerung
benötigt vermehrte medizinische Betreuung, die durch das altersbedingte Ausscheiden
von Ärzten/innen nicht mehr gewährleistet werden kann. Mit immer strengeren administrativen Regulierungen und Vorschriften versucht die Regierung dieser Entwicklung entgegen zu treten. Am Ende dieses Weges könnte ein staatlich reguliertes Gesundheitswesen wie in der ehemaligen DDR entstehen. So die Einschätzungen der in vielen Schlachten erprobten und von deren Ausgang enttäuschten TeilnehmerInnen.

Einhellig wird dies als der falsche Weg angesehen, der zudem auch nicht den Interessen einer demokratischen, mündigen Bevölkerung dieses, unseres Landes entspricht.

Durch unzählige gesetzgeberische Aktivitäten wurde die Tätigkeit der vertragsärztlichen
Gesundheitsberufe in den letzten Jahrzehnten immer stringenteren und unerträglicheren
Reglementierungen, Kontrollen, Wirtschaftlichkeitsvorgaben sowie Honorareinbußen und -regressen unterworfen.
Durch derartige gesundheitspolitische Zielsetzungen und Vorstellungen, die weiterhin von der neuen/alten Groko-Bundesregierung verfolgt werden, wird man dieser Entwicklung nicht wirksam begegnen. Vielmehr werden die nachfolgenden Mediziner lediglich vor einer verantwortungsvollen, selbständigen Tätigkeit abgeschreckt.
Schauder laufen über den Rücken, wenn erkennbar wird, dass sich bsw. 4 Gesetze im Zusammenhang mit dem Datenschutz widersprechen und demzufolge die freie Auswahl besteht, gegen welches verstoßen wird, ja werden muss!

Daher stellte eine Gruppe gesundheitspolitisch aktiver Vertragsärzte und -zahnärzte am 21. April 2017 mit der “Hamburger Erklärung“ fest, dass “der ungeschriebene Gesellschaftsvertrag zwischen den freien medizinischen Berufen und dem deutschen Staat durch diese einseitigen, inakzeptablen Maßnahmen seitens der Regierenden aufgekündigt wurde.“

Mit der Gründung der Interessengemeinschaft Medizin (IG Med) wird eine demokratische Sammelbewegung der selbständigen Gesundheitsberufe (Ärzte und Zahnärzte) in Deutschland geschaffen, die sich über alle Fachgruppen der Medizin hinaus als freie, unabhängige Interessenvertretung für den Erhalt der Grundrechte dieser Berufe einsetzen will.
Dabei legen die Initiatoren Wert darauf, dass eine klare Abgrenzung zu den körperschaftlichen Organisationen erfolgt.
Dort ist eine echte Interessenvertretung der Gesundheitsberufe nicht mehr gewährleistet, weil der Gesetzgeber durch seine ständigen Eingriffe die Selbstbestimmung der Ärzte/Zahnärzte systematisch zerstört hat.
Daher wird von der IG Med der Ersatz oder die Novellierung des Sozialgesetzbuches V
(SGB V) im Sinne einer Wiederherstellung der Bürgerrechte für alle Medizinberufe gefordert.

IG Med fordert:
- bessere Arbeits- und Lebensbedingungen für alle niedergelassenen Heilberufler!
- leistungsgerechte Vergütung!
- Wiederherstellung unserer bürgerlichen Rechte!

Nach einer lebhaften, von Rechtsanwalt Carlos A. Gebauer, Düsseldorf, souverän moderierten Diskussion der Satzung wurde diese von der Gründungsversammlung angenommen und der künftige Vorstand und seiner Leitung gewählt:

Vorsitzende, Dr. med. Ilka M. Enger, Internistin Neutraubling
1. stv. Vorsitzender Dr. med. Steffen Grüner, Allgemeinmediziner Osnabrück
2. stv. Vorsitzende Dr. med. dent. Annette Apel, Zahnärztin Göttingen
Schriftführer Dr. med. Christian Kegel, Chirurg Fulda,
Schatzmeister Bernhard Salomon, Facharzt für Rehabilitationsmedizin Weiden

In den Beirat wurden gewählt: Dr. med. dent. Rolf Mahlke, Zahnarzt Wittingen als Pressesprecher
Dr. med. dent. Karl-Hermann Karstens, Zahnarzt Verden als stv. Pressesprecher
Dr. med. Burkhardt Dresen, Internist Ahlen für Programmatik
Dr. med. Soeren Thierfelder, Augenarzt Helmbrechts für Honorarentwicklung,
Marc Hakman, Nuklearmediziner Paderborn für wirtschaftliche Entwicklung der Praxen

Mit Eintrag in das Vereinsregister nimmt die IG Med ihre Arbeit auf, welche als einen ersten Schwerpunkt die Gründung einer Ärztegewerkschaft im Visier hat.

Wie sich ein – Gott sei Dank verschwindend geringer – Teil der Anwesenden zu sehr von den Negativerfahrungen der Vergangenheit mit den Körperschaften des öffentlichen Rechts geprägt, geradezu selbst im Weg steht, ist diese neue Initiative, der weit mehr, als nur frischer Wind in der Szene zuzutrauen ist gut beraten, wenn sie die PatientInnen in den Mittelpunkt ihres Handelns stellt.
Deren Mitnehmen bringt den Schub, sich von den bisherigen Versuchen deutlich und erfolgreich ab-, sowie und die Kraft sich auch gegen Politik und Macht der Kassen wie Industrie durchzusetzen.

Es ist eben schon längst nicht mehr so, dass der Arzt Mittwoch geschlossen hat, weil er mit seinem Porsche zum Golf fährt, sondern vielmehr Personalkosten einspart, wie das Neubauer-Gutachten bzgl. der Mängel dokumentiert, eine Arztpraxis noch wirtschaftlich führen zu können.
Ein untragbarer Zustand, während wir Millionentransfers im Sport ebenso hinnehmen wie alle vertretbaren Relationen sprengenden Managergehälter, -boni und -abfindungen.

Weiß aber die Öffentlichkeit von der Ethikfalle, in welche die Ärzteschaft gedrängt wurde, sie nämlich auf den geleisteten Eid zu reduzieren, nachdem sie Leistung zu erbringen schuldet, ohne dabei auf die Erträge sehen zu können, während gleichzeitig Krankenkassen Milliardenbeträge als Rücklagen anhäufen, was so nicht ihrer Zweckbestimmung entspricht, entsteht das, was wichtigste Basis und Erfolgsgarant für ein gelingendes Gesundheitssystem ist: Solidargemeinschaft Patient und Arzt!

Erich Neumann, freier investigativer Journalist
über DFJ Deutsche-Foto-Journalisten e. V. www.dfj-ev.de
Medienunternehmer im Gesundheitsbereich
Postfach 11 11, 67501 Worms
GSM +49 160 962 86 676
e-Mail e.neumann@cmp-medien.de
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© Bild: www.cmp-medien.de CC – Claim der IG Med
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