Anzeige

Damit der Joghurt weiß, wann er schlecht zu werden hat: Das Kreuz mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum

Joghurt kann selbst eineinhalb Jahre nach Fristüberschreitung noch genießbar sein. Sie werden vor dem Verpacken noch mal erhitzt, sodass sich keine Keime bilden können.
Wer jemals Surströmming probiert hat, jene scheußliche schwedische Nationalspeise aus vergorenem Hering, die erst dann als verzehrreif gilt, wenn sich die Dose in alle Richtungen ausbeult und deren Inhalt nach faulen Eiern und Scheiße riecht, der ist dahingehend sowieso völlig schmerzfrei. Alle anderen treibt seit der EU-weiten Einführung des „Mindesthaltbarkeitsdatums“ anno 1981 die Frage um, woher denn beispielsweise der Joghurt so genau weiß, wann er ungenießbar zu werden hat. Gilt auch für die meisten anderen verpackten Lebensmittelprodukte, solche aus dem Kühl- und solche aus dem Trockenregal: Käse, Wurst, Milch, Kaffee, Eier, Gebäck und, und und…
Ist die „Deadline“ erreicht, wandert die Ware in den Müll. Allein in Deutschland werden so jährlich 11 Millionen Tonnen an Nahrungsmitteln in die Tonne gekloppt, obwohl der überwiegende Teil noch gar nicht schlecht ist. Das war auch der Schweineschmalz aus dem amerikanischen Care-Paket aus dem Jahr 1946 nicht. Prüfer des Rostocker Landesamtes für Lebensmittelsicherheit benoteten ihn mit „zufriedenstellend". Die vermeintliche Haltbarkeitsdauer legen die Hersteller übrigens selbst fest. Teilweise unter Zugrundelegung der Formel „Pi mal Daumen“. Und da ist meist noch viel Luft nach oben. Selbst dann, wenn, wie üblich, die Termine auf Wunsch des Handels von vornherein noch nach hinten korrigiert werden. Labortests haben gezeigt, dass die meisten Produkte in der Regel weit länger bedenkenlos konsumierbar sind, als es das aufgedruckte Datum verheißt. Wir reden hier nicht nur von Tagen, sondern von Wochen und Monaten. Nicht zu verwechseln ist das Mindesthaltbarkeitsdatum mit dem Verfallsdatum („zu verbrauchen bis…“). Das ist eine andere Baustelle. Damit werden „sensible!“ Produkte wie Fisch oder Hack gekennzeichnet, die aufgrund ihrer Zusammensetzung und ihrer Herstellungsweise zu irgendeinem Zeitpunkt für mögliche Keimbelastung anfällig sind und deren „Genuss“ dann ein Gesundheitsrisiko darstellen kann. Mehr zu Thema: http://www.rotorman.de/mindesthaltbarkeitsdatum-wo...
0
1 Kommentar
59.222
Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 27.01.2018 | 22:38  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.