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Zum zweiten Male: Kultur in Ellgau

Werner Meier hatte während seines kabarettistischen Auftritts viel Spaß und Freude.
„apps geht imma“
Der Kabarettist und Liedermacher Werner Meier zu Gast bei „ Kultur in Ellgau“

Von Rosmarie Gumpp
Ellgau: Der große Saal im Gasthaus „ Zum Floß“ war vollbesetzt. Christine Gumpp, die Initiatorin von „Kultur in Ellgau“, kündigte einen heiter-spöttischen Liederabend an. Werner Meier, der sich selbst als Kabarettist, Liedermacher, Komponist, Dichter, Autor und Verleger bezeichnet, kam schnurstracks von seinem Wohnort Ottenhofen bei Erding nach Ellgau und hatte vom ersten Moment an die Zuschauer in seinem Bann. „Manche sagen, ich sei ein Multitalent. Ich sag´das nicht, aber es stimmt. Seit über dreißig Jahren mach´ ich Musik, schreibe satirische Texte, Lieder, Theaterstücke, Shows und Musicals für Erwachsene und Kinder“ – so Werner Meier über sich selbst. Der studierte Sozialpädagoge lernte auf dem Gymnasium in Gars am Inn Michael Mittermeier kennen und aus dem Berufswunsch der Eltern, dass der Bub doch Pfarrer werden sollte, wurde nichts mehr. Als Gitarrist spielte er sich durch das Studium und die Münchner Szene. So wurde aus dem Bauernbuben ein Künstler. Nach Ellgau hatte „Bayerns bester Meier“ seine Gitarren und sein Programm „apps geht imma“ mitgebracht. So kennt man ihn auf der Bühne: ein Mann, ein schnelles Mundwerk, eine Gitarre (Meier ist ein begnadeter Gitarrist) und das mitgebrachte Handy – sichtbar auf den Tisch gelegt. Und immer wieder der Blick darauf, denn ein gewisser Martin schrieb kontinuierlich, lud zum Grillen ein bei Fleisch oder Fisch und wartete selbstverständlich auf eine Antwort, die ja ganz schnell erledigt ist. „Äh, Moment – I hab´s glei. I muss nur schnell apps…….“. Der Künstler erfreute beispielsweise mit dem Akustik-Rock „I hob mei Handy vergessen“, der einfühlsamen, antizölibatären Popballade vom „Verliebten Pfarrer“ und stellte die musikalische Frage „Wann kriagst scho amoi an Radiergummi gschenkt?“ Viel Applaus gab es für die bayerische Ode an das Leben „Des Leben, des is koa Sparkasse“. Werner Meiers Lieder sind Lieder der leisen Zwischentöne voll verschmitztem Hintersinn, bei denen sich die Zuschauer zurücklehnen können, ihren geplagten Facebuckel entspannen, lauschen, lachen oder vielleicht sogar ein bisschen mitsingen. Heldenhaft surft der Liedermacher durch den digitalen Alltagsdschungel und nur mit seinem treffsicheren Wortwitz und seinem herrlich hinterlistigen Humor rettet er sich und sein Publikum gekonnt vor dem Untergang im virtuellen Meer der unendlichen Möglichkeiten. Mit seinem typisch bayerisch-hintersinnigen Humor und seinem treffsicheren Wortwitz, in den er immer wieder auch das Publikum miteinschließt, nimmt Werner Meier den Menschen zwischen Handywahn und Retro-Sehnsucht ins Visier. Werner Meier war in Ellgau als Solokabarettist unterwegs, er tritt aber auch mit seiner Combo auf. Zusammen mit seiner Frau Margit Sarholz schreibt er unter dem Namen „Sternschnuppe“ Lieder und Musicals für Kinder. Werner Meier spielte und sang auch einige seiner berühmten Kinderlieder, beispielsweise das Lied von der Kuh, die ins Kino gehen wollte. Am Ende eines tatsächlich heiter-spöttischen Liederabends kam der Künstler nicht um mehrere Zugaben herum, die stets mit kräftigem Applaus bedacht wurden. Auch nach seinem Auftritt verweilte der Künstler noch eine längere Zeit, griff zur Gitarre, sang und spielte für Dagebliebene seine Lieder – selbstverständlich auch zum Mitsingen.
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.meitinger | Erschienen am 04.02.2017
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Werner Szramka aus Lehrte | 24.01.2017 | 16:59  
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