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Der Mühlbach lädt zum Spielen und Verweilen ein

Sie sind stolz auf die Renaturierung des Ellgauer Mühlbaches v.l.n.r.: Bürgermeister Manfred Schafnitzel, die Abgeordneten (MdL) Georg Winter und Johann Häusler, Bauoberrat Manfred Pfeiffer, Architekt Walter Herb und die stellvertretende Landrätin Anni Fries.
 
Sie sind stolz auf das Geschaffene.
Die Neugestaltung des Mühlbaches in Ellgau ist abgeschlossen
Von Rosmarie Gumpp
Ellgau: Im Zuge der Dorferneuerung wertete die Gemeinde Ellgau den Mühlbach auf. Er wurde in seiner ökologischen Funktion gestärkt und das Dorfbild erhielt dadurch einen besonderen Charme. Als belebendes Element im Dorf lädt das Gewässer jetzt zum Spielen und Verweilen ein. Die Bausumme beläuft sich auf 784 000 Euro, der Fördersatz beträgt 64 Prozent. Das Projekt wird über die Dorferneuerung bis zu 501 000 Euro gefördert. Bei einer Bauabschlussfeier für die Maßnahme „Renaturierung des Mühlbaches“ erinnerte Bürgermeister Manfred Schafnitzel an die intensive Planungs- und Durchführungsphase und die stets gute Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Architekt Walter Herb aus Thierhaupten erläuterte bei seiner Rede das gute Miteinander mit der politischen Gemeinde. Bauoberrat Manfred Pfeiffer, Vorsitzender des Vorstandes der Teilnehmergesellschaft vom Amt für Ländliche Entwicklung in Krumbach blickte bei seiner Ansprache auf den intensiv geführten vierjährigen Planungsprozess mit umfassender Bürgerbeteiligung zurück. „Fünf Sitzungen des Arbeitskreises Neugestaltung Mühlbach standen an, eine Ortsbegehung, eine Exkursion ins Allgäu, zwei Anliegerversammlungen, Behördentermine und eine umfassende Information in der Bürgerversammlung gingen der Bauphase voraus“, so Manfred Pfeiffer. Grußworte sprachen auch Anni Fries in Vertretung für Landrat Martin Sailer sowie die Abgeordneten Johann Häusler und Georg Winter. Die Ellgauer Bürgerschaft wies bereits in der Vorbereitungsphase zur Dorferneuerung das „Mühlbach-Projekt“ als eine Schlüsselmaßnahme mit dringendem Handlungsbedarf in einer Punktebewertung aus. Der Bereich der Neugestaltung umfasst eine Länge von 300 Metern. Am Mühlbach, der aus dem Lechkanal abgeleitet wird, wurden größtenteils an erodierenden Uferabschnitten Maßnahmen zur Ufersicherung durchgeführt, teilweise wurde auch ein Biberschutz notwendig. Selbstverständlich waren alle Anlieger entlang des Baches in die Planung mit einbezogen. Die Maßnahme umfasste beispielsweise die gestalterische Aufwertung im Bereich der Bachstraße (Wasserlauf, Ufer und Straße), Maßnahmen gegen die Ufererosion in Teilbereichen, den Biberschutz in gefährdeten Bereichen, eine bessere Zugänglichkeit für Besucher in ausgewählten Abschnitten, eine Verbesserung des Lebensraumes für Tiere und Pflanzen und keine Veränderung der Durchgängigkeit des Durchflusses. Der Bach wurde während der Bauphase in acht Abschnitte unterteilt. Wichtige Einzelmaßnahmen in den einzelnen Bauphasen waren der Einbau von Steinbuhnen und einzelnen Findlingen und Wurzelstöcken, der Einbau von Sackgabionen auf der Seite der Privatgärten mit Drahtmatten als Biberschutz, die Berücksichtigung von Stegbuhnen in Höhe jedes Privatgartens, der Einbau von Wasserbausteinen mit Biberschutzgittern auf der Straßenseite im Bereich der Grasflächen, die Aufweitung des Bachbettes in zwei Bereichen, der Bau eines Holzdecks und einer Wassertretanlage im Bereich des Trafoturmes mit Flachwasserzone, Treppen und Trittsteinen, der Erhalt des Trafoturmes als Kulturdenkmal (Künstlerin Petra Götz), die Anpassung der Bachstraße entlang der Ufermauer des Mühlbachs entsprechend der Planung durch Erneuerung der Muldenrinnen und Abfräsen der Fahrbahnoberseite, die teilweise Entsiegelung des Fußweges und Ersatz durch eine wassergebundene Decke, die Neugestaltung von vier bestehenden Parkplätzen mit Schotterrasen als Deckschicht und die Reduzierung der Höhe der Betonufermauer um etwa einen halben Meter zur Verbesserung der Zugänglichkeit zum Gewässer. Die Dorferneuerung in Ellgau gibt es bereits seit dem Jahre 2004. Das Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben ordnete im November 2009 die die Dorferneuerung Ellgau II an. Das Verfahrensgebiet umfasst eine Fläche von 91 Hektar mit 484 Flurstücken und 379 Besitzständen. Für die Dorferneuerung stehen Fördergelder von bis zu 1,32 Millionen Euro zur Verfügung, wovon bisher rund 771 000 Euro (ohne Mühlbach) ausgereicht wurden. Bisherige Schwerpunktmaßnahmen in Ellgau waren der Neubau des Mehrzweckhauses (Einweihung Oktober 2011), die umfassende Neugestaltung der Ortsmitte sowie der Anbau des „Hauses der Vereine“ an das Schulgebäude (gemeinsame Einweihung Juni 2014). Die Aufstellung von Schautafeln für einen „Historischen Ortsrundgang“, die Erstellung einer Dorfchronik (neun Jahre Recherche) und eine Baufibel für Ellgau wurden im Rahmen der Dorferneuerung gefördert. Projektleiter für die Dorferneuerung II ist Bauoberrat Manfred Pfeiffer vom Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben in Krumbach, der zugleich die Funktion des Vorsitzenden des Vorstandes der Teilnehmergemeinschaft Dorferneuerung Ellgau II wahrnimmt. Die Ellgauer denken aber auch an ihre Zukunft. In einem nächsten Schritt wird das ehemalige Raiffeisen-Lagerhaus saniert und erhält eine neue Funktion. In einem neuen Gebäude werden Räumlichkeiten, insbesondere Lagerräume für die örtlichen Vereine geschaffen und eine Mosterei untergebracht. Es kann zusätzlich für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. Das Gelände rund um das Lagerhaus erhält ebenfalls ein „neues Gesicht“. Gedacht ist an eine Art „Seebühne“ mit Zugang zum Wasser und an einen dörflichen Treffpunkt, sozusagen ein kleiner Festplatz mit „Biergarten-Flair“. Die zusätzlichen Maßnahmen werden ebenfalls über die Dorferneuerung Ellgau voraussichtlich über die Initiative „Innen statt Außen“ gefördert.
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Günther Gramer aus Duisburg | 12.07.2019 | 09:30  
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