Anzeige

Herzlich Willkommen bei meinem Tagebuch

 
Katzenbabys
    Mein Name ist Tracy und ich bin eine Kätzin. Ich will das nur gleich im Vorfeld klar stellen, denn insgesamt gesehen haben die bellenden Schriftsteller gewiss die Oberhand.
Nun, jetzt ist es an der Zeit dies zu ändern.
Als Nachfolgerin von Gina habe ich auch sofort eine positive Meldung nachzureichen.
Gina hatte in ihrem letzten Eintrag erwähnt, dass Jay die Tage zählen würde, ehe er ausziehen könnte.
Nun es waren keine Tage, es waren in der Tat nur Stunden! Wie Gina kurz vor ich, so ist auch Jay zurück zu seiner Familie gezogen. Er musste ja bei uns abgegeben werden, weil sein Frauchen von heute auf morgen alleine war und ihre Familie ernähren musste. Da blieb im Interesse für den lieben Jay nur die Lösung einen neuen Platz für ihn zu finden. Aber manchmal hat das Leben auch ein Einsehen und so konnte Jay jetzt doch wieder zurück zu seiner eigenen Familie. Das war eine große Freude!
Jay viel Glück und Spaß zurück bei Deiner Familie und ich hoffe, dass das menschliche Schicksal Dich dort belässt, wo Du so offensichtlich hingehörst.

Und damit zu den Bewohnern hier im Tierheim Höchstädt, die bisher noch nicht den Platz im Leben gefunden haben, der ihnen zusteht und wo sie hingehören.
Sie mögen mir verzeihen, wenn ich mit mir selbst beginne, aber es erscheint mir höflich, sich als Gastgeberin vorzustellen.

Mein Name ist Tracy und ich bin seit Januar diesen Jahres Bewohnerin des Katzenhauses. Ich bin 2 Jahre alt, kastriert und meine Geschichte ist leider nicht außergewöhnlich für einen Bewohner des Tierheims. Meine Familie hat mich nicht mehr brauchen können und mich abgeschoben. So einfach geht das. Habe ich viel Arbeit gemacht? War ich unausstehlich? Habe ich meinen Job eine Schmusekatze zu sein nicht erfüllt? Ich kann Ihnen die Fragen nach wie vor nicht beantworten. Ich habe lange danach gesucht und mich zu Beginn hier gänzlich zurück gezogen. Jeder, der sich mir nähern wollte, wurde böse angefunkelt und wenn das nicht ausgereicht hat, dann wurde meine Sprache etwas deutlicher. Aber die Menschen hier haben mir recht schnell klar gemacht, dass ich ihnen vertrauen kann. Ich saß längere Zeit in der Quarantäne. Nicht weil ich krank war, sondern weil ich einfach nicht ganz glücklich mit allem um mich herum war. Jetzt weiß ich, dass Menschen toll sein können und lasse mich auch gern streicheln. Wobei, ich sollte gleich zu Beginn ehrlich sein.
Ich gestehe, dass ich mich nur streicheln lasse, wenn ich es will und von wem ich es will. Bin ich deswegen eine Zicke? Nein, ich bin nur wählerisch geworden und mein Mensch sollte zu mir passen. Ich rieche das sofort und dementsprechend benehme ich mich auch. Ich bin eine hübsche Katze. Ein kleiner Schatten über einem meiner Augen trübt mein Bild in keinster Weise. Mein Fell ist weich und kuschelig und ich weiß, wie verlockend es ist mich zu krabbeln und mit mir zu kuscheln. Aber ich bin nun mal eine Katze, die gern selbst entscheidet. Ich komme gut mit anderen Katzen klar. Ich lebe zur Zeit im Katzenzimmer mit einem ganzen Haufen von kleinen Katzen, die noch so viel zu lernen haben. Manchmal ist es mir ein wenig zu stürmisch hier, aber sie sind ja noch so klein, da kann man schon mal ein Auge zu drücken. Aber mein Zuhause stelle ich mir schon etwas ruhiger vor, eine andere Katze wäre denke ich kein Problem, nur sollte kein Hund in meinem Haushalt leben wollen. Das könnte ich überhaupt nicht vertragen. Ich suche einfach einen Platz, an dem ich ganz Tracy sein kann mit allen Ecken und Kanten, die spannend sind und die ein Leben mit mir einzigartig machen.
Soviel also zu mir.
Aber ich habe doch noch ein paar Mitbewohner hier im Katzenhaus.
Da wären all die hübschen und niedlichen Babys, die gerade das Katzenzimmer bevölkern. Erwarten Sie nicht von mir, dass ich alle auf den ersten Blick mit Namen erkenne, aber ich glaube jedes einzelne für sich ist geradezu herzergreifend süß. Auch wenn ich sagen muss, dass ich mich manchmal etwas überfordert fühle als Ersatzmama für all die kleinen Rabauken.
Schön, dass mir Nomi dabei zur Seite steht. Sie ist von einem Bauernhof und an sich selbst noch ein junges Kätzchen. Mit ihren 18 Monaten hat sie aber wohl schon selbst zweimal Babys groß gezogen und hat damit sehr viel Erfahrung. Das ist sehr gut, dann so können wir auch die erzieherischen Maßnahmen aufteilen und nicht immer nur eine ist die Böse Stiefmama.
Nomi ist eine sehr verschmuste und anhängliche kleine Katze. Sie ist wirklich zierlich, aber in ihr steckt einiges an Power. Mit anderen Katzen versteht sie sich zumeist gut und auch Hunde schüchtern sie nicht ein. Ich glaube ein Platz, wo bereits eine andere Katze lebt, wäre für Nomi ein gutes Zuhause.
Besonders an Herz legen möchte ich Ihnen eine Freundin von mir: Mausi. Bis vor Kurzem hat Mausi als Wohnungskatze bei ihrem Frauchen gelebt. Doch Frauchen ist alt geworden und musste umziehen und Mausi durfte nicht mit. Schlimme Sache!
Sie fühlt sich hier vollkommen allein und verloren und trauert nach wie vor ihrem Zuhause nach. Die Menschen hier haben viel versucht. Zuerst saß Mausi in der Quarantäne, wo wir alle hinkommen, wenn wir neu sind, um untersucht zu werden und uns einzugewöhnen. Dann hat sie einen der Außenzwinger bezogen. Mausi sollte wieder etwas am Leben teilhaben. Aber das fand sie ganz schrecklich und zog sich noch mehr zurück als sonst. Also ist Mausi jetzt wieder in die Quarantäne zurück gezogen. Aber das ist doch kein Leben für so eine hübsche Kätzin. Mausi will ein ruhiges Zuhause, am besten ohne Kinder, Katzen oder Hunde, sondern nur sie und ihr Mensch, der sich liebevoll um Mausi kümmern soll. Ich kann sie so gut verstehen. Manche Dinge können hier auch erschreckend sein und wenn man nicht Stärke genug hat, das alles wegzustecken, dann bleibt es auch immer schrecklich. Deswegen wäre es so wichtig für Mausi endlich auszuziehen, um auch endlich wieder zur Ruhe kommen zu können.
Und weil ich gerade schon von den Außenzwinger erzählt habe...dort leben zur Zeit Ari allein obwohl so eine hübsche schwarze Kätzin und Ginger, die so langsam zeigt, welch großer Schmusetiger in ihr steckt. Die beiden Damen bewohnen ihre Zwinger alleine. Sie sind nicht immer vollständig gesellschaftstauglich, wie Mensch so schön zu sagen pflegt, wenn es um andere Katzen geht. Aber ich glaube, dass das auch einfach an der Umgebung liegt. Vielleicht wissen sie auch nur den Freiraum zu schätzen und genießen es in vollen Zügen.
Jonas und Peterle dagegen schätzen ihre Zweisamkeit. Man muß auch sagen, dass es dem etwas lebendigerem Jonas zu verdanken ist, dass Peterle überhaupt wieder mit irgendwem spricht. Nachdem er fast das gleiche Schicksal hatte wie Mausi und sich auch nur zurückgezogen hatte, war es eine geniale Eingebung der Menschen hier, ihn mit Jonas zu einer WG zusammen zu führen. Siehe da, Peterle zeigt immer öfter sein hübsches Gesicht. Aber Jonas hätte auch nichts anderes zugelassen. Er hat einem Auto getrotzt, diesen Unfall überlebt, den Heilungsprozess tapfer über sich ergehen lassen und ist jetzt ein Kater, der genau weiß was er will. Manchmal ist er noch etwas schreckhaft, wenn etwas oder jemand zu schnell auf ihn zukommt, aber sein großer Freund Peterle gibt ihm Rückendeckung. Es wäre zu schön, wenn die beiden Männer auch zusammen eine neues Zuhause finden würden.

Nicht, dass Sie denken liebe Leser, wir Katzen hätten das Tierheim komplett übernommen. Nein, nein, aber es war einfach an der Zeit auch uns einmal genauer vorzustellen. Vor allem weil wir zur Zeit ohne Frage in der Überzahl sind.

Doch auch im Haushaus leben mit Benny, Josie, Sui, Jacky und Lucas ein paar Bewohner, die sich über einen eigenen Korb oder eine schöne kuschlige Decke in ihrem Zuhause freuen würden.
Und nicht zu vergessen Daisy. Die arme Kleine ist erst vor Kurzem hier eingezogen und hat sich schon zu einem speziellen Fall entwickelt.
Als sie kam, gab es Gerüchte, dass sie ein unglaublich schwieriger und unmöglicher Hund sei, der immer Zuhause reinmacht, um die Menschen zu ärgern.
Nun ja, vielleicht wurde es mir auch über die Umwege falsch zugetragen oder aber die Beschreibung ihrer bisherigen Menschen war einfach nur falsch. Daisy erscheint mir wie eine Seele von Hund, die mit nichts und niemanden Probleme hat. Die Menschen über alles liebt und deren Nähe immer wieder sucht. Aber es ist nicht zu verleugnen, Daisy hat ein Problem. Sie hat ihre Blase nicht unter Kontrolle und entwickelt damit ein Duftproblem und das ist unseren Menschen hier auch aufgefallen. Da unsere Menschen so etwas aber nicht ungeklärt lassen wollen, haben sie Daisy in die Klinik gebracht und sie wurde gründlich untersucht. Die Diagnose kann ich Ihnen nicht so im einzelnen erklären, ich bin ja doch keine medizinisch geschulte Katze, aber ich weiß, dass Daisy jetzt operiert wird, damit sie wieder gesund werden kann. Armes Mädchen, wurde sie von ihrer Familie, wenn man das so nennen kann, abgeschoben, weil sie angeblich mit Vorsatz immer wieder in die Wohnung gemacht hat und dabei ist das junge Ding einfach nur krank.
Ich hoffe, dass sich für sie das Blatt jetzt gewendet hat und sie bald mit ihrem neuen Leben beginnen kann.
Ich rede nicht gern darüber, aber ich sollte es in diesem Zusammenhang tun, denn gerade der Fall Daisy zeigt, dass auch unseren Menschen nicht alles alleine schaffen können.nie Geld ist ein Thema, welche ich in der Tat nicht gern anspreche, aber für einen Bewohner hier und um unsere Menschen etwas zu unterstützen tue ich es ohne viel Schnickschnack. Wir könnten etwas Hilfe für Daisy brauchen. Vielleicht liegt Ihnen liebe Leser ja das Schicksal von Daisy auch am Herzen und Sie wollen unseren Menschen mit einer Spende helfen. Wenn sie es Daisy zukommen lassen wollen, dann geht das mit dem Stichwort
Daisy und den folgenden Daten: Kontonummer 58 50 50 bei der Raiffeisen-Volksbank Dillingen, Bankleitzahl 722 624 01.
Damit habe ich heute viele neue Pflichten erfüllt und so wie ich denke, nicht schlecht für das erste Mal.
Habe ich etwas vergessen?
Oh ja, in der Tat! Fast unverzeihlich, aber verständlich, da ich sie bisher noch nie selbst zu Gesicht bekommen habe – bis vor Kurzem.
Unsere Hasen Nala, Nena, Klärchen und Kasimir sind umgezogen. Nicht nur, dass sie zusammen gezogen sind, nein, sie sind auch in einen schönen großen Zwinger gezogen, der an unser Außengehege anknüpft.
Nein, ich konnte bisher noch keinen direkten Kontakt herstellen. Glauben Sie wirklich, dass unsere Menschen es zulassen würden, dass wir uns die Hasen mal genau anschauen? Ganz davon abgesehen, dass die Babys wohl eher erschrecken würden, als dass sie sich dafür interessieren würden.
Auch wenn damit das neue Gehege für die 4 viel besser ist, so ist es auch für die Hoppelbande kein Zustand auf Dauer im Tierheim zu leben.

So und damit müsste ich nun wirklich an alles gedacht haben und verabschiede mich bis zum nächsten Eintrag in mein Tagebuch.
Ihre
Tracy

http://www.tierheim-hoechstaedt.de
0
7 Kommentare
1.028
brigitte gruber aus Lauingen (Donau) | 31.08.2009 | 16:58  
539
Ingeborg Vollmar aus Bissingen | 31.08.2009 | 18:24  
23.186
Karola M. aus Peine | 31.08.2009 | 19:46  
69.310
Ingeborg Behne aus Barsinghausen | 31.08.2009 | 22:09  
8.175
Natalie Parello aus Sarstedt | 01.09.2009 | 02:00  
50.379
Christl Fischer aus Friedberg | 02.09.2009 | 16:17  
570
Katja Muenstedt aus Peine | 14.09.2009 | 09:07  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.