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Wo Sterben zum puren Luxus wird: Steinerne Megalithbauten und blutige Schlachtopfer für die Toten in Sumba/ indonesien

Eine schwere Bürde so ein Steinsarkophag
 
Die Häuser der Lebenden aus Gras und Stroh, sündhaft teure Steingrüfte nur für die Toten
Angemessene Pflege für die Alten in unserer westlichen Gesellschaft geht hier ganz schön ins Geld. Die Beerdigungskosten mit Stein und Feierlichkeiten sind dagegen noch einigermaßen leicht zu stemmen oder mit einer Versicherung gedeckt.

Anders auf einigen Inselwelten Indonesiens, wo man sich als Erbe schon gar nicht über fette unverhoffte Beute freuen kann. Die dort seit Jahrtausenden gelebte Ahnenverehrung hat sich dort zwar meist keusch unter den Mantel der christlichen oder auch mohammedanischen Religion untergeordnet, bestimmt aber Denken, Pflicht und Handeln der Menschen weiterhin unwiderruflich.

Stirbt ein Verwandter, so ist man verpflichtet, ihm durch ein unvergesslich opulentes Fest und unbeschreiblich hohe Ausgaben, den würdevollen Einzug in das Reich der Unsichtbaren zu ermöglichen. Marapu, die Religion der Ahnenverehrung , überwacht durch Ihre Priester die Verpflichtungen aller Einwohner von Sumba. Von den Wünschen der Älteren über das Totenfest darf man nichts ausschlagen und muss auch alles bis ins Kleinste erfüllen.

Um Kleinigkeiten geht es aber gar nicht: Bei jedem Totenfest müssen nicht nur alle Verwandte und Freunde, sondern auch alle Bewohner des eigenen und benachbarter Dörfer eingeladen und hochkarätig verköstigt werden. Dem Verstorbenen sollen möglichst viele Wasserbüffel ins Jenseits folgen und werden zu Beginn des Festes mit Schwerthieben gegen die Kehle getötet: Ein blutiges Scharmützel auf dem Festplatz zwischen den Häusern, auf dem sich auch all die alten und uralten kleineren Megalithgräber befinden. Die Verstorbenen in der Erde, gierig nach dem Blut der Büffel, sollen ja auch auf Ihre Kosten kommen.

Und diese Kosten für eine Beerdigung gehen so ins Geld, dass sich die betroffenen Familien auf Jahrzehnte verschulden müssen. Kostet doch ein Wasserbüffel durchaus mehrere Tausend Euro und ein Arbeiter muss froh sein , mit vielleicht 50 Euro Verdienst im Monat seine Familie ernähren zu können. Deshalb sieht auch der indonesische Staat unter muselmanischer Regie diese außergewöhnlichen Ausgaben gar nicht gern und bestraft sie auch noch durch hohe Besteuerung pro geschlachtetem Büffel. Blutige Zeremonien, bei denen Menschenblut für die Fruchtbarkeit der Felder und den Ertrag des Meeres vergossen wird, gibt es auch: Beim Pasolofest bekämpfen sich berittene Männer zweier Dörfer mit hölzernen Speeren, bis genug Blut geflossen ist.

Ein blutrünstiges Völkchen, diese Sumbanesen? Nein, außergewöhnlich gastfreundlich teilen sie das Wenige auch mit dem reichen Fremden, laden unter das schattige Dach aus Gras oder jetzt moderner : rostigem Wellblech, das ohrenbetäubend bei den plötzlichen Regengüssen vor sich hin donnert oder im gleißenden Sonnenschein die darunter Sitzenden zum Brutzeln bringt . Seltsam diese helle heiße Sonne in der Nähe des Äquators, die auch unsere Fotos in gleißende Lichtflächen und pechschwarze Schattenpartien kontrastiert. Freundlich aufgeschlossene Menschen, harte Arbeit zwischen Feldarbeit und Weberei für den Export, lebendiges Miteinander, Kinderspiel und dazwischen immer die uralten Grabesbauten aus schwerer steinerner Tradition.


Wer blutigere Fotos braucht: http://www.wo-der-pfeffer-waechst.de/blutige
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