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Wolfsgeschichten im Dunst der „Twilightzone“: Filmische Unwirklichkeit und indianisches Leben in Städtchen Forks in USA.

Wenn ihr die Herrschaften im Hintergrund noch nie gesehen habt, ist das auch keine Schande.Mir sind diese Pappkamerden auch unbekannt
 
Meer und Flüsse spülen ganze Küstenteile einfach ins Meer und dann wieder ans Ufer und......
Diedorf: haus der kultur(en) | Wolfsgeschichten im Dunst der „Twilightzone“: Filmische Unwirklichkeit und indianisches Leben in Städtchen Forks in USA.

Aus jedem freien Winkel im kleinen Städchen Forks an der Pazifikküste des amerikanischen Bundesstaats Washington springen dem Besucher Werwölfe und Vampire entgegen.
Genauer gesagt natürlich nur ihre vergänglichen Trugbilder aus Pappe, als Fotomontagen, Werbungsüberschriften und lebensgroßen Schauspielerfotos, der durch die Kultserie „Twylightzone“ berühmt gewordenen Stars. Hier kann man sich im Kreis seiner Idole auch ablichten und damit kusslos aber auch konsequenzenlos verewigen lassen.
Das ist hier die Wirklichkeit. Hier erträumen sich Groopies unbeschreiblich tiefe Liebesgeschichten geknutscht und gebissen von gutaussehenden Vampiren.
Aus Lautsprechern in abgedunkelten Restaurants heulen Wölfe. Wolfsburger mit Vampirketchup.
Das gibt es wirklich.
Teile der Filmarchitektur aber auch zum Teil leider nur bis vor kurzem , denn der Altbau des Quileute-colleges aus dessen Pforten in der Filmgeschichte alle Hauptdarsteller herausgegangen sind, wurde sehr zum Leid aller Kulttouristen abgerissen. Heutzutage – liegt es an erhöhten Studentenzahlen durch hinzu gezogene Fans?- reichte der Altbau platzmäßig nicht mehr aus und mußte einem schmucklosen Betonklotz weichen.
Wir machen es uns in unserem leider viel zu teuren aber sichtlich abgewirtschafteten Motelzimmer am Kamin in Forks gemütlich , beheizt mit echtem überall am Straßenrand angebotenen Twilight-kaminholz. Der Grusel muß jetzt wohl garantiert sein. Nicht im gemütlichen Zimmer aber draussen, denn in der pazifischen Küstenzone des ewig kalten Regenwaldes steigt in regelmäßigem Abstand verlässlich dichter Nebel auf. Der macht dann problemlos aus den im Naturschutzpark der Olympia-halbinsel natürlich verwitterten meterdicker uralten Baumriesen glaubwürdige Geister und Ungeheuer. Deshalb konnte das Filmteam natürlich auch auf teure Studioaufnahmen verzichten. Alles ist echt - zumindest der Hintergrund.
Selbst die Wölfe sucht man hier nämlich aber leider vergeblich. Die gibt es höchstens verstreut so wie einzelne Braunbären im Naturschutzpark um Mount Olympia.

Sehr echt dagegen klingt das Wolfsgeheul, das wir knapp 25 Meilen weiter zum Klang der rythmisch dunklen Indianertrommel zu hören kriegen. Der Künstler, Maskenschnitzer, Tänzer, und Angehöriger des Ältestenrates der Quileute ( und auch Mandah-indianer)....Green hat uns zu sich eingeladen und singt uns mit kräftiger Stimme die Geschichte vom Wolf, der von ihm als Maske für das Maskenmuseum Diedorf geschnitzt und in der Sammlung Nordamerika zur Ausstellung gebracht werden soll. Der Wolf war Urahn und Traumpate der Küstenindianer, der ihnen die alten Geschichten im Traum zu Gesicht brachte und mit Gesang und Maskentanz erklären wollte. Während sich die Mandah-indianer, die sich auf kanadischer Seite Nuh-cha-nulth nennen, früher vor allem mutig zum Walfang in schmalen Einbäumen aufs Meer wagten, versorgten sich die Quileute selbst heute noch eher durch Jagd und Lachsfang in und an den Flüssen. Um alle Fähigkeiten zu erlernen, die für das kulturelle und materielle Überleben eines Volkes wichtig sind, gibt es in der Quileutesiedlung am Meer eine Grundschule, an der neben der Sprachunterrichtung auch Werkunterricht im Einbaumbau und dem Maskenschnitzen (natürlich auch der typischen Wolfsmasken) erteilt wird. Im Haus der Kulturen in Diedorf und evtl. auch mit Schülern des Justus-von-Liebig-Gymnasiums in Neusäss sollen Kontakte und Erfahrungsaustauch zwischen den dort einheimischen Schülern der“ First Nations“und unseren jungen Deutschen angeregt und vermittelt werden.
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