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JÖÖedermann!!!!Das internationale Maskenmuseum Diedorf zeigt seine höllischen Schätze anläßlich der langen Nacht der Museum in S...........

Diedorf: haus der kultur(en) | Das internationale Maskenmuseum Diedorf zeigt seine höllischen Schätze anläßlich der langen Nacht der Museum
am 10. Oktober in den historischen Gewölben des KundK-Hotels am Waagplatz in Salzburgs Zentrum. Die Schauspieler der Hofburg Salzburg werden dort ein historisches Nicolospiel aufführen. Im Gegensatz zum Theaterstück „Jedermann“aus den Revolutionsjahren des 19. Jhdts., bei dem der grauslige Tod endlich auch den Reichen mit zur Hölle nimmt, bestraft das ursprüngliche Vorbild des Nicolospieles eher den verarmten Tagelöhner.
Das ursprüngliche Nicolospiel, wie es vor allem aus Südtirol und dem Gebiet der oberen Drau bekannt wurde war ein Heischebrauch am Vorabend zu St. Nicolas. Eine Gruppe von Tagelöhnern, die zu diesem Zeitpunkt im Jahr bereits nichts mehr bei den Grundbesitzern und Weinbauern verdienen konnte, machte sich zum Betteln auf den Weg von Hof zu Hof, um für die Familie auch für den Winter etwas an Essensvorräten zusammen zu bekommen. Gedacht war vor allem an vitaminreiche und haltbare Kost wie Nüsse, Äpfel, getrocknete Trauben und Dörrpflaumen.
Mit St. Nikolaus als Schutzpatron und Geber an die Armen war da natürlich der rechte Heilige hierfür gewählt.
Daß beim Auftreten von St. Nikolaus auch gleich pädagogisch zielstrebig Verhaltensregeln für die Kinder eingeübt werden sollten, war voraus gesetzt.
Wer seinen Eltern und den Lehrern nicht folgt, kommt in die Kruxe der Krampusse: Ab in die Hölle!
Damit für den reichen Bauern eine mildtätige Gabe an die Armen auch richtig plausibel wird, mußte der Arme, der ja sowieso kein Almosen geben konnte, als armer Sünder herhalten. Ohne Almosen an die Kirche und ohne Reue,den letzten Groschen für ein wärmendes "Schnapserl" ausgegeben zu haben, war das Seelenheil verpfuscht: Der Tod bestimmt den Tod des Bettelmannes und der Teufel( Krampus) kommt kettenrasselnd die Seele holen.
So einfach! Wieder was gelernt ihr Reichen! Also brav Spenden geben - die sind heute dann eh steuerlich absetzbar!
Die Salzburger lieben Ihren Krampus. Dieses Brauchtum schafft es heutzutage sogar immer noch, die Jugend weg vom I-pod und KO-Saufen zu holen. Ohne Murren traben sie dann sportlich aktiv unter Tonnen(?) von Fellkostümen und Holzmasken stundenlang durch verschneite Winterlande von Hof zu Hof oder von Veranstaltung zu Veranstaltung. KO-Saufen geht dann auch versteckt unter der Maske und billig, weil bei jeder Einkehr ein „Schnappserl“ fällig wird. Traditionell ist das nirgends mehr. Die aus Alien- , Vampir- und anderen Horrorfilmen nach geschnitzten Masken haben längst in Hinsicht auf Hörnerlänge und Wundenszenario die wenigen einfachen Formen aus den Brauchtumsburgen: Gasteiner Tal, Rauris und Salzkammergut verdrängt. Dort in Bad Mitterndorf und im Ennstal wird ja eben auch noch das Ur-Nicolospiel am 5. Dezember gespielt, das jetzt auch im riesigen Gruselgewölbe unter der Salzburger Innenstadt 250.000 Zuseher mobil machen soll ( Werbespot).
Nun eben da hängen dann auch die orginalen, authentisch alten Perchtenmasken des Maskenmuseums in Diedorf, die der Eventmanager Wolfgang Oberer von der Brauchtumsgruppe Oberndorf hier in coram publico nobilo in Szene setzen will, um den Auftritt der Schauspieler der Salzburger Bühne entsprechend zu hinter mauern.
Ob jetzt für Sie liebes Publikum in den Stauden noch Platz sein wird, kann ich nicht garantieren, macht nix: Im internationalen Maskenmuseum sind ja immerhin noch 5800 Masken zurück geblieben und können auch ab 3. Oktober zu den Kulturwochen in Diedorf besichtigt werden. Dort haben wir ja ab 3. Oktober auch die Ausstellung: „Hoch zu Ross“ St. Leonhard und seine Reiter aus fremden Ländern.

Resumee: Weit über 1000 Besucher allein in einer Nacht, alles österreichische Kulturprominenz aus geladenen Gästen. Andern Ortes weiss man schon, welche Leckerbissen in unserer Perchtensammlung zu finden sind. Für so viele schwäbische Besucher werden wir in Diedorf vielleicht nochmal 10 Jahre brauchen.


http://langenacht3.orf.at/detail-new/bl/salzburg/l...
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