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Panzer fahren in Afrika vor

Nachdem sich allen Deutschen Experten zum Trotz, das Japanischen Atomkraftwerk Fukushima einfach weigert, den Super-Gau durchzuführen, sinkt vor allem bei Großstadtneurotikern und Katastrophenfreaks das Interesse an den Vorgängen in Japan. Sich täglich riesige Berge an Schutt anzusehen macht nach 7 Tagen irgendwie keinen Spaß mehr und erinnert schlimmstenfalls an die eigene Wohnung.
Und während die immer selben Bilder aus Japan inzwischen auch hartgesottene TV-Junkies ermüden, ergab sich aber ein wahrlicher Glücksfall.

Im Rahmen der mehrfach, für einen Oskar nominierten Aktion “Free Arabia“, in der die Bürger vieler arabischer Staaten erkannt hatten, dass der Westen tatsächlich nicht immer Schuld an ihrem Elendsdasein hat, begannen sich die Araber von einigen ihrer Potentaten zu entledigen. Während die Volks-Revolutionen in Tunesien und Ägypten noch ohne größere Bevölkerungseinbußen durchsetzten konnten, sah die Lage in Libyen anders aus.
Nachdem sich der Möchtegerndiktator Gaddafi und Liebling der libyschen Massen von seinem Ersttrauma nach der ungewohnten Erhebung seines Volkes erholt hatte, begann er damit, seine Söldner- und Spezialtruppen auf das undankbare Volk, nun genannt Ratten, zu hetzen.

Nach ersten Erfolgen der rebellischen Untertanen, mussten diese dann aber feststellen, dass sich mit einem Gewehr, ein T-72 Panzer russischer Bauart, nicht wirklich stoppen lässt. Und so stürmte nun die Soldatestkas Gaddafis gegen das Volk vor, welches ihn eigentlich lieben sollte.
Und die Welt schaute erst mal zu. Doch dann erhob sich ein zumindest leiser Sturm des Protestes und sogar unser Außenminister Guido forderte öffentlich eine Flugverbotszone. Er schränkte aber umgehend ein, dass diese nur auf Wunsch der Arabischen Liga und der UNO durchgesetzt werden könnte.

Es dauerte noch Wochen, während die Welt gebannt auf die nicht explodierenden AKW’s in Japan starte, bis sich dann am 18.03.2011 der Sicherheitsrat in der Uno durchringen konnte, ein solches robustes Mandat auszusprechen.
Und so konnte sich plötzlich der Fernseh-Zuschauer wieder an den Bildern von hell erleuchteten, startenden Tomahawk Marschflugköpern oder wie Glühwürmchen in einer lauen Sommernacht romantisch tänzelnden, Leuchtspurgeschossen über Tripolis erfreuen. Der Abschuss eines Jets, vermutlich durch die eigenen Leute stellte den cineastischen Höhepunkt bisher dar.

Alles gut könnte man meinen, doch plötzlich wurde bekannt, Deutschland hatte sich, obwohl die Forderungen erfüllt wurden, mit seiner Stimme im Sicherheitsrat enthalten. Hmmm, häähh??

Seit Guido Westerwelle im Amt ist, ist nichts so beständig, wie die Unbeständigkeit der Deutschen Außenpolitik. Guido reagiert dabei so zickig und undurchsichtig, wie Frauen mit großen PMB. Obwohl, gerade bei Guido, könnte das natürlich auch zutreffen. Egal, durch diese Enthaltung ergaben sich nun im Deutschen Bundestag obskure Konstellationen.

Plötzlich wurde Angelas Gurkentruppe von der Linken so gelobt, dass es vielen Hartcore-Kriegsbefürwortern in der Union, die mit verkniffenen Augen und gepressten Fäusten da saßen, die Tränen in die Augen trieb. Dabei wollten die Linken sogar gar keine Uno-Resolution, wohl wissend aber, dass dieser Fall vermutlich etliche tausende Libyer das Leben gekostet hätte.
Was ist aber das Leben potentieller Mittelmeer-Immigranten, gegen die sodalin-sauen Vorstellungen der friedlichen Jünger Rosa Luxemburgs. Komisch, die SED hatte weniger Probleme mit bewaffneten Konflikten in Afrika.

Völlig überraschend aber, forderten dann sogar einige der Obersozen, allen voran die rote Zora aus Kassel, das sich Deutschland schämen sollte und stimmten für die UNO-Resolution. Die Regierung wurde beschuldigt, das Leben unschuldiger Rebellen, einfach so aufzugeben. Bei solchen Aussagen waberten die längst vergessen Gedanken an das Deutsche Afrikakorps durch das Auditorium, es fehlte nur noch die Stimme Rommels die den Angriff auf Tripolis befahl,“ es rasseln die Ketten, es dröhnt der Motor“…..

So bemühte sich dann, der Außenminister dieser Republik auf Abruf, im Fernsehen klar zu stellen, das Deutschland Entscheidung in der Welt von allen Partnern respektiert würde. Respektiert vielleicht, verstanden bestimmt nicht. Und wieder einmal geht ein Stück Glaubwürdigkeit in Deutschland verloren.
Doch hatte die plötzliche Umorientierung des Kabinetts des Grauens wirklich friedliebende und real nachzuvollziehende Gründe für den Bürger?

Im ersten Augenblick nicht, im zweiten sehr wohl.

Mit dem Afghanistan-Abenteuer hatte sich die Bundeswehr endgültig in die Riege der Länder begeben, die im Ausland kämpfende Truppen, unterhielten. Was anfangs noch als große Brunnen- und Schulbau Aktion mit im Hintergrund agierenden Soldaten begann, entwickelte sich langsam massiv in Richtung Krieg.
Und nachdem auch auf Deutschen Befehl hin, dann dutzende einheimischer Zivilisten bei einem nächtlichen Flugzeugangriff geröstet wurden, in der Militärsprache Kollateralschaden genannt, begann die Zustimmung zum Afghanistan-Abenteuer an der Heimatfront deutlich zu bröckeln.

Auch die bald monatlichen Gedenkfeiern und Begräbnisse Deutscher Soldaten führten dazu, das sich die Stimmung innerhalb der Bevölkerung merklich abkühlte. Und nachdem sich bei den letzten Umfragen weit mehr als die Hälfte der Bürger für einen schleunigen Rückzug einsetzten, entstand für die Regierung ein weitere möglicher Krisenpunkt.

Im Anbetracht der anstehenden Wahlen im Jahr 2011, nach dem Debakel des Atomkonsenses für die Regierung Merkel, konnte und wollte diese keinen weiteren, ungeliebten Kriegsschauplatz aufmachen. Und so wurden die libyschen Rebellen ganz einfach den klar strukturierten Vorgaben der Wahlkampfstrategen von Union und FTP geopfert.
Was zählen eben ein paar tausend Tote in Afrika und der Verbleib eines verrückten Diktators im Amt, wenn es Wahlen in Deutschland zu gewinnen gibt. Gemäß der Worte des großenAltvorderen Bismarck „Es wird niemals so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd.“ beschloss die Regierung, dass sich andere Truppen die Finger verbrennen sollten.

Also merke, selbst ein möglich gerechtfertigter Waffen-Einsatz auf Volkes Wunsch, ist noch lange nichts gegen den Willen von Parlamentariern sich an der Macht und deren Einnahmen zu halten.

„Zuerst kommt das Fressen, dann die Moral.“ (B.Brecht)
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1 Kommentar
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 20.03.2011 | 21:05  
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