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Uetzer Details I

  Für eine erste Bilderserie ist das OKOK Team in der östlich von Burgdorf gelegenen Nachbargemeinde Uetze unterwegs. "Herzöge und Gutsherren bestimmten die bewegte Geschichte des fast 1000jährigen Uetze. Und weil die Ortschaft im Laufe der Zeit immer wieder auch von zahlreichen Bränden heimgesucht wurde, ist von historischem Glanz und Gloria nicht mehr viel übrig geblieben." so schreibt die Gemeinde Uetze über sich auf Ihrer gerade neu überarbeiteten und gut gelungenen Homepage. Einiges historisches Entdecken wir dann jedoch selber im Ort.

Der Junkernhof, schön herausgeputzt, war der Herrensitz der Adelsleute „von Uttensen“ (zählen zum Geschlecht der Herzöge zu Braunschweig - Lüneburg) der in der Nähe der Fuhse liegt. Wir sind im Haus Willkommen und einige Fotos entstehen auf dem frei zugänglichen Gut.

Beeindruckt von diesem schönen Fachwerkhauses überqueren wir die Kaiserstraße und gehen der Strömung des Ortsfluss "Fuhse" entgegen bis wir zum Eingang der Mühle Amme an der Straße "An der Stauwiese" kommen. Wir treffen die frühere Eigentümerin der Wassermühle, die dieses Gebäude für eine Nachnutzung an einen Seniorenheimbetreiber veräussert hat. Mit etwas Stolz in der Stimme berichtet Sie von Ihrem letzten grossen Coup und Wunsch - auf dem Grundstück seniorengerecht wohnen zu können. Mit viel Ausdauer und tollen Unterstützern - wurde die historische Gewerbeimmobilie zu einer Seniorenresidenz mit viel Lebensqualität umgewandelt.

Die Mühle Amme
Der Name Amme ist im Bereich der Mühlenfreunde bekannt. Frau Amme erzählt uns einige Geschichten aus Ihrem Leben und den Begegnungen die Sie als Familienmitglied "AMME" als Enkel des berühmten Patententwickler Dr. h. c. Ernst Amme erlebt hat. Sie selbst war oft bei Seminaren und Kongressen in diesem Zusammenhang unterwegs. "Es ist ein besonderes Gefühl eine Mühle bei Ulan Bator in der Mongolei zu besuchen und dann seinen Namen in Gußeisen zu sehen." Das Gespräch unter der grossen Eiche ist sehr informativ und persönlich zugleich. Über mehrere Generationen hinweg war die Familie unseres OKOK Mitgliedes Lars Schumacher Kunde der Mühle Amme um hier frisches Mehl für die in Burgdorf ansässige Bäckerei Schumacher zu erwerben.
So werden viele lokale Themen, was Burgdorfer und Uetzer verbindet, besprochen. In einem sollen die Uetzer sehr Fortschrittlich gewesen sein. Eine öffentliche elektrische Straßenbeleuchtung soll es in der Umgebung zuerst in Uetze gegeben haben.

Weitere Stationen besuchen wir in dem Ort durch einen ausgedehnten Spaziergang, andere werden mit dem Auto angefahren. Besonders attraktiv für Fotoaufnahmen ist der Gewerbeparkt "Traditional Life" im Industriegebiet an der Benroder Straße sowie einige Häuser im Stadtgebiet die an eine schöne alte Zeit erinnern lassen. Fotos entstehen vor der bereits legendären Gaststätte "Farmers Inn", am Schulzentrum und vor dem modernen Rathaus der Gemeindeverwaltung.

Mit tollen Foto - Eindrücken von diesem Ort, die wir unseren Lesern mitbringen, machen wir uns über die B188 auf den Rückweg. Auffallend sind hier auf dem Uetzer Gebiet die geräumigen Fahrzeuge mit leicht bekleideten Frauen. Wir erfahren, dass dieser Teil des Burgdorfer Holzes einen nicht ganz "gesellschaftsfähigen" umgangsprachlichen Beinamen trägt, der an die Wälder von Robin Hood erinnert. Einige Seen und Badeteiche ebenfalls entlang der Strasse runden das Bild "Freizeitland Uetze" ab. In unserem Redaktionsbüro angekommen fügen wir den aktuellen Bildern weitere von einem vorangegangenen Besuch bei und blättern in der geschichtlichen Chronik der Wassermühle "AMME" von Uetze.


Die Mühle im Laufe der Jahre - Die Geschichte der Mühle Amme

1771 (- 2002) Die Mühle befindet sich für 231 Jahre ununterbrochen im Besitz der Familie Amme. Bis zum heutigen Tage sind Mitglieder der Amme Sippe in der Müllerei seit mehr als acht Generationen tätig.

1771 - Bau der Mühle Amme

1868 - Nach dem großen Brand in Uetze wird die zerstörte Mühle neu aufgebaut

1894 - Beginn der Stromerzeugung aus Wasserkraft und Versorgung der Uetzer Bevölkerung mit elektrischem Strom

1972 - Am 30. September 1972, 0.00 Uhr standen die Mühlenräder still.

2010 - Seit acht Jahren ist neuer Eigentümer die Familie Schwandt, die die Sanierung des Gebäudes und die erneute Nutzung einleitet. Dr. Schwandt sen. erwarb die Mühle Amme im Jahr 2001, welche zu diesem Zeitpunkt fast 30 Jahre ungenutzt war. Die Mühle Amme ist das größte erhaltene Industriegebäude in Uetze und heute eine Seniorenresidenz mit besonderem Flair.


Die historische Bedeutung der Mühle Amme
Die Mühle Amme erlangte über Jahrhunderte hinweg überregionale und sogar internationale Bedeutung. Dr. h. c. Ernst Amme, Braunschweig (geboren in der Mühle Amme, Uetze, gestorben in Muktum, Mongolei) hat die industrielle Entwicklung des Müllerhandwerks fortschrittlich beeinflusst. Die MIAG AG, jetzt Bühler MIAG AG mit Sitz in der Schweiz hat die moderne Walzenmüllerei über die Welt verbreitet. (Mitgründung der Firma Amme Gieseke, König, später MIAG AG, heute Bühler MIAG mit Sitz in Zürich)

Als Arbeitgeber im Raum Uetze spielte die Mühle eine wesentliche Rolle. Noch heute produziert die Mühlenturbine Strom mit einer maximalen Leistung von 40 kW. Im Umkreis von ca. 50 Kilometern wurde die Bevölkerung mit Mehl der Marke "Goldammer" versorgt. Die Mahlkapazität der Mühle lag bei 20 Tonnen Mehl täglich. Der Mühlenbetrieb wurde in der Geschichte um neue Industriezweige erweitert: Futtermittelhandel, Sägewerk, Handel mit Kunstdünger und ein Wasserkraftwerk.

Weitere Informationen zu der Serie und der Reise durch das Burgdorfer Land: http://www.okok.de oder http://www.myheimat.de/gruppen/burgdorfer-land-333...
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Magazin Uetze | Erschienen am 01.10.2010
Uetze & Edemissen kompakt | Erschienen am 31.03.2011
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