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Vor 25 Jahren fand der 1. Otzer Triathlon statt

  • Das sind zehn (von zwölf) "Verrückten", die im Jahr 1990 in Otze den Triathlon starteten.
  • hochgeladen von Friedhelm Döbel

Kurz nach der Wiedervereinigung, im Oktober 1990, fand in Otze die Premiere eines Dreikampfes statt, von dem im Altkreis Burgdorf wenig bekannt war.
Diese Sportart nannte sich Triathlon. Wie kamen denn die Organisatoren darauf so etwas (für damilige Verhältnisse) Verrücktes zu machen?
Die Fußballmannschaft der Alten Herren sollte für die nächste Saison nicht mehr gemeldet, aber die jüngeren Sportler (immerhin auch schon zwischen 35 und 40 Jahren) wollten sich weiter betätigen. Und zu einem anderen Verein kam für niemanden infrage.
Da hatten fünf Fußballer, die einmal im Jahr ein privates Billardturnier spielten, mal gehört, dass es eine neue Sportart mit Schwimmen, Radfahren und Laufen geben. Und das konnten alle, mehr oder weniger.
Der Termin war für Ende August festgelegt; doch .... dann kamen bei zwei von dem Quintett eine Krankheit dazwischen.
Aber, aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Da in der Vereinszeitung, die schon zur Druckerei unterwegs war, ein Vorbericht stand, dass die "5" sich messen wollten, und der Bericht vor dem Kartoffelmarkt erschienen war, fragten viele, wie es denn so gewesen sei.
Da aber der neue Termin erst zwei Wochen nach dem Otzer Kartoffelmarkt neu angesetzt war, wurden noch viele Leute überredet mitzumachen. Teilweise mussten zwar die Interessierten überredet werden, doch was niemand für möglich hielt war am 7. Oktober wahr geworden.
Immerhin waren aus den "5" nun "12" Sportler geworden, die diese neue Sache mal ausprobieren wollten. Mit so vielen Leuten hatten die "Organisatoren" nicht gerechnet. Deshalb wurde es auch beim Schwimmen, der 1. Disziplin, im Burgdorfer Hallenbad, recht eng. denn an eine "Absperrung" hatte niemand gedacht, so dass im öffentlichen Badebetrieb geschwommen werden musste. Auch das Entgegenkommen der Teilnehmer war oft nicht ganz ungefährlich; obwohl die "Neu-Triathleten" an einem Rand des Beckens schwammen. Aber wenn 12 Leute im 25-m-Becken 1.000 m schwimmen (das sind ja immerhin 40 Bahnen), dann macht das doch schon ganz schöne Wellen. Dass da die Frauen, die freundlicherweise das Zählen der Bahnen übernommen hatten, nicht durcheinander kamen ist fast undenkbar.
Da aber auch "ganz neue" Otzer dabei waren, d. h. bis dahin "Unbekannte", wusste niemand, wie schnell denn jemand schwimmen konnte. Da war dann Joachim Wartmann (auch ein Neuer) ganz überrascht, dass er als schnellster Schwimmer zuerst aus dem Wasser durfte. Danach kam schon Dorfarzt Dr. Richard Oelze. Diese und alle nachfolgenden Athleten mussten jetzt erst einmal durch die Umkleideräume und raus; und zwar nicht zum Rad, NEIN: jetzt war aus organisatorischer Sicht, zuerst das Laufen. Die Räder war im ca. 9 km entfernten Otze. Die Laufstrecke führte über die Badeanstaltbrücke auf die Ostseite der Bahn, durch die Baggerkuhle und durch die Wolfskuhlen Richtung Schillerslage. Zum Glück kannten sich alle Teilnehmer gut aus, denn an Steckenmarkierungen und Absicherungen hatte damals noch niemand gedacht. In Schillerslage an der Turhalle wieder Richtung Otze (Kiosk), durch die Gasse bei Papenburg Richtung Doktor und Tunnel. Von dort zum nächsten Wechselpunkt im Bruchsweg, denn bei Hauptorganisator Helmut Goebel standen die Räder. Da standen keine "Rennmaschinen", wie man sie heute beim Triathlon sieht, NEIN: festgelegt waren maximal Dreigangräder. Schon 5-Gang war NICHT erlaubt. Wenn man im Nachhinein gehört hat, wie die "Wechsel" nach dem Schwimmen abgelaufen sind (mit abtrockten und eincremen"), dann waren die Wechsel auf das Rad abenteuerlich.
Zum Glück gibt es davon bewegte Aufnehmen (Video), die am Jubiläum auch mit viel Humor angesehen wurden.
Da das Wetter Anfang Oktober nicht mehr sommerlich war, zogen die meisten Fahrradfahrer Jacken an, wenn sie sie nicht schon zum Laufen angezogen hatten.Und dabei verging bei so manchem viel Zeit. Aber bis zum 2. Wechsel hatten es alle geschafft. Aus heutiger Sicht, mit relativ wenig, bzw. fast keinem Training, schon ein Wunder. Als Schnellster Läufer war der Doktor am Rad und konnte sich auf die knapp 20 km Radstrecke machen. Auch diese war vorher NUR erklärt worden, keine Pfeile oder andere Hinweise. Ganz einfach war die Strecke nicht zu finden (Eisenbahnlängsweg Richtung Ehlershausen, weiter auf die Elverathstraße und zurück am "Schweinestall" vorbei zum Ziel im Bruchsweg), aber trotzdem verfuhr sich auch hier niemand. Und das alles ohne Fahrradhelm, denn so etwas besaß zu diesem Zeitpunkt niemand. Diese Filmaufnahmen haben wirklich historischen Wert.
Wenn man bedent, dass es alle Starter unter 2 Stunden im Ziel zu sein, waren das schon außergewöhnlich gute Leistungen.
Das war aber erst der Anfang des Premierentages. denn was dann kam geht ganauso in die Geschichte ein. Nach der Siegerehrung mit Pokalen und Finishershirts ging die Feier richtig los.
Selbst nach 25 Jahren konnten sich daran noch alle erinnern. Was da abging, bleibt aber intern; aber schön war es trotzdem.
So war der Otzer Triathlon geboren und weitere 14 Austragungen sollten bis 2004 folgen.
Bei der 2. Austragung waren alle "Urgesteine" wieder dabei und noch weitere Sportler. Darunter auch der damals 11-jährige Joachim Zimmerling, der später dann sogar so gut wurde, dass er zur Weltmeisterschaft nach Hawaii durfte.
Diese Veranstaltung sprach sich in den folgenden Jahren so positiv herum, dass bei den 15 Austragungen fast 200 verschiedene Sportler daran teilnahmen.
Darunter war im Jahr 1996 auch Jan Raphael, damals 16 Jahre jung. In Otze war es zu diesem Zeitpunkt seine längste Distanz. Dass er später zweifacher Vize-Europameister auf der Langdistanz werden würde, war damals noch nicht vorhersehbar.
Heutzutage ist es ja nichts mehr ungewöhnliches, dass es bei Triathlon-Veranstaltungen Staffeln gibt. Doch die Otzer können sich auf die Fahne schreiben, dass sie es waren, die (fast?) als Erste so etwas angeboten haben. Selbst nach Recherchen war nicht herauszufinden, ob es vor 1995 schon bei anderen Veranstaltungen Staffeln gegeben hat.
So haben die Herthaner (wahrscheinlich) auch ein wenig Triathlon-Geschichte geschrieben.
Als die Vorschriften und Auflagen immer mehr wurden, haben die Organisatoren nach 15 Austragungen nicht mehr die Muße solch einen Triahtlon zu organisieren.
Im Jahre 2010, dem Jubiläumsjahr des Vereins Hertha, "überredete" der damilige Vorsitzende die Abteilung noch einmal etwas zu planen. In neuerer Zeit fanden somit noch drei Duathlons statt, die alle hervorragende Resonanz und auch viel Lob bekamen.

Das alles wurde zum 25. Jahrestag alles noch einmal angeschnitten. Abteikungsleiter Heinz Döbel hatte zu diesem Zusammentreffen alle "Urgesteine" und aktuellen Abteilungsmitglieder eingeladen und insgesamt kamen 18 (ehemalige) Sportler ins Gasthaus ohne Bahnhof, wo Jürgen Sievers Grünkohl mit Würstchen und Kasseler angeboten hatte.
Neben den Filmaufnahmen von den ersten beiden Otzer Triathlons wurden auch noch Bilder gezeigt. Über die 25 Jahre haben die Herthaner schon an so mancher Lauf- und Triathlonveranstaltung teilgenommen. An vielen Wettbewerben nur einmal, aber an vielen sind die Herthaner auch Dauergäste.
Zwar sind diejenigen, die im Jahr 1990 dabei waren, nicht mehr ganz so ehrgeizig, aber aktiv sind noch ein paar "Ur-Gesteine". Mit den "jüngeren" Mitgliedern fahren sie noch zu einigen Wettkämpfen.
Der jährliche Höhepunkt für die gesamte Abteilung (mit Begleitungen) ist die jährliche Mannschaftsfahrt, die die Truppe schon seit 2008 (bisher 8x) in verschiedene schöne Städte im nördlichen Deutschland gebracht hat.

  • Das sind zehn (von zwölf) "Verrückten", die im Jahr 1990 in Otze den Triathlon starteten.
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  • Aktive und Passive Otzer Triathleten beim Jubiläumstreffen.
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  • Im Gasthaus ohne Bahnhof hat der Grünkohl gut geschmeckt.
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  • Die lange Tafel mit insgesamt 18 Sportlern.
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1 Kommentar

Ich denke, Sportgeschichte schreibt man nicht, die macht man und ihr habt das gut gemacht. Weiter viel Erfolg.

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