Nasenpiercing - Sicherheitstipps, Risiken und Nachsorge

Vor einigen Jahrzehnten noch als Ausdruck von Protest getragen, ist das Nasenpiercing heute längst als Körperschmuck etabliert. Ein Nasenpiercing steht praktisch jedem Gesicht und jeder Nase und zieht automatisch alle Blicke auf sich. Gerade das sogenannte Nostril ist bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen deshalb sehr beliebt.

Es gibt allerdings nicht nur eine Stelle in der Nase, an welcher Du ein Nasenpiercing tragen kannst. Ein Nasenpiercing kannst Du Dir durch den Nasenflügel, die Nasenscheidewand, den Nasenrücken oder die Nasenspitze stechen lassen. Je nach Art und Ort solltest Du jedoch verschiedene Dinge beachten. Nicht jedes Nasenpiercing ist unkompliziert und heilt schnell und sauber ab.

Nasenpiercing: Die Arten

Man unterscheidet fünf verschiedene Arten von Nasenpiercings:

1. Das Nostril:
Das bekannteste Nasenpiercing ist besonders bei Frauen beliebt und kann rechts oder links getragen werden. Als Variation eignen sich auch zwei oder mehrere Nostrils in einer Reihe. Als Schmuckstück dazu ist ein Nasenpiercing Stecker, oft mit kleinen Schmucksteinen versehen oder in ausgefallenen Formen, sehr beliebt.

2. Das Septum:
Bei Männern und Frauen gleichermaßen beliebt ist das Septum Piercing. Sein Name leitet sich von "Septum Nasi", der lateinischen Bezeichnung für das Bindegewebe unterhalb der Nasenscheidewand, ab.

Das Septum stammt ursprünglich aus Indien und gehört zu den ältesten Piercings. Nach Europa kam es in den 1990er Jahren und wird seitdem immer beliebter. Du findest für dieses Piercing auch eine breite Auswahl an verschiedenen Schmuckstücken.

Der klassische Schmuck für das Septum ist ein Nasenpiercing Ring in gold oder silber. Die meisten Septum Ringe sind als Hufeisen, Segmentring oder Continous Ring gestaltet. Beliebt sind auch Septum Clicker, die leicht einzusetzen sind. Sowohl Ringe als auch Clicker gibt es aufwändig gearbeitet und mit Schmucksteinen verziert oder sehr schlicht.

3. Bridge oder Erl Piercing:
Es wird am oberen Ende des Nasenrückens gestochen, wo sehr viele Nervenbahnen verlaufen. Ein Bridge Piercing ist daher nicht ungefährlich und sollte nur von erfahrenen Piercern gestochen werden. Als Schmuck eignet sich ein gebogener Stab, Banane genannt.

4. Austin Bar
Dieses Piercing wurde nach seinem ersten Träger benannt und ist relativ selten. Es verläuft horizontal oder vertikal durch die vordere Knorpelkappe der Nasenspitze. Meistens wird ein Barbell als Schmuck getragen.

5. Nasallang
Das Nasallang verläuft durch beide Nasenflügel und die Nasenscheidewand. Die Stichkanäle liegen auf gleicher Höhe und erfordern ein sehr sorgfältiges Arbeiten und ein wenig Ausdauer. Als Schmuckstück eignet sich ein Stab.

Was Du vor dem Piercing beachten solltest:

Alle diese Piercings sollten unbedingt von einem professionellen Piercer gestochen werden. Gerade das Nostril wird häufig auch von Juwelieren angeboten, da es auch mit einer Ohrloch-Pistole geschossen werden kann. Diese Methode ist jedoch schon seit langem umstritten.

Damit Dein Piercing gerade sitzt, schnell und problemlos verheilt und Du auch bei Problemen einen Ansprechpartner hast, begibst Du Dich am besten in die Hände eines erfahrenen Piercers.

Ein professionelles Piercing Studio verfügt nicht nur über die entsprechende Ausrüstung, sondern im Normalfall auch über Mitarbeiter mit langjähriger Erfahrung. In einem guten Studio sind die entsprechende Hygienemaßnahmenund das Arbeiten mit Einmalkanülen selbstverständlich. Im Preis für das Piercing sind hier nicht nur das Stechen und der erste Schmuck, sondern auch eine Beratung und die Nachsorge enthalten.

Schmerzen und Risiken

Das Schmerzempfinden ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Daher können wir Dir nur allgemeine Informationen zu den zu erwartenden Schmerzen geben.

Ein Nostril Piercing kann schmerzen, weil sich viele Nervenbahnen in dieser Region befinden. Es ist jedoch recht unkompliziert zu stechen und heilt in den meisten Fällen komplikationslos.

Beim Nasallang werden drei Stichkanäle gesetzt, daher gehört dieses Piercing zu den schmerzhaftesten und den langwierigsten. Das Bridge Piercing wird in einem Bereich gestochen, in dem sich viele Nervenbahnen und Blutgefäße befinden. Werden diese verletzt, kann es schlimmstenfalls zu Lähmungserscheinungen kommen.

Grundsätzlich verursacht jedes Piercing Schmerzen, die zumeist jedoch schnell abklingen. Die häufigste Komplikation bei einem Piercing ist grundsätzlich die Gefahr einer Entzündung. Daher gibt es einige Dinge zu beachten, um diese zu verhindern.

Tipps zur Heilung und Pflege:

Je nachdem, um welches Piercing es sich handelt, dauert die Heilungszeit zwischen drei Wochen und drei Monaten. Mit der richtigen Pflege kannst Du diese beschleunigen und verhindern, dass sich Dein Piercing entzündet.

Sorge vor allen Dingen für eine gründliche Hygiene und vermeide es, die Wunde übermäßig zu reizen.

  1. Berühre das Piercing so wenig wie möglich und wenn, dann ausschließlich mit sauberen Händen.
  2. Säubere und desinfiziere Dein Piercing in den ersten Tagen mehrmals täglich.
  3. Schütze Dein frisches Piercing vor Schmutz. Dazu gehören auch Fussel und Flusen, Make up, Puder oder Zigarettenrauch.
  4. Achte darauf, nirgendwo anzustoßen oder dass Deine Haare daran hängenbleiben.
  5. Gehe in der ersten Zeit nicht Schwimmen oder in die Sauna. An diesen Orten herrscht eine erhöhte Infektionsgefahr.
  6. Vermeide übermäßigen Alkoholgenuss und Drogen. Dein Immunsystem ist gerade anderweitig beschäftigt.
  7. Achte darauf, dass Du keinen Druck auf das Piercing ausübst, zum Beispiel beim Schlafen.

Wenn sich Dein Piercing entzündet hat, sollte sich Dein Piercer oder ein Arzt die Wunde anschauen und das weitere Vorgehen mit Dir besprechen. Im schlimmsten Fall musst Du den Schmuck entfernen, aber nicht immer ist dies der einzige Weg.

Eine weitere häufige Komplikation bei Piercings ist entstehendes Wildfleisch. Die Wucherungen sind harmlos, aber unschön. Berate Dich auch hier mit Deinem Piercer, damit er Dir Tipps zur Abhilfe geben kann.

Nasenpiercing kaufen - Der richtige Schmuck

Wenn das Stechen gut verlaufen und Dein Nasenpiercing richtig verheilt ist, kommt der große Moment: Das Kaufen des passenden Schmuckstückes. Hier hast Du tatsächlich die Qual der Wahl. Ein Nasenring aus Gold oder ein Nasenpiercing aus Silber, mit Schmucksteinen oder in ausgefallenen Formen, schlicht oder aufwändig verziert - die Auswahl an tollen Schmuckstücken für Nasenpiercings ist wirklich riesig.

Fake Piercings

Solltest Du Dich am Ende doch nicht zu einen "echten" Piercing durchringen können, bleibt Dir noch die Möglichkeit eines Fake Piercings. Gerade Septum Schmuckstücke bieten sich hier an. Sie sehen aus wie richtige Septum Ringe, werden jedoch vorsichtig in die Nasenscheidewand geklemmt. So erhältst Du einen täuschend echten Piercing Look - ganz ohne Schmerzen.

Bürgerreporter:in:

Heike Amsel aus Berlin

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