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Bloße Zelle, Große Sohl, Wilhelm Raabe und Roter Fuchs

(Foto: Dieter Ludewig)
 

Die Samstagswandergruppe vom Kneippverein Barsinghausen im Hils unterwegs

Der Hils, als ein sehr waldreicher Mittelgebirgszug im Leinebergland in den Landkreisen Holzminden, Hildesheim und Northeim war Ziel der 31 Wanderer vom Kneippverein Barsinghausen.
Start der gut 14 km langen Wanderung war der kleine Parkplatz am Ende der Hüttenstraße in Holzen, ein kleiner Ort in der Samtgemeinde Eschershausen. Schon gleich konnte der erste Kletterfelsen links der Forststraße bestaunt werden. An den im Wald rechts und links liegenden Wochenendhäusern vorbei, wanderte die Gruppe im Tal der Ruthe nun immer weiter bergan. Die Ruthe, hier kurz vor der Quelle nur ein kleines Rinnsal, schafft es aber zu einem Flüsschen anzuwachsen und bei Scharfoldendorf in die Lenne zu münden. Etwas später sind schon die Ithwiesen links des Weges zu erkennen. Die Ihwiesen, ein ausgewiesenes 260 Hektar großes Naturschutzgebiet, bestehen fast auschließlich aus Grünland mit kleinen Hecken.
Nach Passieren des Wegedreieckes „Drei Kastanien“ führte der Weg noch eine Zeit oberhalb der Ithwiesen weiter, um dann in nordöstlicher Richtung zu wechseln. In einem Erlenbestand wird die Quelle der Saale passiert, die nach 31km bei Elze in die Leine mündet. Auch hier ist der Quellverlauf völlig mit Grünzeug und Büsche zugewachsen.
Die verdiente Rast legten die Wanderer nach Passieren der Wegekreuzung „Kleiner Stern“ bei den Sitzgruppen der Schutzhütte „Neue Köthe“ auf dem Borberg ein.
Dann wurde die Kondition gefordert: hieß es doch nun den Kammweg über die Kuppen der Bloßen Zelle und Große Sohl zu erreichen. Die Bloße Zelle ist mit 480,4m die höchste Erhebung des Hils und überagt mit 75,4m unseren heimischen Deister, auch der Große Sohl ist noch um 67m höher. Doch nach gut dreißig Minuten war auch dieser Anstieg von den geübten Wanderern bewältigt und der Kammweg mit dem Wilhelm-Raabe-Turm und Denkmal erreicht. Wilhelm Raabe wurde im nahen Eschershausen am 8. September 1831 geboren und durch seine gesellschaftskritischen Romane und Erzählung bekannt. Sein erster Roman -Die Chronik der Sperlingsgasse-, den er noch unter dem Pseudonym Jacob Corvinius in Berlin schrieb, soll auch sein größter schriftstellerischer Erfolg gewesen sein. Bekannt sind auch die Werke -Der Hungerpastor (oft Pflichtlektüre in der Schule), - Stopfkuchen, - Der Schüdderump-, und noch viele andere.
Hier oben auf dem Großen Sohl konnte die Gruppe schon die Vorboten des Sturmtiefs Herwart reichlich spüren, was jedoch einige Unentwegte nicht davon abhalten konnte, den fünfzehn Meter hohen Wilhelm-Raabe-Turm zu besteigen.
Nach einer halben Stunde war auch das Waldrestaurant Roter Fuchs erreicht und die Gruppe konnte bei leckeren vorbestellten Speisen ausgiebig die Mittagsrast geniessen.
Der Rückweg zu den Autos führte zuerst über schmalen Waldpfad auf dem sogenannten Ameisenweg und später auf breitem Forstweg direkt zurück. Alle Wanderer waren froh, diese Wanderung ohne Regen überstanden zu haben, der Wetterbericht am Morgen war eigentlich anderer Meinung gewesen.
Karl-Heinz Pfennig

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