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Göttinger Luftretter fliegen 732 Einsätze

Christoph 44 am Universitäts-Klinikum Göttingen
 
Christoph 44 beim Landeanflug am Universitäts-Klinikum Göttingen
Halbjahresbilanz der DRF Luftrettung

Göttingen. Ein Auto kommt ins Schleudern und kollidiert mit einem Baum, die Fahrerin wird schwer verletzt. Ein Mann hat plötzlich starke Schmerzen in der Brust und Atemnot – im Notfall zählt jede Minute. 732-mal starteten die Göttinger Besatzungen der DRF Luftrettung im ersten Halbjahr 2013, um Menschen in Not schnelle medizinische Hilfe zu leisten (Januar bis Juni 2012: 739 Einsätze).
„Gerade wenn ein Patient sehr schnell ärztliche Hilfe benötigt, zum Beispiel bei einem Herzinfarkt oder Schlaganfall, bringt der Hubschrauber einen entscheidenden Zeitvorteil“, unterstreicht Karl-Heinz Weichert, Pilot an Bord von „Christoph 44“, die Vorteile der Luftrettung. „Auffallend im ersten Halbjahr waren die vielen Glatteisunfälle, zu denen wir gerufen wurden. Bis weit ins Jahr hinein verunglückten Menschen zu Fuß oder mit dem Auto und benötigten schnelle medizinische Hilfe. Als es dann wärmer wurde gab es vermehrt Freizeitunfälle, zum Beispiel mit dem Fahrrad oder beim Grillen.“
Der mit einem Piloten, einem Notarzt und einem Rettungsassistenten besetzte Hubschrauber der DRF Luftrettung ist täglich von 7.00 Uhr morgens bis Sonnenuntergang einsatzbereit. „Christoph 44“ wird in den Landkreisen Göttingen, Northeim, Osterode/Harz sowie Kassel, Holzminden, Höxter, Eichsfeld und Werra Meißner angefordert. Einsatzorte in einem Umkreis von 60 Kilometern kann er in maximal 15 Minuten erreichen.

Aus dem Einsatzalltag von „Christoph 44“

Im Januar wurde „Christoph 44“ zu einem Waldarbeiter alarmiert. Dieser hatte sich bei der Arbeit schwere Gesichtsverletzung zugezogen, war aber noch in der Lage, mit seinem Mobiltelefon Hilfe zu rufen. Der Einsatzort befand sich auf einer Kuppe im Waldgebiet Neuseesen bei Witzenhausen und war mit dem Rettungswagen nicht erreichbar. Nur wenige Minuten nach der Alarmierung landete „Christoph 44“ als erstes Rettungsmittel in der Nähe des Unfallorts. Sofort eilte die medizinische Besatzung durch den tiefen Schnee zu dem Forstarbeiter. Die Hubschraubernotärztin verabreichte ihm Medikamente zur Kreislaufstabilisierung und gegen die Schmerzen und versorgte seine Verletzungen. Da zudem der Verdacht bestand, dass die Halswirbelsäule verletzt sein könnte, erhielt der Patient eine Halskrause. Mit tatkräftiger Hilfe des bodengebundenen Rettungsdienstes und des Technischen Hilfswerks wurde er anschließend über das unwegsame Gelände zum Hubschrauber gebracht und in die Göttinger Universitätsklinik geflogen.

40 Jahre DRF Luftrettung

Die DRF Luftrettung blickt in diesem Jahr auf ihr 40-jähriges Einsatzjubiläum zurück: Im März 1973 startete der erste Hubschrauber der DRF Luftrettung von Stuttgart aus, um bei einem Verkehrsunfall schnelle medizinische Hilfe zu bringen. Heute setzt die DRF Luftrettung an 31 Stationen in Deutschland, Österreich und Dänemark Hubschrauber für die Notfallrettung und für dringende Transporte von Intensivpatienten zwischen Kliniken ein, an acht Stationen sogar rund um die Uhr. Darüber hinaus setzt die DRF Luftrettung Ambulanzflugzeuge für die weltweite Rückholung von Patienten ein. Insgesamt hat sie in den vergangenen 40 Jahren bereits über 700.000 Rettungseinsätze geleistet.
In Deutschland hat jeder Betroffene Anspruch auf den Einsatz eines Rettungshubschraubers, wenn dies medizinisch erforderlich ist. Während im bodengebundenen Rettungsdienst nach Einsatzpauschalen vergütet wird, werden Luftrettungseinsätze mit den Krankenkassen nach geleisteten Flugminuten abgerechnet. Diese Erstattungen decken im bundesweiten Durchschnitt nur die Kosten der Grundversorgung. Investitionen in moderne Hubschrauber, neueste medizintechnische Geräte und spezielle Fortbildungen muss die DRF Luftrettung selbst tragen. Zur Finanzierung ihrer Arbeit ist die gemeinnützig tätige Organisation deshalb auf die Unterstützung von Förderern und Spendern angewiesen. Mehr Informationen online unter www.drf-luftrettung.de oder www.facebook.com/drfluftrettung

Fotos: Archiv Bernd Jackisch
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