Wachsen – und dann weichen?

Seit Jahrzehnten stehen Landwirte unter Druck: Die meisten Ausbilder und Fachberater, Politiker, Tierzuchtinstitute, Wirtschaftswissenschaftler und nicht zuletzt Futtermittelhändler und Stallbauspezialisten hatten nur eine Botschaft: „Wachsen oder weichen!“
Das Wachsen ist gelungen: Kühe geben heute irre Milchmengen. Der saloppe Spruch „Nur Geduld – aus Gras wird Milch!“ gilt schon lange nicht mehr; heute heißt es: „Tempo, Tempo: Soja macht Rekorde!“
Die gewachsenen Superbetriebe mit den Superfutter fressenden Superkühen in den Superställen samt Supercomputer-Melkrobotern freuten sich, bei Abschaffung der Milchmengenquote auf den Weltmarkt, auf chinesische, russische und afrikanische Kunden: „Nur die Wachstumsverweigerer werden scheitern und eben weichen müssen“, war man sich sicher.
Nun kommen auch die Gewachsenen in Schwierigkeiten: Der Weltmarkt braucht die viele Milch nicht immer. Zudem sind im Vergleich zu den Betrieben in USA und Neuseeland europäische Großbetriebe eher klein. Weiter wachsen und erst später (nach TTIP) weichen?
Ich meine, dass jetzt endlich die Devise geändert werden muss: Weniger Menge – dafür mehr Qualität für Tiere, Landschaft, Klima und Menschen. Ich bin für eine existenzsichernde und faire Bezahlung der Landwirte – auch aus der Steuerkasse - wenn solche Qualitäten garantiert werden. Qualität bieten und bleiben!

Bernhard G. Suttner, ÖDP
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Wolfgang H. Zerulla aus Burgwedel | 09.06.2016 | 23:40  
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