Bei Diabetes auf die Zähne achten

Gesunde Zähne, bessere Zuckerwerte - gute Zahnpflege wirkt sich auch positiv auf den Stoffwechsel aus. (Foto: Initiative proDente e.V. Köln)
 
Gute Zahnpflege - Das A und O für die Gesundheit des gesamten Körpers (Foto: Initiative proDente e.V. Köln)

Was viele nicht wissen: Diabetiker leiden häufiger unter Parodontitis. Die chronische Zahnbettentzündung kann die Zuckerwerte verschlechtern. Wer gut putzt, beugt vor – wichtig sind außerdem regelmäßige Kontrollbesuche beim Zahnarzt, am besten vierteljährlich.

Nicht nur zu viel Zucker im Essen schadet den Zähnen. Auch zu viel Zucker im Blut gefährdet die Mundgesundheit: Zwischen Diabetes und Parodontitis besteht eine unheilvolle Wechselwirkung.

Diabetes geht aufs Zahnfleisch


Ist der Blutzuckerspiegel über längere Zeiträume erhöht, leidet das Zahnfleisch – es wird schlechter durchblutet, seine Widerstandskraft gegenüber Infektionen sinkt. Parodontitisbakterien können deshalb bei Diabetikern sehr viel eher eine schwere Zahnbettentzündung hervorrufen. Typische Symptome sind geschwollenes und gerötetes Zahnfleisch, empfindliche Zahnhälse, unangenehmer Mundgeruch sowie Zahnfleischbluten – beim Zähneputzen oder auch beim Kauen.

Zahnfleisch entzündet – Zuckerspiegel erhöht


Wenn Diabetiker an Parodontitis erkranken, bedroht das nicht nur die Mundgesundheit – die Entzündung des Zahnbetts wirkt sich auch ungünstig auf die Blutzuckerwerte aus. Denn aufgrund der chronischen Infektion schüttet das Immunsystem bestimmte Entzündungsbotenstoffe aus, die spezialisierte Abwehrzellen in den Kampf gegen die Parodontitiskeime schicken. Diese Botenstoffe haben aber einen nachteiligenNebeneffekt: Sie hemmen die Aktivität des körpereigenen Hormons Insulin.
Dass ihr Insulin optimal wirkt, ist jedoch für Diabetiker ganz entscheidend. Denn
das Hormon sorgt dafür, dass die Zellen den Blutzucker richtig verwerten können. Wird die Insulinwirkung gehemmt, verbleiben mehr Zuckermoleküle im Blut – die Zuckerwerte steigen. Außerdem neigt der Zuckerspiegel zu stärkeren Schwankungen. Insgesamt erhöht sich bei bestehender Parodontitis das Risiko für Diabetes-Folgeerkrankungen wie Nervenschäden, Nierenversagen oder Herzprobleme.

Öfter zum Zahnarzt


Falls Zuckerpatienten unter einer schweren Zahnbettentzündung leiden, verbessert eine effektive Behandlung durch den Zahnarzt in Kombination mit guter häuslicher Mundhygiene nicht nur die Mundgesundheit, sondern auch die Stoffwechselsituation: Das Insulin wirkt wieder besser, die Blutzuckerwerte sinken.
Diabetiker sollten deshalb nicht nur den Hausarzt regelmäßig aufsuchen, sondern
auch den Zahnarzt – und ihn unbedingt über ihre Zuckererkrankung informieren!
Wegen des erhöhten Risikos vereinbaren Diabetiker am besten vierteljährlich einen Kontrolltermin in der Praxis. Zur optimalen Vorsorge empfiehlt es sich außerdem, zweimal pro Jahr eine professionelle Zahnreinigung durchführen zu lassen.

Parodontitis-Ratgeber für Diabetiker


Wie die beiden Erkrankungen Diabetes und Parodontitis zusammenhängen und was Zuckerpatienten tun können, um ihr Gesundheitsrisiko zu verringern, erklärt der Patienten-Ratgeber „Parodontitis & Diabetes“. Er kann kostenlos von der Website der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie heruntergeladen werden:
www.dgparo.de/media/download-540720dae019b.


Quelle dieses Textes:
Lückenlos
Das Patientenmagazin der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen
Ausgabe Oktober, November, Dezember


Quelle des Bildes
Initiative proDente e.V. Köln
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