Soest: Auszeichnung für kluge Köpfe der Fachhochschule

Mit guten Ideen und einer kundigen Präsentation nach vorn: Angehende Ingenieure nahmen gestern den Konstruktionspreis entgegen. Sieger des Tages: Fabian Ackfeld (ganz links), Florian Altmann (vorne links) und Pattima Tonish (neben Fabian Ackfeld). (Foto: Soester Anzeiger)
 
Alles auf dem Laptop: Die Soester Maschinenbaustudenten Claas Nowak, Markus Auer, Christian Wolfförster, Alexander Schäfer und Nils Fischer (v. l.) haben eine komplette Halle mit einer Zerkleinerungsanlage konstruiert.
Soest: Campus | Innovation

Die komplette Kompakt-Lösung soll’s sein!
Wie werden Kundenwünsche wahr?
Vor dieser Frage standen die Maschinenbau-Studenten der Fachhochschule Südwestfalen, die antraten, um den begehrten „Soester Konstruktionspreis“ zu bekommen.

Sie alle wussten:
Wer hier punkten und ganz vorn landen will, der muss ein griffiges Konzept vorlegen.

"Eine Art Unternehmens-Simulation“, so beschreibt Prof. Dr. Reinhard Spörer die Aufgabe, die die Fünftsemester mit ihrem Wissen und mit pfiffigen Ideen lösten, so wie im wahren Leben.

Sie bewarben sich um den Kontruktionspreis zum Bau von Apparaten und Anlagen – und sammelten Erfahrungen und Eindrücke, die ihnen in der weiteren Laufbahn sehr zupass kommen dürften. Was möchte der Kunde? Worauf legt er Wert? Was passt zu seinem Betrieb?

„Technisch sauber durchgeplant“, unterstreicht Spörer, was den Beitrag des Teams auszeichnet, das strahlend die Gratulationen sowie den Geldpreis für den ersten Platz entgegennahm. Hier sei es auch gelungen, den Mittelweg zwischen „einfach“ und „kompliziert“ zu finden. Das freut die Leute von „Tonishiwa“ mit Fabian Ackfeld, Florian Altmann und Pattima Tonish, die Sieger des Tages.

Jury aus der Industrie

Die Jury, die den angehenden Ingenieuren aufmerksam zuhörte, zeigte sich angetan von den fundierten und kundigen Präsentationen, in die die Ergebnisse monatelanger Arbeit einflossen: „Alles auf hohem Niveau.“ Gar nicht so leicht, bei dem hervorragenden Starterfeld über die einzelnen Ränge zu entscheiden.

„Effektive Mischung von Granulaten für Futterstoffe“, so lautete kurz und knapp das Thema. Und darum ging’s: Angenommen, Futtermittel werden in zwei Sorten und Zuständen angeliefert, und zwar in Tonnen und Säcken.

Das Gut soll vermengt und in Bigbags verpackt werden, und das alles in einer Halle, die über Sozialräume verfügt und in der natürlich auch auf die Unfallverhütungsvorschriften geachtet werden muss.

Ausbildung für die Praxis

Eine praxisnahe Herausforderung für die Studenten, der sie sich mit Eifer und Einsatzfreude widmeten. Dabei kam es unter anderem darauf an, als Gruppe gemeinsam ein Konzept zu entwickeln und nicht allein für sich im stillen Kämmerlein zu tüfteln.

Gleich sechs Preise gab es zu holen, denn die Jury beurteilte beispielsweise, welcher Vorschlag wohl am Markt am besten ankommen würde – dafür verlieh sie den „Sales Award“. Welcher Entwurf könnte sich auf dem Weltmarkt bewähren? Und was spricht bei aller gut funktionierenden Technik auch optisch an? Diese Fragen flossen gestern in die Bewertungen ein. Als kleinen Ansporn nahmen übrigens alle Bewerber eine der goldglänzenden Skulpturen entgegen, das ist ihr ganz persönlicher „Oscar“.

Zum Originalbeitrag im Soester Anzeiger.

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Bericht vom "Konstruktionspreis 2009":

Bis auf den letzten Drücker

Wie Salzkottener Studenten an der FH Soest den Konstruktions-Oskar gewinnen


Salzkotten. Ob Homer Simpson als Gabelstaplerfahrer ihnen den Konstruktions-Oskar der Fachhochschule Soest einbrachte, hat Professor Reinhard Spörer (Top-Ten-Prof des Jahres 2008) seinen Maschinenbau-Studenten nicht verraten. Doch mit der beliebten Comic-Figur haben die Jungs aus Salzkotten, Thüle, Verne und Geseke ein technologielastige Semesterarbeit so aufgelockert, dass nicht nur ihr Dozent beeindruckt war.

Eine Anlage, die Lastwagen-Reifen zerkleinert und recycelt, sollten die Studenten der Fachhochschule in nur drei Monaten am Computer zu erstellen. "Unser Ziel war es, eine in Konstruktion und Betrieb effiziente Anlage zu gestalten", sagt Alexander Schäfer.

Doch bevor sich die Studenten mit dem Programmieren der 3-D-Simulation und Zeichnen der Maschinen beginnen konnten, war viel Vorplanung nötig. "Zunächst erstellt man ein Fließbild, in dem jeder Schritt des Arbeitsprozesses abgebildet wird", erläutert Markus Auer. Darauf ist später zu lesen, dass die Lastwagen-Reifen zuerst in ein Lager kommen und dann zu einer ersten Zerkleinerungsmaschine transportiert werden.

Auch Anleitung und Sicherheitshinweise gehören dazu

Auch eine Siebmaschine, eine Materialtrennung und eine Feinzerkleinerung müssen eingebaut werden. Später gilt es, die richtigen Maschinen zu konstruieren, die nach unter anderem Kosten, Energiebedarf, Bedien- und Wartungsaufwand und Lärmemission bewertet werden. Zudem verfassten die Studenten eine Bedienungsanleitung und Sicherheitshinweise.

Die genaue Planung war ein Teil des Erfolgs gegenüber den 28 Mitbewerbern. "Andere haben gleich mit dem Zeichnen angefangen und merkten dann, dass beispielsweise die Wege für die Förderbänder sehr lang sind", berichtet Auer.

Auch wenn die Anlage von der Jury als sehr praxistauglich gelobt wurde, war nicht alles ganz realitätsnah. "Normalerweise haben Projektplaner dafür ungefähr zwei Jahre Zeit. Wir nur drei Monate, zumal wir nebenbei ja noch studieren", beschreibt Alexander Schäfer ein ernstes Problem. Doch mit genug Pizza und Getränken für die vielen Nachtsitzungen schaffte die Gruppe diese Hürde, wenn auch auf den letzten Drücker. "Wir haben noch bis fünf Minuten vor Schluss an der Präsentation gearbeitet", berichtet Auer.

Und weil sie diese nicht vorher ausprobieren konnten, ging natürlich einiges schief. So ließ sich das aufwändige Video nicht abspielen. "Glücklicherweise hatten wir auch einzelne Sequenzen vorbereitet, die wir ersatzweise eingespielt haben", erinnert sich Auer. So sei die ärgerliche Panne gar nicht weiter aufgefallen. Zumal es der Jury, in der neben Professor Spörer mit Anke Bell und Abteilungsleiter Günter Kruschinski auch Vertreter des Dortmunder Unternehmens Manpower Professional saßen, auf eine kundenwirksame Präsentation ankam. Weil sie die einzige Gruppe waren, die in Anzug und Sakko auftrat, haben sie auch in diesem Punkt überzeugt.

Und Gabelstaplerfahrer Homer Simpson? Der sollte nicht nur ein Gag sein, sondern auch die Größenverhältnisse demonstrieren, beteuern die Studenten. Ein bisschen sind sie ihm aber auch ähnlich.
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