Frühlingsflora an der Amper in Olching – Was uns in diesen Tagen erfreut

  Noch bevor Sträucher und Bäume ihr Laub entwickeln, schießen die Pflanzen der Krautschicht aus dem mit Laub bedeckten Boden hervor. Die noch unbeschatteten Frühblüher nutzen die wärmenden Sonnenstrahlen des sich ankündigenden Frühlings somit voll aus. Rasch entfalten sie ihre Blüten um Bestäuberinsekten anzulocken und ihren Samen auszubilden. Das Frühlingsscharbockskraut hat es in dieser Hinsicht besonders eilig, denn bereits im Mai vertrocknen seine Blätter und die Pflanze zieht sich in ihre unterirdischen, kleinen Knollen zurück, verharrt dort, bis sie im nächsten Jahr die warmen Frühlingsstrahlen wieder ans Tagelicht empor treiben und somit das Spiel unermüdlich von vorne beginnt.

Zu den ersten Frühlingsblühern hier im Amperwald gehören die Buschwindröschen (Anemone nemerosa). Es liebt lockeren und mulchreichen Laubwaldboden. Da es feuchte Standorte bevorzugt, ist diese Pflanze häufig an der Uferböschung anzutreffen. Seine weißen Blüten sind wahre Sonnenscheinanzeiger, denn sie richten ihr Köpfchen immer nach dem Stand der Sonne aus. Bei trübem Wetter hängen die Blüten zum Boden gerichtet. Und weht auch nur ein leichter Wind, baumeln die weißen Blütensterne lustig hin und her, was ihnen ihren deutschen Namen „Windröschen“ gab. Neben dem weißblühenden Buschwindröschen finden wir häufig auch die gelbe Variante, Anemone ranunculoides, die einen weit aus höheren Anteil des Giftes Anemonin enthält.
Ebenfalls eine Pflanze feuchter Standorte ist das bereits erwähnte, kurzweilige Frühlingsscharbockskraut (Ficaria verna), das sich gleich nach seiner Blüte und der Samenbildung wieder in seine unterirdischen Knöllchen zurückzieht. Scharbockskraut enthält einen hohen Anteil an Vitamin C. Darum wussten bereits unsere Vorfahren und sammelten das erste Grün, um Vitamin-C-Mangel vorzubeugen. Bei Skorbut, auch „Scharbock“ genannt, fand es rege Anwendung. Aber Vorsicht! Unbedingt vor der Blüte sammeln, da sich mit Entwicklung der Blüte auch Giftstoffe anreichern, die folglich keine heilende Wirkung versprechen.
Der Huflattich (Tussilago farfara), ein mit knallgelber Blüte recht auffälliger Geselle, erscheint als einer der ersten Frühlingsanzeiger. Er schießt zuerst nur mit seinen Blütenstengeln in die Höhe; erst nach dem Reifen der Samen folgen seine Blätter aus dem Boden. Die Blätter des Huflattichs sind an ihrer Unterseite weiß befilzt, was ihn befähigt, sich auch an trockenen Standorten wie blanken Kiesflächen auszubreiten. Ein aus Huflattichblüten zubereiteter Tee, dem sagt man schleimlösende und lindernde Wirkung bei Atemwegserkrankungen nach.
Das Leberblümchen (Hepatica triloba) mag es eher etwas trockener. Seine Blütenfarbe ist in der Regel blau, jedoch findet man auch hier und da ein Exemplar mit einer rosa Einfärbung. Interessant ist, dass die Blüte noch während der Blühphase zur doppelten Größe weiter wächst. Auch hier folgt das frische Laub erst nach der Blühphase. Die dreilappige Form erinnert an eine Leber, weshalb man dieser Pflanze heilende Wirkung jenem Organ zusprach. Das Leberblümchen zählt zu den besonders geschützten Pflanzen und wurde im 2013 zur Blume des Jahres ernannt.
Der Hohle Lerchensporn (Corydalis cava), hat seinen Beinamen von seiner Knolle erhalten, die zur Blütezeit innen hohl ist. „Die längliche Blüte bewahrt ihren Nektar im Sporn auf und nur größeren Insekten gelingt es, durch ihr Gewicht den Mechanismus zu öffnen. Mit ihren langen Rüsseln können sie so an den Nektar gelangen und bestäuben die Blüte. Die Erdhummel aber beißt den Sporn seitlich auf, um so an den begehrten Nektar zu kommen, ohne dabei eine Bestäubung durchzuführen. Ist einmal ein solches Loch gebissen, so bedienen sich auch andere Insekten wie die Honigbiene dieser einfach zu erlangenden Nahrungsquelle.“ (Zitat: Armin Steinhauser) Bei der Verbreitung der kleinen, harten und glänzenden Samen sind in erster Linie die Ameisen verantwortlich.
Auch die Veilchen sind längst da. In Deutschland gibt es an die sechzehn Arten. Am bekanntesten ist das Wohlriechende Veilchen (Viola odorata), auch Duftveilchen genannt. Es hat eine schöne, kräftige, violette Färbung und eben diesen typischen Duft. Das Hundsveilchen (Viola canina), hat eine blass hellblaue Farbe und ist duftlos.
Schon seltener ist der Wald-Goldstern (Gagea lutea) anzutreffen. Er ist recht unscheinbar und macht auch nur während seiner Blütezeit mit seinen leuchtend gelben Sternen auf sich aufmerksam. Da die Unterseite der Blütenblätter wie die der Laubblätter grün gefärbt ist, kann man die Blume bei schlechtem Wetter – die Blüte schließt sich - kaum ausmachen.

Fortsetzung folgt – ergänzende Bilder ebenso

(Quelle und empfehlenswerte Lektüre: Das Emmeringer Hölzl von Armin Steinhauser aus dem Jahr 1982)
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1 Kommentar
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Emo Schuschnig aus Eichenau | 26.03.2014 | 21:33  
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