"Neusäß verfügt über eine sehr gesunde Infrastruktur" - Interview mit Helmut Dotterweich von der Aktionsgemeinschaft Neusäß

Helmut Dotterweich von der Aktionsgemeinschaft Neusäß (Foto: Helmut Dotterweich)
mh bayern: Das Jahr 2013 befindet sich in den Endzügen: War es aus wirtschaftlicher Sicht ein gutes Jahr für Neusäß?

Helmut Dotterweich: Wirtschaftlich gesehen ist Neusäß kein Ort der Glückseligkeit und wird aus diesem Grunde von den gleichen Faktoren geprägt, sei es positiv oder negativ, wie auch der gesamte schwäbische bzw. bayerische Wirtschaftsraum. Meiner Meinung nach hat man aber das Zeitfenster vor und nach der Bundestagswahl mit einem etwas zurückgehaltenen Konsumverhalten bemerkt, was aber nichts Außergewöhnliches darstellt.
Da wir wirtschaftlich die letzten Jahre ein sehr positives Klima verzeichnen konnten, sind wir alle etwas erfolgsverwöhnt und sollten eine Stagnation nicht immer als negativ beurteilen.

mh bayern: Vor einigen Monaten wurde die Homepage der Aktionsgemeinschaft Neusäß von der Agentur südseite überarbeitet. Auf der Internetseite steht, dass die Agentur sich auf „kreative Herausforderungen mit der AN“ freut. Worauf darf man gespannt sein?

Helmut Dotterweich: Die Agentur südseite hat selbstverständlich viele Kunden neben der Aktionsgemeinschaft Neusäß. Wir als Vorstände sind aber sehr froh, dass wir über die Agentur südseite verbunden mit deren kreativen Ideen sowohl unsere Öffentlichkeitsarbeit als auch die Umsetzung und Planung von Aktivitäten mit einer profesionellen Handschrift versehen können. Die Agentur südseite steht uns mit ihrem Ideenreichtum und Kontakten beratend und helfend zur Seite.

mh bayern: Auch das Logo der Aktionsgemeinschaft wurde im Zuge der Zusammenarbeit mit südseite überarbeitet. Wie kam es zu dieser Idee?

Helmut Dotterweich: Es hat sich für uns angeboten, nachdem die Agentur südseite sich als Mitgliedsfirma der Aktionsgemeinschaft Neusäß angeschlossen hat, unser Logo überarbeiten zu lassen. Mit ein Grund war auch, dass wir unser Logo anlässlich des 25-jährigen Stadtjubiläums an einen neuen Zeitgeist angleichen wollten und die Aufgabenstellung das Logo in Aktivitäten mit einzubinden, wurde von der Werbeagentur südseite perfekt umgesetzt.

mh bayern: In der Augsburger Innenstadt einzukaufen ist momentan aufgrund der vielen Baustellen kein Vergnügen. Bleiben daher Kunden aus Neusäß eher in ihrem Heimatort oder zieht es auch Kunden von außerhalb nach Neusäß? Fürchten Sie, dass Neusässer Kunden nach Abschluss der Bauarbeiten zum Einkaufen nach Augsburg abwandern könnten?

Helmut Dotterweich: Das Einkaufsverhalten der Neusässer Kunden lässt sich von der Großbaustelle Augsburg her meiner Meinung nach nicht groß beeinflussen. Ich denke eher, dass sich innerhalb von Augsburg die Konsumschwerpunkte Richtung City-Galerie bewegt haben und dass sich nach Fertigstellung der „Baustelle Innenstadt“ die Geschäftswelt wieder neu polarisieren wird. Sicherlich können dann einige Kunden, vielleicht auch aus Neugierde, mal einen Einkaufsversuch in Augsburg wagen, aber was in Augsburg nach wie vor ein Problem bleiben wird, ist die katastrophale Parksituation verbunden mit den hohen Parkhausgebühren. Da Neusäß über eine sehr gesunde Infrastruktur verfügt, sehe ich in dieser Hinsicht keine Probleme.

mh bayern: Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft: Wie beurteilen Sie aus Sicht des Neusässer Einzelhandels die Entwicklung des Gewerbegebiets Stadtbergen/Steppach?

Helmut Dotterweich: Das Einkaufverhalten von vielen Kunden wird auf der einen Seite vom Angebot des Einzelhandels verbunden mit der Möglichkeit des Parkens am besten vor der Haustüre gekoppelt. Die Erschließung neuer Gewerbegebiete forcieren diesen Komfort in jeder Hinsicht und je leichter ein Kunde von Geschäft zu Geschäft fahren kann um Sortimente, Angebote oder Preise zu vergleichen, desto eher wird diese Gelegenheit genutzt und aus diesem Grunde sehe ich schon die Möglichkeit einer Marktbelebung, auch wenn sich die Konkurrenzsituation in manchen Branchen vergrößert hat.

mh bayern: In Neusäß-Nord erfolgte im März der Spatenstich für das neue Gewerbegebiet? Was wünschen Sie sich für dessen Entwicklung?

Helmut Dotterweich: Natürlich wünschen wir uns aus der Vorstandschaft für unsere Mitglieder eine positive wirtschaftliche Entwicklung für unser Neusässer Stadtgebiet. Durch die Erschließung eines neuen Gewerbegebietes mit der Niederlassung neuer Geschäfte verbindet man auch den Zuzug der dort beschäftigten Arbeitnehmer und deren Familien. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass diese Familien ihren Lebensbedarf auch möglichst heimatnah abdecken und damit bekommen wir auch mehr Leben in unser schönes Neusäß.

mh bayern: Bereits im Jahrbuchinterview 2012 fragte ich Sie nach der Meinung der Aktionsgemeinschaft zur Stadtmitteentwicklung, die damals noch am Anfang stand. Ein Jahr und einige Baufortschritte später erneut meine Frage an Sie: Gibt es von Seiten der Einzelhändler spezielle Wünsche in Sachen Stadtmitteentwicklung?

Helmut Dotterweich: Was die Entwicklung der Stadtmitte angeht, sind dabei sehr viele politische, individuelle und wirtschaftliche Faktoren zu berücksichtigen. Ich nehme an, dass die Planungen teilweise intern geführt werden und sobald greifbare Ergebnisse vorhanden sind, werden diese in der Öffentlichkeit publik gemacht. Da die Stadt Neusäß im kommenden Jahr sowohl einen neuen Bürgermeister als auch den Stadtrat neu wählen wird, gehe ich davon aus, dass der nächste Innovations- bzw. Entwicklungsschub sich nach der Etablierung der Politiker für die neue Legislaturperiode einstellen wird.

mh bayern: Die Stadt Neusäß hatte 2013 ihr 25-jähriges Stadtjubiläum. Die Aktionsgemeinschaft feierte natürlich mit und organisierte ein Ochsenessen, von dessen Erlös die Schulspeisung an der Realschule unterstützt wird. Warum haben Sie sich gerade diesen Zweck ausgesucht?

Helmut Dotterweich: Wenn man genau hinschaut, gibt es natürlich sehr viele soziale Projekte, die es wert sind, gefördert zu werden. Warum wir uns speziell für dieses Projekt entschieden haben liegt darin, dass einige Mitglieder von der Notwendigkeit der Schulspeisung und deren finanziellen Problematik erfahren haben und wir uns aus einem „Bauchgefühl heraus“ für diese Sache entschieden haben.

mh bayern: Apropos Jubiläum: Die Aktionsgemeinschaft wird im nächsten Jahr 30 Jahre alt. Wird das Jubiläum groß gefeiert?

Helmut Dotterweich: Für unser Jubiläumsjahr sind bereits einige Aktivitäten geplant. Dies betrifft zum einen öffentliches Sponsoring bzw. unsere Einbringung in einige Aktionen in Verbindung mit der Stadt Neusäß. Da wir aber auf einen gewissen Überraschungseffekt hoffen, bitte ich um Ihr Verständnis darüber zum jetzigen Zeitpunkt - auch auf Bitte meiner Vorstandskollegen hin - noch keine Auskunft zu erteilen.

mh bayern: Vielen Dank für das Interview!
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin neusässer | Erschienen am 23.12.2013
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