Bushidokai-Mitglieder reisen nach Japan

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5. Welt-Butoku Sai / 54. Japanische Butoku Sai

16.04. - 01.05.2016-





Nach 2008 und 2012 machte sich auch 2016 wieder eine Delegation aus dem Verband asiatischer Kampfkünste e.V. (hier Bushido-Kai, Budokan Saal e.V., SV Eitensheim, Ki-Shin-Kan, Seishin Shintai Kyokai Stade e.V. und Keikantai), sowie Verbandsmitglieder aus der Schweiz (Seishinkai), Italien (Scuola Italiabna Arti Marziali) und Frankreich (Shingitai Ryu) auf den langen Weg nach Japan, um dort an der Welt-Butoku-Sai der Dai Nippon Butoku Kai in Kyoto, im Butokuden, teilzunehmen.

Dieses Budo-Event findet alle 4 Jahre im "Mutterland" des Budo - und hier im Herzen, in Kyoto, statt. Austragungsort ist der Butokuden, das älteste Budogebäude dort. Diese nunmehr 5. Welt Butoku Sai und zugleich 54. Jubiläum der japanischen Butoku Sai zählt zu den herausragenden Veranstaltungen der Dai Nippon Butoku Kai. Jährlich werden Weltweit von dieser Veranstaltungen bzw. Seminare durchgeführt, entweder organisiert vom Honbu in Kyoto selbst (in diesem Fall wird der Name Butoku Sai verwendet), vom Vorstand der Internationalen Abteilung (hier handelt es sich um ein sog. Rensei Taikai) oder auch vom jeweiligen Länderbeauftragen selbst, im Zusammenwirken mit dem Honbu und Vorstand der Internationalen Abteilung (hier handelt es sich dann um ein Shibu Taikai) - so fand Ende 2015 in Osterburken das letzte Shibu Taikai der Germany Branch der DNBK unter der Leitung von Shihan Wolfgang Wimmer statt.

Zugleich wurde mit diesem Event gefeiert

  • 121jähriges Bestehen der DNBK

  • 1222jähriges Jubiläum der Stadt Kyoto und des Butokuden

  • 23jähriges Jubiläum der intern. Abteilung der DNBK und Eröffnung des Seiryuden des Shorenin


In der Woche vom 16.04. bis 24.04.16 verbrachte die deutsche und französische Delegation, beide angeführt von Wolfgang Wimmer, im Palace Side Hotel und unternahm hier in entspannter Athmosphäre Besichtigungstouren zu den wichtigsten bzw. bedeutensten Punkten in Kyoto, Nara und Hikone. Ein ausführlicher Bericht über diese Reisen mit vielen Hintergrundinfos und Bildern zu den einzelnen Örtlichkeiten kann hier nachgelesen werden.


Nachdem wir am 24. April von unserem "Sightseeing-Hotel", dem Palace Side, in das DNBK Hotel, dem Tokyo Hotel umgezogen waren, unternahmen wir gleich wieder eine Sightseeing Tour, zusammen mit unseren zwischenzeitlich im Hotel eingetroffenen Freunden aus Italien, um Kyoshi Pietro Paterna.

Es folgten Besichtigungen des Nishi Hongan Ji, To-Ji und Higashi Hongan-Ji.

Der Higashi Hongan-ji ist der jüngere der beiden Zwillingstempel des Hongan-ji, dessen massive Miei-do (Gründerhalle), bzw. dessen Haupttor oftmals das erste historische Gebäude ist, das Besucher, die vom Bahnhof in Kyoto nach Norden gehen, zu Gesicht bekommen. Er liegt im Stadtteil Shimogyo-ku. Der Higashi Hongan-ji ist der Haupttempel der Jodo-Shinshū-Sekte otani-ha, die aber zumeist nur unter dem Namen dieses Tempels firmiert. Er sieht dem Nishi Hongan-ji zum Verwechseln ähnlich, mit seiner Buddhahalle (Amida-do) und der größeren Gründerhalle. Die Miei-do des Higashi Hongan-ji in ihrer heutigen Form wurde 1895 errichtet und rühmt sich, das größte Holzgebäude der Welt zu sein. In einiger Entfernung vom Higashi Hongan-ji befindet sich der Garten Shosei-en, der im Besitz des Tempels ist. Der Dichter und Gelehrte Ishikawa Jozan und der Landschaftsarchitekt Kobori Enshū sollen die Anlage im 17. Jahrhundert beeinflusst haben. Für einige Verwirrung sorgte die 1987 erfolgte offizielle Umbenennung des Tempels in Shinshu Honbyo, oder Shinshu-Mausoleum. Er wird aber nach wie vor als Higashi Hongan-ji angesehen und bezeichnet. 1996 wurde ein neuer Higashi Hongan-ji in den Ostbergen Higashiyama von Kyoto durch Otani Korin, den 25. Abt der buddhistischen Sekte errichtet.

Der Nishi Hongan-ji ist der Haupttempel des Honganji-Zweiges der buddhistischen Jodo-Shinshu-Sekte. Sein formaler Tempelname (sango) ist Ryukokusan. Der Tempel liegt im Stadtbezirk Shimogyo-ku von Kyoto und gehört zum Weltkulturerbe der Stadt.

Nachdem Toyotomi Hideyoshi die Anhänger der Jodo-Shinshū-Richtung von ihrem Tempelberg in Osaka vertrieben hatte, bot er ihnen 1591 einen Platz in Kyoto an. Die ersten Gebäude gingen durch Brand verloren, so dass die heutige Anlage aus dem 17. Jahrhundert und danach stammt. Im Streit um die Nachfolge des Abtes stellte Tokugawa Ieyasu 1602 ein Grundstück für den Bau eines weiteren Hongan-ji in Kyoto zur Verfügung, der zur Unterscheidung Higashi Hongan-ji genannt wird. Als Kurzform sind Onishi und Ohigashi üblich, auch mit dem Zusatz "san" (für Berg = Tempel).

Betritt man die Tempelanlage über eine Brücke von Westen durch das Goeido-Tor, so hat man die große Goei-do (Gründerhalle) bzw. Daishido vor sich. Sie stammt aus dem Jahr 1636, ihre Front in Nordsüd-Richtung ist 62 m lang, ihre Tiefe beträgt 48 m, ihre Höhe 29 m. Das hohe Dach ist, wie üblich, als Fußwalmdach (Irimoya), ausgeführt. Zwischen dem Eingangstor und dem Gebäude befindet sich ein großer Ginkgo-Baum. Rechts, mit einem Gang verbunden, schießt sich die Amida-do (Amidahalle) bzw. Hondo an. Sie stammt aus dem Jahr 1760, ihre Front in Nordsüd-Richtung ist 45 m lang, ihre Tiefe beträgt 42 m, ihre Höhe 25 m. Das Gebäude hat ebenfalls ein Fußwalmdach. Dieser Bereich ist durch Eingangstor Amidado-mon zugänglich. In die Südmauer ist ein prächtiges Tor im chinesischen Stil (karamon) eingelassen, das aber nicht passierbar ist. Es soll von der Burg Fushimi hierher gebracht worden sein. Weil es so reich geschmückt ist, dass man es von morgens bis abends betrachten kann, hat es den Beinamen "Abendsonnen-Tor" (Hikure-mon)

Das große Abtquartier, das hier Daishoin genannt wird, schließt sich im Südwesten an die Gebetsstätten an. Es ist nicht öffentlich zugänglich. Die große Empfangshalle des Abtes (Taimenjo oder Ko-no-ma ist 203 Tatami groß, wobei der Raum stufenförmig drei Ebenen aufweist, gedan, jodan und jojodan genannt, wobei die oberste Stufe dem Abt vorbehalten ist. Zu dieser Halle gehören Wandregale (chigaidana), eine Studierecke (tsuke-shoin), die schnell zu öffnenden Seitentüren (chodai-gamae), alles zusammen ein hervorragendes Beispiel für den Shoin-Stil. Die Wandmalereien stammen von einem Vertreter der Kano-Schule, Watanabe Ryokei (+1645). Daneben gibt es hier noch verschiedene, weitere Räume, wie Raum der Spatzen, der Wilden Gänse, der Chrysanthemen, Studierzimmer Shiro-shoin, Studierzimmer Kuros-hoin und zweite No-Bühne.


Die nördliche No-Bühne stammt aus dem Jahr 1581 und wurde dem Tempel gestiftet. Sie ist die älteste erhaltene No-Bühne Japans und ist als Nationalschatz registriert. Von Shiro-shoin blickt man auf den kleinen Garten Tigerschlucht (Kokei no Niwa). Er ist im Kare-san-sui-Stil ausgeführt und benutzt den Giebel der Gründer-Halle als Berg in einer "geborgten Landschaft" shakkei. Auf den Garten blickt man vom östlichen Korridor, dessen Kastendecke mit emalten aufgeschlagenen Büchern dekoriert ist. In der Mitte des Korridors wacht eine gemalte Katze, um Mäusefraß zu verhindern. Tiger-Raum (Tora-no-ma) und 11 Wellen-Raum (Nami-no-ma) sind von Kano Eitoku ausgemalt.

Die kleine Gartenanlage Tekisuien im Südosten des Tempelbezirks beherbergt hinter einem Teich den dreistöckigen "Fliegende-Wolken-Pavillon" (Hiunkaku). Der Pavillon wurde ursprünglich für Hideyoshis Residenz Jurakudai in Kyoto erbaut, wo er vollständig von Wasser umgeben war. Er wurde wohl um 1610 hierher versetzt und ist auch hier von Wasser umgeben. Das Gebäude ist mit dünnen Schindeln (kokera-buki) gedeckt, wobei das Dach abwechslungsreich gestaltet ist mit verschiedene Giebel- und Dach-Formen wie kara-hafu, irimoya. Im Erdgeschoss befinden sich Räume wie Shokadono und Hakkei-no-ma, auch eine Anlegestelle für Boote und ein Dampfbad (Okakudai) ist vorhanden. Der zweite Stock wird vom "Poeten Raum" (Kasen-no-ma) eingenommen, der mit den 36 Poeten geschmückt ist. Die dritte Ebene wird vom Dachhäuschen Tekiseiro gebildet, von dem aus die Sterne betrachtet werden können. In dem Garten befindet sich in einer Ecke auch ein Glockenturm (shoro) des Tempels, etwas ungewöhnlich.

Nationalschätze: Zwei Bildrollen mit dem Begründer der Jodo-Schule Shinran und Begleiter. (Kamakura-Zeit) und Bildrolle der 36 Poeten (Heian-Zeit) Bedeutende Kulturgüter: Bildrollen, Schriftstücke und ein Bronzespiegel (Heian-Zeit).

Danach war noch etwas Zeit und wir suchten noch den To-Ji auf. Dieser (jap.: Ost-Tempel) bzw. Kyo-o Gokoku-ji ("Land beschützender Tempel des Königs der Lehre") ist ein buddhistischer Tempel und Haupttempel des To-ji-Zweigs der Shingon-shu. Die Studienhalle (Kodo) des To-ji beherbergt gegenwärtig die ältesten, noch erhaltenen Statuen des Shingon-Buddhismus in Japan. Die fünf-stöckige Pagode des Tempels, ein nationales Kulturgut, ist weithin in Kyoto sichtbar und ist mit einer Höhe von 57 Metern die größte Pagode in ganz Japan. Sie wurde in ihrer heutigen Form in der Edo-Zeit auf Befehl von Tokugawa Iemitsu 1644 wiederaufgebaut, wurde aber ursprünglich zwischen 877 und 888 errichtet.

Nachdem wir im Anschluß unsere Zimmer bezogen hatten, ersten Kontakt mit dem örtlichen DNBK Vertreter aufgenommen hatten, trafen wir uns abends in der Hotellobby zum Besprechen des nächsten Tages.

Die "DNBK-Woche" hatte vieles für uns parat - angefangen von Trainingsseminaren in den japanischen Budokünsten, zu Generalprobe der WBS/CIRT, Eröffnungszeremonie im Seiryuden des Ao-Fudou-Myoou, hieran beteiligt Wolfgang Wimmer mit einer Iaido-Vorführung, Heian-Shrine Zeremonie, der offiziellen Eröffnung der WBS in Gegenwart ihrer königlichen Hoheit, Prinzessin Akiko von Mikasa, dem anschließendem Dinner und der eigentlichen WBS, CIRT und Sayonnara-Dinner - für jeden der dabei war - unvergessliche Momente.

In Gegenwart ihrer königlichen Hoheit, Prinzessin Akiko von Mikasa erhielt Wolfgang Wimmer den "Outstanding Award" für dessen nunmehr 16jährige Tätigkeit als Repräsentant für Deutschland, aber auch aus den beiden Veranstaltungen, in welchen sich die Nation Deutschland jeweils präsentierte, ging die deutsche VAK-Delegation sehr erfolgreich hervor....

World Butoku Sai
  • 2. Platz für Teamleistung

  • 2. Platz für Einzel, Gruppe 6. bis 8. DAN (Bereich Jiujitsu und Iaido: Wolfgang Wimmer)

  • 3. Platz für Einzel, Gruppe 6.-8. DAN (Bereich Jiujitsu: Michael Brauer)



Rensei Taikai

  • 2. Platz für Teamleistung



Gruppe 1.-5. DAN

  • 2. Platz Einzel (Bereich Jiujitsu: Rainer Marb)

  • 1. Platz Einzel (Bereich Karatedo: Norman Goly aus Agathenburg/Niedersachsen)

  • 2. Platz Einzel (Bereich Iaido: Andreas Uhrmacher aus Saal a.d.D, Bereich Jiujitsu: Beate Brauer aus Korschenbroich/Nordrhein-Westfalen)

  • 3. Platz Einzel (Bereich Jiujitsu: Aldo Balla aus Bushidokai, Bereich Iaido: Angela Fürst aus Eitensheim, Bereich Jiujitsu: Rene Diessner aus Zwickau, Bereich Karatedo: Marc Pönisch und Jan Seba aus Agathenburg/Niedersachsen)


Aber auch unsere Verbandsmitglieder aus Frankreich, Italien und der Schweiz konnten beachtliche Auszeichnungen erreichen!

Nach dem Sayonnara Dinner fand in einem separaten Raum noch die Verleihungszeremonie für höhere Grade/Titel. Hier wurde Mike Brauer mit dem Rokudan Jiujitsu nach Überprüfung durch Hanshi Hamada ausgezeichnet. Weitere Zertifizierungen:
  • Norman Goly zum Renshi Karate-Do

  • Aldo Balla zum Shodan Jiujitsu

  • Angela Fürst zum Shodan Iaido

Alles Schöne geht einmal zu Ende.....so auch unsere gemeinsame Zeit in Japan. Hatten wir anfangs noch geflaxt so festigte sich dieser Gedanke mehr, als sich der Zeitpunkt unserer Abreise näherte. An unserem letzten Abend, nach dem Sayonnara Dinner der DNBK und darauffolgenden Verleihungszeremonie trafen wir uns noch zum täglichen Meeting in Raum 419 um bei einem "letzten Umtrunk" die Ereignisse und insbesondere lustigen Episoden der vorangegangenen zwei Wochen Revue passieren zu lassen......verbunden war dies jeweils mit viel Lachen und "ach weißt du noch...." aber je später der Abend wurde und die Müdigkeit einsetzte, umso mehr wurden wir uns bewußt, dass auch dieses Kapitel unserer lange geplanten und herbeigesehnten Japanreise nun vor dem Ende stand..... So verabschiedeten wir uns spät am Abend (oder war es schon der frühe Morgen) voneinander um unsere letzte Nacht in Kyoto zu verbringen.
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