Zweites Türchen: "Erleuchte auch meine finstre Sinnen"

Meitingen: Johanneskirche | Liebe Freundin, lieber Freundin,
in manchen Dingen bin ich gnadenlos altmodisch, vor allem, was die Musik betrifft. Ich habe da so meine Klassiker. Ich will es endlich schaffen, die wunderbare Arie "Erleuchte auch meine finstre Sinne" von Johann Sebastian Bach singen zu können, denn sie ist für mich der perfekte Ausdruck der Weihnachtssehnsucht.
Und so summe ich diese Melodie immer wieder vor mich hin, wahrlich großartig von Johann Sebastian Bach komponiert. Ich will, dass sie mir in Fleisch und Blut übergeht. Der Text ist ja nicht schwer. Hier wird meine Adventssehnsucht so wunderbar in Worte gefasst.
Ich sehne mich nach etwas, was auch meine finstere Sinne erhellen wird. Dabei wird es nichts Grandioses sein, das es bewirkt. Es wird ein Wort sein, das mich trifft durch Mark und Bein, ein Wort, das mich am tiefsten erschüttert, ein Wort, das mein Herz erreicht, ein Wort, das mich verändert, ein Wort, das mich ins Licht stellt, so dass ich meine ganz eigenen Schatten werfe, und ich mich so sehe, wie mich Gott gemacht und gewollt hat.
Es ist das Wort, das Fleisch werden wird an Weihnachten, das Kind in der Krippe. "Dein Wort", läßt Bach weiter singen, "soll mir die hellste Kerze in allen meinen Werken sein; dies lässet die Seele nichts Böses beginnen." Es ist für mich die zentrale Stelle der Arie. Mir kommt in den Sinn: "Den Fürst dieser Welt, ein Wort kann ihn fällen." Ich versuchen nichts Böses zu beginnen. Ich will mich gegen das Böse, das in dieser Welt ist, stellen - und zwar mit der hellsten Kerze in der Hand und auf der Zunge, die es gibt, mit Deinem Wort in der Hand und auf der Zunge, mit dem Wort, das Fleisch wurde, mit Jesus Christus im Herzen.
In schier endlosen Schleifen ersehnt der Sänger der Arie aus dem Weihnachtsoratorium die Erleuchtung der eigenen finsteren Sinne. "Ja, erleuchte mein Herze durch der Strahlen klaren Schein." Immer wieder wird dieser Satz wiederholt voller Sehnsucht.
Ich bete: "Ach, komm, Herr Jesu Christ, Licht der Welt, meins Herzens Tür Dir offen ist, erleuchte auch meine finsteren Sinne. Amen
Dir, liebe Freundin, lieber Freund, viel Spaß, Freude und Erheiterung von Körper, Geist und Seele beim Singen. Es muß ja nicht unbedingt Bach sein, wenn er Dir nicht liegt. Aber singe die Adventslieder der Welt, die Dich ansprechen! Du wirst gute Erfahrung damit machen. Du musst nicht gut singen können. Hauptsache, Du singst aus vollstem Herzen. Ich wünsche Dir eine erleuchtende Adventszeit: Unser Herr und Heiland komme Dir entgegen mitten im Trubel Deines Alltags. Mach es gut! Werde erleuchtet!

Dein Pfarrer Markus Maiwald aus Meitingen
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Heidi K. aus Schongau | 07.12.2014 | 10:24  
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