Ein "Allgeier Zorabinkele" für Schneejallchen

Leo und Maria Wiedemann vom Faschingsclub FCKW mit vollem Körpereinsatz bei ihrer Casting-Show Bild: Timo Freund
 
Pfarrgemeinderatsvorsitzende Marion Pröll begrüßt die vielen Besucher auf dem Pfarrfasching Bild: Timo Freund
 
Pfarrer Andreas Jall in prächtiger Verkleidung Bild: Timo Freund

Buntes Faschingswochenende in Westendorf


Am vergangenen Wochenende fand in Westendorf der traditionelle und legendäre Pfarrfasching statt, zu dem die Pfarrei St. Georg mit Pfarrer Andreas Jall eingeladen hatte.

Viele Besucher wollten sich dieses Ereignis, das in Westendorf einer der geselligen Höhepunkte des Jahres ist, nicht entgehen lassen und hatten sich - oft in schönen Verkleidungen - im Gasthof "Zur Krone" in Westendorf eingefunden. Der Pfarrfasching, der heuer zum 32. Mal stattfand, nimmt ein ganzes Wochenende ein und gehört für viele Westendorfer zum absoluten "Pflichtprogramm" eines jeden Jahres. Die Veranstaltung findet am Freitag- und Samstagabend und am Sonntagnachmittag, der speziell für die Senioren angeboten wird, statt. Durch das Programm führte souverän und mit viel Witz und Charme Wolfgang Schulz.
Pfarrgemeinderatsvorsitzende Marion Pröll begrüßte die geistliche und politische Prominenz und die zahlreichen Besucher. Sie freute sich besonders darüber, dass sich Gruppen aus der ganzen Pfarrei - also aus Kühlenthal, Ostendorf, Waltershofen und Westendorf - gemeinsam an der Gestaltung beteiligten. An dem abwechslungsreichen Programm mit 12 Programmpunkten, das bis nach Mitternacht die Gäste glänzend unterhielt, wirkten über 100 (!) Akteure aller Altersstufen mit.

Ein Programm-Höhepunkt jagte den nächsten


Den Auftakt hierbei machte die Hip-Hop-Gruppe aus Kühlenthal, die in drei Altersstufen aufgeteilt mit ihren Tänzen zu fetzigen Rhythmen die Zuschauer sofort für sich gewinnen und zum Mitklatschen animieren konnte.
Es folgten die Ministranten, die heuer das Märchen vom Schneewittchen frei interpretierten und als Zwerge des "Schneejallchens" mit auf den Punkt gebrachten Begebenheiten aus Westendorf und Umgebung für viele Lacher und ausgelassene Stimmung beim Publikum sorgten. Als nächstes standen drei hervorragende Sänger als singende Katzen auf der Bühne. Mit toller gesanglicher Leistung überzeugten sie mit ihrem Programmpunkt "Katzenjammer" die Besucher. Dann hieß es Bühne frei für Claudia Wagner und Martin Schmid von der Heimatbühne Westendorf, die in ihrem Sketch "Schwabe sucht Schwäbin" sehr zur Erheiterung des Publikums vorführten, wie ein typisches "Date" in Schwaben verlaufen könnte und dabei ihre großartige schauspielerische Leistung zeigten.
Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, dazu zählt heuer die im Sommer stattfindende Primiz des Westendorfers Bernd Rochna. Um die musikalische Gestaltung muss sich der Primiziant nun keine Gedanken mehr machen - es gibt schon ein eigens ins Leben gerufene Primizorchester. Die Damen des Frauenbunds hatten ihre Luftpumpen gestimmt und legten sich bei ihrem fulminanten musikalischen Auftritt mächtig ins Zeug.


"Allgeier Zorabinkele" trifft "Berliner Weiße"


Die Ratschkathln alias Inge Ihle, Georgia Kapfer, Maria Wiedemann und die Westendorfer Faschingsqueen Genoveva Spann, besser bekannt als "Vev", hatten heuer kurzerhand das neue Pavillon auf dem Westendorfer Dorfplatz zur Pavillon-Bar umfunktioniert.
Das originalgetreu nachgebaute Minipavillon - passend zum Barbetrieb dekoriert - stand auf der Bühne und die Ratschkathln als Bardamen hinter der Theke ließen die jüngsten Geschehnisse im Dorf auf sehr lustige und unterhaltsame Art und Weise Revue passieren und trieben dabei den Zuschauern die Lachtränen in die Augen. Dabei vergaßen sie auch nicht, die prominenten Gäste mit Getränken zu versorgen: Für den Pfarrer gab es ein "Allgeier Zorabinkele" und die beiden Berliner in Westendorf - Bürgermeister Steffen Richter und Priesteramtskandidat Sebastian Schmidt - bekamen eine "Berliner Weiße" serviert.


Hühner und Störche sorgen für Schwung auf der Bühne


Etwas ganz besonderes hatten sich die Fußballer des VfL Westendorf einfallen lassen. Sie überraschten das Publikum mit ihrem Beitrag "Mexikanische Hühner". Dabei waren die Sportler selbst jedoch mittels Schwarzlicht auf der Bühne nicht zu sehen, nur die auf ihrer schwarzen Kleidung befestigten weißen und neonfarbenen Hühnerfiguren. Diese "Hühner" führten eine schwungvolle Tanznummer vor.
Zwei Damen der Feuerwehr Waltershofen brachten den Sketch "Die Sanierung" auf die Bühne. Hierbei war ausnahmsweise nicht die anstehende Sanierung der Pfarrkirche gemeint, sondern das Aufpolieren und In-Schwung-bringen der eigenen Person. Nach einigen Anstrengungen wurde dieses Unterfangen jedoch aufgegeben, da es noch viel "wiaschdere" gibt.
Dann ging der Vorhang auf für den nächsten Programmpunkt. Auf der Bühne war ein Kirchendach aufgebaut worden, auf dem die Zwerger-Mädels als Westendorfer Störche verkleidet Platz genommen hatten. Mit kessen Gstanzln und einem Lied, das so manche Angewohnheit des Pfarrers augenzwinkernd auf den Schnabel bzw. auf die Schippe nahm, begeisterten sie das Publikum und brachten mit ihrer Aussage über die Dickköpfigkeit eines ganz bestimmten Allgäuers den Saal zum Beben.


Schlagkraft, Sparmaßnahmen und störende Handys


Bei der Casting Show des Faschingsclubs FCKW wurden die Lachmuskeln der Zuschauer gehörig strapaziert. Leo und Maria Wiedemann heizten mit ihrer Show den Besuchern so richtig ein und boten ihnen einen mitreißenden Programmpunkt, der auf Grund seiner "Schlagkraft" mit Sicherheit nicht so schnell in Vergessenheit geraten wird. Doch auch dann gab es noch keine Entlastung für die Lachmuskeln.
Die Damen der Gymastik-Gruppe Ostendorf zeigten dem Publikum, welche Folgen drastische Sparmaßnahmen im Altersheim haben können und ernteten für ihren Beitrag viel Beifall. Nicht genug, dass Waschen und Zähneputzen im Akkord stattfanden, nein, es wurde auch das Mundwasser und Toilettenpapier geteilt. Der Pfarrgemeinderat zeigte schließlich in einem witzigen und mit vielen Lachern quittierten Sketch, was störende Handys in einer Sitzung alles anrichten können. Die gewählten Klingeltöne passten dabei leider überhaupt nicht - oder gerade deswegen perfekt - zur jeweiligen Situation.
An allen drei Tagen übernahm die musikalische Umrahmung die Musikkapelle Westendorf unter der Leitung von Bruno Wagner, die mit ihrem bunten Programm für viel Stimmung sorgte und die Zuschauer zu der ein oder anderen Schunkelrunde und sogar zu einer Polonaise durch den ganzen Saal animierte.

Großer Dank an viele Helfer


Marion Pröll, die den Pfarrfasching heuer nun schon zum 5. Mal organisiert hatte, wurde von Pfarrer Andreas Jall mit einem "Faschingsorden in Bronze" ausgezeichnet, erhielt einen Blumenstrauß und großen Applaus.
Darüber hinaus dankte Jall, Schirmherr der Veranstaltung, allen, die zum Gelingen des Pfarrfaschings beigetragen hatten: Den Hauptverantwortlichen Marion Pröll und Franz Zwerger, den vielen Helfern im Hintergrund - allen voran Peter Domagalski, dem Mann an der Technik - ohne deren Engagement die Durchführung einer solch gelungenen Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre, den zahlreichen Akteuren für die viele Zeit, die in Vorbereitungen und Proben investiert worden war und natürlich den vielen Besuchern des Pfarrfaschings, die auch heuer wieder beim Schmidbaur bestens versorgt wurden.
Das Pfarrfaschingswochenende war ein voller Erfolg - eine bunte und fröhliche Veranstaltung, die Besuchern wie Akteuren als ein tolles Gemeinschaftserlebnis in Erinnerung bleiben wird.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.meitinger | Erschienen am 07.03.2015
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