Weinfest im Römerbad Marktoberdorf

Römischer Wachturm (errichtetet im Jahre 2011)
 
Eingangsbereich der überdachten Römerbadanlage.
Marktoberdorf: Römerbad | Nach dem Motto „Alle Jahre wieder“ veranstalte Gutes das sich bewährt, lud auch diesesmal der Fördervereins Römerbad Marktoberdorf zum „Römischen Weinfest“ am 11. Oktober 2014.

Obwohl „Petrus“ es wettermäßig anfänglich nicht so gut meinte, lichtete sich im Laufe des Samstag-Nachmittages der Himmel, so dass viele Besucher bereits „trockenen Fußes“ die historische Stätte des 2007 restaurierten Römerbades in Marktoberdorf erreichen konnten.

Zu besichtigen war die überdachte Anlage eines restaurierten römischen Warmbades, das zu einer ehemaligen gesamten Anlage einer „Villa Rustica“ (römischer Gutshof) mit ca. 7000m² Gesamtfläche gehörte. Hier wurden römische Bau- und Handwerkskunst, sowie Alltagsleben auf einem antiken Versorgungshof dargestellt. Die dazugehörigen „Freizeitanlage“, die zu einer der Lieblingsbeschäftigungen der römischen Kultur diente – eines „Thermalbades“ in restaurierten Original-Nachbau, wurde anhand Grundmauerfragmente, Modellen, sowie Schaubildern und Originalfundstücken dargestellt.

Auch eine in kunstvoller Detailarbeit errichtetete Modellanlage, von Herrn Geoffrey Cheeseman (1.Vorsitzender des "Förderverein Römerbad Marktoberdorf"), konnte man im neu errichteten (2011) römischen Wachturm bestaunen. Auf diesem konnte man sich in eindrucksvoller Weise das "römische Leben" auf dem Areal des entdeckten römischen Gutshofes im Alltagsleben veranschaulichen.

Nach ausreichender Besichtigung der historischen Anlage bot sich den interessierten Besuchern die Möglichkeit – einer "kulinarischen" Rundreise durch die römische Küche. Dargeboten wurden Grillwürste nach original römischen Rezept, sowie ergänzend dazu in einem nachgebauten römischen Steinofen, gebackene „Flamm- und Zwiebelkuchen“. Dazu gereicht wurden Weine, Bier und alkoholfreie Getränke, so dass der Besucher sich ausführlich daran stärken, und einen praktischen geschichtlichen Erlebniseindruck mit auf die Heimreise nehmen konnte.

Die gesamte Anlage wurde im Jahre 2002 beim Bau der neuen Staatsstraße am Weiler Kohlhunden, ca. 3km südlich der Kreisstadt von Marktoberdorf entdeckt.
Auf einer Gesamtfläche von ca. 7000m² (Ausrichtung Nord-/Südliche Richtung) fand man die Grundmauern eines römischen „Vicus“ einer „Villa-Rustica“ wie sie vor 2000 Jahren von bäuerlichen Familien betrieben wurden. Ähnliche römische Versorgungshöfe, die römischen Grenztruppen mit Gütern der Landwirtschaft versorgten, sind in der ehemaligen römischen Provinz „Raetia“ bekannt, obwohl ihre Dichte weit hinter der des Limeshinterlands nördlich der Donau zurücksteht.

Ausführliche Beschreibung der Anlage finden Sie unter der Internetseite des Fördervereins Römerbad Marktoberdorf, sowie der Website „Lechrain-Geschichte“ (siehe Artikelende).

Die gesamte Anlage wurde dann nach 2007 in den Folgejahren durch den gegründeten Förderverein in Kooperation mit der Gemeinde Kohlhunden / Marktoberdorf und dem Bayer. Landesdenkmalamt in der heutigen Form aufgebaut, die sich im Laufe der Jahre zu einem attraktiven „Familien-Ausflugspunkt“ im Ostallgäu entwickelte. Solche „antiken“ Zeugnisse zählen heute im bayerischen Raum zu den kulturellen Sehenswürdigkeiten vergangener Zeiten, in denen die Besiedlung und Entwicklung der verschiedenen Kulturgruppen sich hin bis zur heutigen Neuzeit präsentiert.

Wir wünschen dem Förderverein und allen Unterstützern dieses bayerischen Kulturdenkmales weiterhin viel Erfolg und viele Besucher in den kommenden Jahren.

Gez.
Alfred Platschka
(webmaster: Lechrain-Geschichte)

Internet/Weblinks:

Römerbad Marktoberdorf Website des Museum (Förderverein Römerbad/Kohlhunden)

Lechrain-Geschichte Kulturdenkmal Römerbad/Kohlhunden


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Literaturquellen/Hinweise:
• E. Keller: Die spätrömischen Grabfunde in Südbayern. Münchener Beitr. Vor- u. Frühgeschichte 14 (1971) S. 158 mit Anm. 773a.
• W. Czysz / M. Scholz: Die Römervilla am Kühstallweiher bei Kohlhunden (Das Archäologische Jahr in Bayern /2002 S.72-77
• W. Czysz / D. Tschocke: Grab ohne Leiche? Rettungsgrabung im neuentdeckten Gutshof bei Marktoberdorf-Kohlhunden. Denkmalpflege Informationen B122, 2002 3f.
• Rainer Christlein: Das alamannische Reihengräberfeld von Marktoberdorf im Allgäu (Materialhefte zur bayerischen Vorgeschichte; H. 21), Kallmünz/Opf.: Lassleben, 1966
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