Kolpingsfamilie Marktoberdorf bindet 650 Palmboschen für guten Zweck

Marktoberdorf: St. Martin |

In der Woche vor dem Palmsonntag gehen für viele Kolpingmitglieder die Uhren anders. Täglich, nach dem Mittagessen zwischen 13:00 und 14:00 Uhr von Montag bis Freitag bis in die Abendstunden ist Arbeitstreffen. Das Ziel heißt: Herstellung von ca. 650 Stück Palmboschen. Dazu werden täglich im Schnitt 15 Helfer benötigt. Dieses Mammutprogramm organisiert die 1. Vorsitzende der Kolpingfamilie Marktoberdorf Brigitte Knestel in ihrer Garage, denn dort ist genügend Platz für Tische, Bänke, Stühle, Körbe, weitere Utensilien wie Bänder, Bindedraht, Scheren, Papierfähnchen etc.

Dieses Jahr wurden die Palmkätzchen in ihrer schönsten Form schon im Februar geschnitten. Hinzu kommen Weidenrutenstengel und zur Aktion frisch geschnittener Buchs. Damit die Palmboschen möglichst gleich groß werden und einer wie der andere aussieht wird dazu extra ein Musterablauf auf einer Wandtafel angebracht. Aber wie läuft denn die Produktion ab?

So gehts!


Es erfolgt die Einteilung zum Schneiden der Palmkätzchenstengel und für den Buchs. Wichtig dabei ist eine gleichmäßige Größe, zum einen für eine lange Palmkätzchen Rute, die als Fähnchenträger gebraucht wird und die restlichen Palmkätzchen für das Einbinden in den Boschen. Auch der Buchs muss gekonnt geschnitten sein, denn das ist das Gesicht des Boschens.

Die nächste Gruppe – das sind die Palmboschenbinder – ist verantwortlich für die gleichmäßige Herstellung des Palmboschens. Zuerst wird mit dem Bindedraht am Weidenrutenstengel der lange Palmboschenstengel befestigt. Um diesen wird ein entsprechend längerer Buchs im Kreis gebunden. Nun wird reihum Palmzweig für Palmzweig eingebunden. Um dem Boschen mehr Fülle zu geben werden zum Schluss kleinere Buchszweige dazu gebunden. Die Enden werden sauber zugeschnitten.

Nun können die Palmboschen zwischen Weidenrutenstiel und Büschel mit einem grünen Selbstklebeband umwickelt werden. So entsteht optisch ein schöner Abschluss.

Eine vierte Gruppe bringt die vorgefertigten farbigen Fähnchen mit eingezeichnetem Kreuz nahe an der Spitze des langen Palmboschenstengels an. Die Papierfläche wird mit Kleber bestrichen, genau in der Mitte gefalzt und dann am Stengel zentriert zusammengeklebt. Das muss beidseitig gleich sein.

Wie alles begann.


Fertig ist der Orginal Marktoberdorfer Palmboschen. Unser Mitglied Alois Meier – Gärtnermeister – hat dieses Brauchtum wieder aufleben lassen und so wird nun seit 9 Jahren nach seiner Vorgabe diese Art von Palmboschen gefertigt. Er besorgt den frisch geschnitten Buchs aus seiner eigenen Züchtung.
Dieses Jahr konnte die Kolpingfamilie ihn für 65 jährige Mitgliedschaft beglückwünschen, dazu war diese Aktion auch für ihn eine besondere Ehre.

Die Palmboschen kommen in Handkörbe, damit sich der Käufer seinen schönsten Boschen aussuchen kann. Am Palmsonntag werden die Palmboschen an den Kirchen zum Gottesdienst und zur Palmenweihe angeboten. Auch dieses Jahr war bereits am Vormittag Ausverkauf. Mit dem Erlös unterstützt die Kolpingfamilie Marktoberdorf die verschiedenen sozialen Bedürfnisse. So werden jährlich ca. 1000 € aus diesem Verkauf gespendet.

Die Attraktion liegt darin, dass diese Art der Zusammenkunft ein unterhaltsames Miteinander mit Austausch wichtiger örtlicher Informationen ist. Dazu kommt die gute Verpflegung durch mitgebrachtes allerlei Süßes. Der Kaffe kommt vom Hause Knestel. Somit steht für jeden Helfer fest, dass er für die Allgemeinheit, für sich und für seine innere Zufriedenheit etwas Gutes getan hat.

Text und Bild von Benedikt Osterrieder

www.kolping-marktoberdorf.de
www.kolping-augsburg.de
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