Gute Beteiligung beim Informationstag zum Thema „Krieg und Frieden in Europa“

Bodenzeitung wird von den Veranstaltern vorbereitet v.l.n.r: Reinhard Nold (DGB Lehrte), Klaus Steinhaus (DGB Lehrte), Helga Laube-Hoffmann (ver.di Lehrte), Angelika Schmidt (Antikriegshaus)

Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg, vor 75 Jahren der Zweite. Beide Jahrestage geben Anlass zur Erinnerung. Auch heute gilt, so Reinhard Nold vom DGB Lehrte: „Kriege kommen nicht über uns, sie werden gemacht. Gewalt geht von Menschen aus – und trifft Menschen. Sie werden getötet, verwundet und vertrieben. Ihr Leben wird bis in die Grundfesten erschüttert, während andere aus Kriegen Profite schlagen oder ihre Machtinteressen durchsetzen.“

Um daran zu erinnern haben Gewerkschafter vom DGB, der Gewerkschaft ver.di sowie Mitstreiter des Antikriegshauses am vergangenen Samstag Passanten im Einkaufszentrum Zuckerfabrik zum Thema „Welche Ursachen ihrer Meinung nach überwiegend zu Krieg und bewaffneten Auseinandersetzungen führen“, befragt.

Diese Art der Abfrage hat viele Lehrter neugierig gemacht und ist gut angekommen. Mehr als 100 Passanten haben ihre Meinung durch Striche auf der Bodenzeitung abgegeben. 11 Argumente, die zu Kriegen und bewaffneten Auseinandersetzungen führen können, standen zur Auswahl. Vor dem Hintergrund der zurzeit schwelenden Konflikte in Europa und der Welt überrascht es die Veranstalter nicht, dass die folgenden Argumente am häufigsten gewählt wurden: Aus meiner Sicht führt / führen... …zu Kriegen und bewaffneten Konflikten: …religiöser Fanatismus und Extremismus (76 Nennungen), …diktatorische oder terroristische Herrschaft (61 Nennungen), …Armut und Hunger (56 Nennungen), …Ausbeutung, Bestechlichkeit und Korruption (44 Nennungen), …ökologischer Raubbau aus Gewinn- und Profitsucht, der gleichzeitig die Lebensgrundlagen für die Bevölkerung gefährdet (42 Nennungen), …mangelnde Bildung und Chancenungleichheiten beim Zugang zur Bildung (38 Nennungen).

Die Veranstalter wurden durch die abgegebenen Nennungen sowie durch die mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmer geführten Diskussionen bestätigt und fordern daher, die weltweiten Ausgaben für Militäreinsätze und Rüstung drastisch zu reduzieren und das eingesparte Geld für Bildung und nachhaltige Entwicklung zu verwenden. „Viele Staaten geben mehr Geld für Rüstung als für Bildung aus“, sagte Angelika Schmidt vom Antikriegshaus. „So wird das Recht auf Bildung doppelt torpediert: Die Rüstungsausgaben reduzieren die Spielräume für Bildungsfinanzierung, bewaffnete Konflikte berauben die Menschen ihrer Lebens- und Bildungschancen.“

Reinhard Nold vom DGB in Lehrte zusammenfassend: „Die im Grundgesetz festgelegte Aufgabe der Bundeswehr zur Landesverteidigung wird seit Jahren in Richtung internationaler Interventionen verschoben. Wir sehen dies kritisch und fordern die Bundesregierung und den Bundestag auf, jegliche direkte oder indirekte Unterstützung von militärischen Interventionen, die nicht von einem UN-Mandat gedeckt sind, zu unterlassen oder zu beenden“.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Anzeiger | Erschienen am 17.10.2014
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Matthäus Felder aus Lichtenstein | 24.10.2014 | 08:39  
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