Vom Park- zum Müllplatz.

Max-Friesenegger-Straße vor der Leerung
 
So sieht die Gelbe Tonne bereits kurz nach der Leerung aus.
Ein Haushalt ohne Mülltonne - undenkbar. Lange Zeit wurde Müll über die sogenannte Restmülltonne entsorgt. Hinzu kam die Braune für Biomüll, danach die Blaue für Papier und seit kurzem steht auch noch die Gelbe vor der Haustür. Diese Vielzahl von Tonnen hat bereits heute das Stadtbild erheblich verändert. Wenn nun noch Tonnen für Glas hinzukommen sollen, wie von Verantwortlichen zu hören ist, kann man getrost von Vermüllung der Stadt sprechen.

Dort wo früher Parkplätze zur Verfügung standen, trifft man heute auf Mülltonnen und Container, die oft bis zu drei Tage auf Entleerung warten. Und weil die Entleerung nicht für alle Sorten einheitlich erfolgt, zieht sich das Prozedere gelegentlich auch über Wochen hin. Hinzu kommt, dass Tonnen, die durchaus die Größe eines Kleinwagens haben, obendrein nicht selten im Halteverbot stehen. Die Rot-Kreuz-Station in der Max-Friesenegger-Straße ist hier ein eindrucksvolles Beispiel.

Schnell haben auch die Raben ihre Futterstellen vom Hungerbach in die Wohnanlagen verlegt. Übervolle Container oder zusätzlich abgestellte Müllsäcke werden von den intelligenten Vögeln auf Essbares durchsucht und danach die leeren Tüten und Becher in der Umgebung verstreut. Um dies zu vermeiden wird insbesondere Plastikmüll zunehmend wieder in die Restmülltonne verbracht, was wiederum die Mülltrennung konterkariert.

Mit viel medialem Aufwand wurde den Bürgern die Einführung der unterschiedlichen Tonnen vermittelt. Ein Argument, den alten Menschen den Gang zur Sammelstelle zu ersparen, war am Häufigsten zu hören und zu lesen. Hier stellt sich die Frage warum funktioniert die Müllentsorgung in München mit einem 3-Tonnensystem. Verpackungsmüll (Kunststoff, Glas und Metall) wird in München vom Dualen System Deutschland entsorgt. Dies geschieht allerdings nicht durch eine gelbe Tonne, sondern auf Wertstoffinseln, die im gesamten Stadtgebiet verteilt sind. Der restliche Müll wird auf in allen Münchner Haushalten vorhandene Bio-, Papier- und Restmülltonnen verteilt. Diese Tonnen werden im Wochen- oder 14-Tagerythmus in ein und dasselbe Fahrzeug entleert. Bei den Münchner Heizkraftwerken wird der gesammelte Müll verbrannt und Strom und Fernwärme sowie aus Biomüll Gas erzeugt.

Warum wurde in Kaufering ein Heizkraftwerk gebaut, das unseren Wald verheizt? Wäre hier nicht ein ähnliches System wie das Münchner Modell sinnvoll gewesen. In Kaufering wird mit kostbarem Holz Fernwärme und Strom produziert. Kann Holz nur überteuert oder im Winter überhaupt nicht beschafft werden, wird Öl verheizt. Wie das Beispiel München zeigt, konnten dort die Müllgebühren reduziert werden. Kaufering dagegen verbuchte bisher fast nur rote Zahlen.

Mit den nächsten Tonnen für Glas werden weitere Probleme auf den Bürger zukommen, z. B. Lärmbelästigung oder Scherben einsammeln. Sollten allerdings die Glas- und Papiercontainer wie bisher auf den Sammelplätzen verbleiben, stellt sich die Frage warum nicht auch die Gelbe Tonne dort verbleiben kann. So gut wie kein Landsberger war mit den Sammelstellen und Wertstoffhöfen im Stadtgebiet und dem Weg dorthin unzufrieden. Es ist nicht überzeugend, den Haushalten ständig neue Tonnen aufzubürden. Vielmehr sind Konzepte zu entwickeln, die eine effektive Müllvermeidung zum Inhalt haben. Unvermeidbarer Müll ist ökologisch zu entsorgen, war von einer Betroffenen zu hören.
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1 Kommentar
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 07.07.2014 | 00:26  
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