Neuer Landesvorstand der AfD-Hessen gewählt

Der neue hessische Landesvorstand
Die hessische Alternative für Deutschland (AfD) hat seit Samstag den 30.05.2015 einen neuen Vorstand, bleibt aber tief gespalten. Als neue Sprecher wurden drei Gegner des Bundesvorsitzenden Bernd Lucke gewählt

Der personell zerstrittene Landesverband der Alternative für Deutschland (AfD) hat
beim Parteitag in Hofheim (Main-Taunus) einen neuen Vorstand gewählt. Es ist schon der fünfte seit der Parteigründung vor zwei Jahren. Eine Mehrheit der etwa 350 versammelten Parteimitglieder wählten den früheren Frankfurter Kämmerer Albrecht Glaser, Peter Münch aus Bad Homburg und den Sprecher der AfD im KV Bergstraße Rolf Kahnt zu neuen Sprechern des Landesverbands.

Peter Münch war erst im März von einem Landesschiedsgericht seines Amtes als Vorstandssprecher enthoben worden, weil er über seine frühere Mitgliedschaft bei den rechtsnationalen Republikanern falsche Angaben gemacht haben soll.
Albrecht Glaser war früher CDU-Kämmerer in Frankfurt, vor zwei Jahren auch schon einmal AfD-Sprecher und kümmert sich jetzt vor allem um Wirtschafts- und Finanzpolitik.
Der Sprecher des KV Bergstraße Rolf Kahnt beschäftigt sich mit der Bildungspolitik.

Seit Monaten tobt nicht nur im hessischen Landesverband, sondern auch in der Bundes-AfD ein Richtungsstreit zwischen Wirtschaftsliberalen und Rechtsnationalen.

Ist der Landesverband vor der Spaltung?

Dass das Lucke-Lager beim Parteitag in Hofheim auf verlorenem Posten stehen würde, zeichnete sich schon früh ab. Mit einer Stimme Mehrheit beschlossen die Delegierten es bei der bisherigen Struktur mit drei Sprechern zu belassen. Hier zeigte sich wieder einmal die Zerrissenheit des Landesverbands.

Eine Gruppe der Vertreter des unterlegenen Lagers verließen danach den Parteitag. Sie stehen AfD-Bundessprecher Bernd Lucke nahe und hatten gehofft ihren Vertreter Hadi Riedel als einzigen Sprecher durchzusetzen. Einige von Ihnen kündigten wohl ihren Parteiaustritt an.

Alexander Gauland will eine AfD ohne Lucke

Aus der Bundesspitze der in Teilen wirtschaftsliberalen und eurokritischen, in Teilen rechtsnationalen und islamfeindlichen Partei trat Alexander Gauland in Hofheim auf. Er führt den Landesverband Brandenburg und repräsentiert wie seine sächsische Amtskollegin Frauke Petry den rechten Flügel.
Frauke Petry kämpft seit Wochen mit dem designierten alleinigen Vorsitzenden Bernd Lucke um die Führungsrolle in der Partei. Auch sie war zu dem Parteitag eingeladen.

Alexander Gauland wurde bei seiner Ankunft am Samstagvormittag in Hofheim mit großem Applaus empfangen. In seiner Rede erklärte er Lucke, der sich am 13. Juni in Kassel zum alleinigen Bundesvorsitzenden wählen lassen möchte, zum Störenfried: "Wir brauchen den liberalen Flügel, aber ohne Bernd Lucke." Dessen Kampagne "Weckruf" lehne er ab. Die Partei stehe einen Schritt vor dem Abgrund, sie müsse nun Missstände offen und ehrlich ansprechen.

Wünschen wir dem neuen Landesvorstand viel Erfolg.
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