Wir konnten in Königsbrunn vieles voranbringen

Erster Bürgermeister, Franz Feigl (Foto: Stadt Königsbrunn)
 
Betreuerteam in der neuen Jugendfreizeitstätte Matrix (Foto: Stadt Königsbrunn)
 
Der CCK Fantasia überrascht Bürgermeister Franz Feigl (Foto: Stadt Königsbrunn)

Ein Gespräch mit Bürgermeister Franz Feigl über ein ereignisreiches Jahr in der Brunnenstadt

mh bayern: Das Jahr 2015 neigt sich langsam dem Ende zu. Welche Bilanz ziehen Sie für die vergangenen zwölf Monate in Königsbrunn?

Franz Feigl: Das hinter uns liegende Jahr 2015 war geprägt von der Abwicklung zahlreicher begonnener Baustellen in Königsbrunn. Wir konnten unsere neue Jugendfreizeitstätte und das „955“ fertig stellen. Ebenfalls fertiggestellt wurde das neue Umkleidegebäude im Sport- und Freizeitpark West sowie der Neubau der Umkleiden in der Hydro-Tech eisarena.

Ein Hauptaugenmerk lag auf der zielgerichteten Abarbeitung der immer drängender werdenden „Asylproblematik“ die auch vor Königsbrunn als größter Kommune im Landkreis Augsburg nicht Halt gemacht hat. Auch die Thematik „Insolvenz Königstherme“ hat uns mehr als nur nebenbei beschäftigt.
Alle diese genannten Maßnahmen haben mich, den Stadtrat und die Stadtverwaltung neben dem laufenden Tagesgeschäft vollumfänglich beschäftigt. Kurz gesagt, es war ein sehr ereignisreiches Jahr, in dem wir in und für Königsbrunn vieles voranbringen konnten.

mh bayern: Ende Juli hat sich der Königsbrunner Stadtrat gegen den Kauf der Königstherme entschlossen, wenig später wurde das Spaßbad endgültig geschlossen.

Franz Feigl: Der Entschluss gegen den Kauf der Königstherme war aufgrund der Situation Mitte des Jahres nur folgerichtig, da zum damaligen Zeitpunkt Zahlen im Raum standen, die nur diese Entscheidung zugelassen haben. Ein Kauf und ein eventueller Weiterbetrieb der Königstherme unter kommunaler Eigentümerschaft wäre weder wirtschaftlich noch politisch vertretbar gewesen.#+Seit diesem Beschluss konnte unter Mithilfe der Stadt ein ordentliches Insolvenzverfahren herbeigeführt werden. Hieraus kann sich die Möglichkeit ergeben, die Immobilie Königstherme durch private Investoren erwerben zu lassen; auch ein Erwerb durch die Stadt in Zusammenarbeit mit privaten Investoren kann aufgrund der derzeitigen Situation nicht ausgeschlossen werden.

mh bayern: Rund 3 Millionen Euro hat die neue Jugendfreizeitstätte MatriX gekostet, die im Sommer endlich ihre Tore öffnete. Wie gefällt Ihnen das Ergebnis?

Franz Feigl: Kurz gesagt: sehr gut! Die neue Jugendfreizeitstätte bietet unseren Jugendlichen zeitgemäße Aufenthalts- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Alleine schon die Zahl der Veranstaltungen, die das Betreuungsteam um Ralf Engelstätter seit der Eröffnung auf die Beine gestellt hat, und die Zahl der Besucher sprechen eine eindeutige Sprache. Die neue Jugendfreizeitstätte ist eine Investition in die Zukunft und wird von unseren Jugendlichen hervorragend angenommen.

mh bayern: Im Juni beschloss der Stadtrat das neue Radverkehrskonzept für Königsbrunn. Sie sind ja selbst viel mit dem Rad unterwegs, sind Sie zufrieden mit den geplanten Veränderungen und wie gehen die Arbeiten voran?

Franz Feigl: Veränderungen, egal in welchem Bereich, werden anfänglich fast immer mit Skepsis betrachtet. Diese Sichtweise konnten wir auch bei der Umsetzung des neuen Radverkehrskonzeptes feststellen. Bei meinen täglichen Fahrten mit dem Rad kann ich bereits heute viele kleine positive Veränderungen im Stadtbild feststellen, weitere werden im Rahmen der Umsetzung noch folgen.

Das neue Radverkehrskonzept setzt zum einen neue rechtliche Vorgaben um und unterstützt zum anderen die weitere Entwicklung des innerstädtischen Radverkehres.

Dieser Entwicklungsprozess wird sicherlich noch eine geraume Zeit andauern, schlussendlich bietet er aber auch allen Beteiligten die Möglichkeit, sich eigenverantwortlich in einem neu geschaffenen Verkehrstraum zu bewegen.

mh bayern: Die Schlacht auf dem Lechfeld im Jahr 955 war ein Ereignis von großer historischer Bedeutung. Im November wurde nun neben dem Mercateum ein Informationspavillon eröffnet. Was erwartet die Besucher dort?

Franz Feigl: Im neu eröffneten „955“ können die Besucher nun erstmals alle drei Dioramen zur Lechfeldschlacht in einem Rundgang betrachten.

Die beiden ersten Dioramen kennen wir ja bereits aus der vorübergehenden Präsentation im Rathausfoyer. Als ein ganz besonderes „Highlight“ möchte ich das dritte, von Wolfgang Sauter erschaffene Diorama bezeichnen, welches sich mit der Belagerung von Augsburg befasst.

In unglaublich detaillierter Feinarbeit hat er hier unsere Nachbarstadt Augsburg wiederauferstehen lassen, wie sie im zehnten Jahrhundert höchstwahrscheinlich ausgesehen hat. Multimedial unterstützt hat der Besucher hier die Möglichkeit, sich umfassend über das gesamte Thema der Ungarnbelagerungen zu informieren. Ein Besuch im neuen „955“ lohnt sich sicherlich für alle Altersklassen.

mh bayern: Ein Thema, das nicht nur Königsbrunn in diesem Jahr beschäftigt hat, ist die anhaltende Flüchtlingswelle. Wie bewerten Sie die aktuelle Situation in Königsbrunn und wo sehen Sie Handlungsbedarf?

Franz Feigl: Noch zu Jahresbeginn konnte niemand so recht sagen, mit wie vielen Asylbewerbern Königsbrunn zu rechnen hat. Mittlerweile konnten 7 Liegenschaften, teils privat, teils städtisch, in Betrieb genommen werden, in denen augenblicklich ca. 420 Personen untergebracht sind. Damit konnte die für Königsbrunn derzeit vorgesehene Quote punktgenau erreicht werden.

Nach wie vor arbeiten wir aber immer noch fieberhaft daran, eine immer wieder angedrohte Nutzung der Gymnasiumsturnhalle als Zwischenunterkunft zu vermeiden. Die Unterbringung der Asylbewerber ist jedoch nur die erste Aufgabe, die es zu bewältigen galt.

Jetzt müssen wir uns verstärkt der anstehenden Integration der Asylsuchenden widmen. Dies ist eine weitaus komplexere und zeitlich nicht abschätzbare Herausforderung für uns alle.

Wir alle sind gefordert, bestehende Sprachbarrieren zu überwinden, den Asylbewerbern deutsches Recht, hiesige Gepflogenheiten und unsere Sprache zu vermitteln. Bei diesen Maßnahmen sind wir auf das Verständnis und die Mithilfe jedes Einzelnen angewiesen.

mh bayern: Können Sie uns schon einen Ausblick auf die kommenden Projekte der Stadt geben?

Franz Feigl: Ein Hauptaugenmerk liegt für mich im Jahr 2016 auf folgenden Maßnahmen:
▶ „Aufräumen“ und Abschließen der bisherigen Maßnahmen.
▶ Voranbringen der anstehenden Schulsanierung in Verbindung mit einer entsprechend fundierten Grundlagenermittlung des jeweiligen Sanierungsbedarfes.
▶ Weitere Bearbeitung und Abwicklung der „Immobilie Königstherme“.
▶ Voranbringen der Thematik „Straßenbahnanbindung nach Augsburg“ durch entsprechende politische Weichenstellungen.
▶ Weiterentwicklung der Planung für den zentralen Bereich zwischen den Kreisverkehren an der Bgm.-Wohlfarth-Straße.
▶ Vorplanung der Veranstaltungen für das Jubiläumsjahr 2017.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.königsbrunner | Erschienen am 18.12.2015
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