Kindheitslexikon: Kölledaer Betriebe des Bau- und Baunebengewerbes; technische Gewerbe; Geschäfte rund um das Thema Heimwerken/Haushalt

Das ehemalige Sägewerk Sander im 21. Jahrhundert. (© 2010 by Edelgard Koch, Kölleda. Bild wurde im Auftrag des Autors erstellt.) Zu meiner Zeit war das Häuschen mit dem nur einen Fenster übrigens noch grün gestrichen. Was ich hingegen seit frühester Kindheit nicht anders kenne, ist das Kleinpflaster auf dem Fußweg. Und der gute, alte Nero, der auf dem Hof hinter dem Tor viele Jahre seinen Wachdienst versah, ist jetzt auch schon lange im Hundehimmel …
 
Könnte von Teppich-Voigt gewesen sein. (Bevor es dann Weiterverwendung in meinem Kinderkaufladen fand.)
 
Carl Kittler: Drittletztes Haus auf der linken Seite, vor dem hohen, weißen. Im zweiten Haus rechts, wo der Strommast davorsteht, bei der repräsentativen Holzverkleidung vom Eingang, befand sich die mutmaßliche Radioreparaturwerkstatt Kutz.
Eine exaktere Abgrenzung wäre bei Betrieben dieser Art auf kommunaler Ebene unmöglich, da die Angebotspalette dort zu stark miteinander verzahnt ist.


Geschäft: Eisenhandlung H. Axthelm.
Gegründet 1845. Führte alles, was in irgendeiner Weise mit Metallwaren zu tun hatte. Hieß daher im Volksmund auch "Eisen-Axthelm".
Bank- und Kommunikationsverbindungen 1930: Bankkonto Darlehensbank Kölleda. Giro-Konto bei der Kreissparkasse Kölleda. Postscheckkonto: Leipzig 29835.
Fernruf Nr. 2. Drahtanschrift: Eisenaxthelm.
Angebote laut einer historischen Eigenwerbung von 1930:
- Abteilung I:
+ Stabeisen.
+ T-Träger.
+ Gusseiserne Säulen.
+ Bleche.
+ Röhren.
+ Metalle aller Art.
+ Eisenkonstruktionen.
+ Kanalisationsteile.
+ Gas- und Wasserleitungsartikel.
+ Eisenkurzwaren.
+ Werkzeuge und Maschinen.
+ Öfen und Herde.
+ Transportable Kachelöfen.
+ Haus- und Küchengeräte.
+ Nickelwaren.
+ Stahlwaren.
+ Borstenwaren.
+ Badewannen.
+ Eiserne Bettstellen.
+ Eiserne Gartenmöbel.
+ Waschmaschinen.
+ Wringmaschinen.
+ Nähmaschinen.
- Abteilung II:
+ Düngerstreuer.
+ Drillmaschinen.
+ Kultivatoren.
+ Eggen.
+ Ulmer Pflüge.
+ Kartoffelroder.
+ Kartoffelsortierer.
+ Häckselmaschinen.
+ Rübenschneider.
+ Dreschmaschinen.
+ Garbenbinder.
+ Getreidemäher.
+ Grasmäher.
+ Schwadenwender.
+ Gabelheuwender.
+ Zentrifugen mit und ohne elektrischen Antrieb.
+ Buttermaschinen.
+ Sowie sämtliche landwirtschaftliche Bedarfsartikel für Haus, Hof und Garten.
­ Transmissionsanlagen – Reparatur-Werkstatt – Autogene Schweißerei.
­ Generalvertreter der Pflugfabrik Gebr. Eberhardt, Ulm für die Kreise Eckartsberga, Weißensee, Sangerhausen, Querfurt, Weimar und Erfurt.
­ Alleinvertretung der Massey Harris Fabrikate für Kölleda und Umgegend.
­ Großes Ersatzlager für landwirtschaftliche Maschinen aller Systeme.
In einer Werbeeinschaltung einige Jahre später hieß es:
- In Abteilung I:
+ Stabeisen, Bandeisen, Formeisen, Eisenbleche schwarz, verzinkt, verbleit, Zinkbleche, Weißbleche, Messingbleche, Kupferbleche.
+ Röhren aller Art.
+ Gas-, Wasserleitungs- und Kanalisationsartikel.
+ Eisenkurzwaren.
+ Werkzeuge aller Art.
+ Werkzeugmaschinen.
+ Öfen und Herde.
+ Haus- und Küchengeräte.
+ Wirtschaftsartikel.
+ Landwirtschaftliche Maschinen und Geräte.
- In Abteilung II:
+ Bau- und Maschinenschlosserei.
+ Eisenbaukonstruktionen.
+ Reparaturwerkstätte.
+ Autogene Schweißerei.
Ich kann mich noch sehr gut an ein riesengroßes, altmodisches Metallregal mit unzähligen Schubfächern erinnern. An jeder Schublade befand sich zur Orientierung ein Musterstück des jeweiligen Inhaltes. Das hat mich als Kind sehr beeindruckt, irgendwie war das eine eigene Welt.
Frühere Nutzung/Vorbesitzer: Unbekannt.
Lage: Straße der DSF/Östliches Eckhaus zur Bahnhofstraße.

Geschäft: Tischlermeister Dittmer.
Auch wir haben bei ihm unter anderem Regale und größere Bilderrahmen für Ölgemälde anfertigen lassen.
Frühere Nutzung/Vorbesitzer: Drogenhandlung Henseler.
Heilkräuter aller Art, vermutlich ungefähr bis Kriegsmitte, nach dem Krieg Verarbeitung und Handel nur noch in Kleinstausführung.
Hinter dem Wohnhaus war gleich ein großer Trakt für diesen Bereich angebaut. Nach dem Krieg baute man die obere Etage der großen Trockenböden zu einer geräumigen Mehrzimmer-Wohnung aus zum Vermieten. Dort wohnte einige Jahre meine Tante Hildegard, Tochter meiner Großtante Lisa, mit ihrem Mann Artur Schneider und ihren Kindern Axel und Monika.
Jahre später kaufte Dittmer das ganze Haus. Er nutzte die untere Kräuterhalle als Werkstatt.
Lage: Roßplatz, das nächste oder übernächste Haus von Bäckerei Triebel aus zum Backleber Tor hin.

Geschäft: Haushaltwarengeschäft.
Lange Jahre von einer Frau Trillhose geleitet.
Ab Mitte 1989 war dort kurz ein Schreibwarenladen drin, aber nicht für lange Zeit.
Nach der Wende, um das Jahr 1992, befand sich ein Sportartikelgeschäft drin.
Frühere Nutzung/Vorbesitzer: Bei meinen Recherchen tauchte in dem Zusammenhang der Name Hankel auf. (War damals auch schon Haushaltwaren.)
Lage: Markt, Eckhaus zur Straße der DSF. Gegenüber vom Lebensmittelgeschäft Haupt.

Geschäft: Heyne.
Alteingesessene Kölledaer Unternehmerfamilie im Fahrzeugbereich.
Das erste 1907 gegründete Geschäft der Familie lag auf dem Markt (Offizielle Straßenbezeichnung in Kölleda.). Gründer und erster Besitzer war Arthur Heyne, ein aus Naumburg stammender Kaufmann. Gehandelt wurde mit Wasserpumpen, Butterzentrifugen, Desinfektions- und Anstreichmaschinen, Stabilbaukästen und Spielzeugen aus Metall.
In zweiter Generation führte dann Rudolf Heyne das Geschäft samt zugehöriger Reparaturwerkstatt. Repariert wurden alte Binder, Mäh- und Dreschmaschinen.
Das Geschäft führte laut historischer Eigenwerbung um das Jahr 1940 herum:

- In Abteilung 1: Eisenwarenhandlung.
+ Eisenkurzwaren.
+ Haus- und Küchengeräte.
+ Herde und Öfen in emaillierter Ausführung.
+ Kupfer- und gusseiserne Kessel.
+ Transportable Stahl- und Gusskesselöfen.

- In Abteilung 2: Landwirtschaftliche Maschinen.
+ Erntemaschinen.
+ Grasmäher.
+ Heurechen.
+ Heuwender.
+ Garbenbinder.
+ Drillmaschinen.
+ Hackmaschinen.
+ Strohpressen.
+ Reparaturwerkstatt für alle landwirtschaftlichen Maschinen.
+ Maschinen- und Bauschlosserei.

- In Abteilung 3: Elektroautomatische Wasserversorgungsanlagen mit langsam laufenden Kolben- und Kreiselpumpen.
+ WC-Anlagen mit Wasserspülung.
+ Stall-Selbsttränkanlagen mit automatischen Tränkbecken.

Enkel Wolfgang Heyne unternahm 1957 zunächst den Versuch, Landmaschinenschlosser zu werden. Zwei Jahre später, als Lehrling im Kfz-Gewerbe, entstand dann sein Entschluss, das Geschäft seines Großvaters und Vaters weiterzuführen.
1958 kam das vorläufige Aus für das Geschäft. Traktoren, Mähdrescher, Pflüge und Eggen wurden an anderer Stelle gewartet.
1972 erwarb Wolfgang Heyne den Meisterbrief.
Vier Jahre später erfolgte nach einigen bürokratischen Umständlichkeiten auch die Erteilung der Genehmigung für ein eigenes Geschäft. In der zuvor für viele Jahre verschlossenen Werkstatt von Vater Rudolf konnte eine neue eröffnet werden. Der unternehmerische Schwerpunkt lag hernach auf der Reparatur von tschechoslowakischen Pkw der Marke Škoda.
Während meiner Kindheit bis zum Jahr 1990 habe ich das Geschäft nur so in Erinnerung, dass sich vorn der "Gemüse-HO" befand, hinten weiterhin Autowerkstatt mit allem Serviceleistungen.
Auch in der Lehrlingsausbildung von Jugendlichen zum Kfz-Mechaniker war Heyne stets sehr aktiv. So unter anderem bei Tochter Angela Heyne, welche nach dem hundertjährigen Firmenjubiläum im Jahr 2007 das Familienerbe in vierter Generation übernahm.
Lage: Markt 19.

Geschäft: Verwaltung vom Kohlehandel in Kölleda. Dort musste man Briketts bestellen und bezahlen.
Frühere Nutzung/Vorbesitzer: Damen- und Herrenfriseur Emil Wandel.
Lage: Bahnhofstraße 21a.

Geschäft: Motschmann (?)
Frühere Nutzung/Vorbesitzer: Unbekannt.
Lage: Ich kann mich dunkel erinnern, dass zumindest noch um das Jahr 1980/81 herum ein Betrieb dieses Namens auf der Südseite der Erfurter Straße in der Nähe Kulturhaus existiert haben muss. Ich war in dieser Zeit einmal mit meiner Großmutter dort. (Ich sehe im Geiste einen etwas größeren Betriebshof vor mir.) Aber was dort gemacht wurde, daran kann ich mich nicht mehr erinnern und bin auch bisher bei meinen Recherchen noch nicht fündig geworden. Es muss wohl eine Dienstleistung gewesen sein, die auch von Privathaushalten in Anspruch genommen wurde, denn sonst wären wir nicht dort gewesen.
Ebenso bin ich mir nicht sicher, ob die hier angegebene Schreibweise des Namens richtig ist. Ich glaube, mich zu erinnern, dass wir mal einen Schüler dieses Namens an der Schule hatten.

Geschäft: Farben- und Lackegeschäft Mundt/später Ohlenforst.
(Wenn ich richtig informiert bin, war die Geschäftsfrau eine geborene Mundt. Sodass sich bloß der Name geändert hat, sonst nichts.
Die Tochter der Geschäftsleute, Annett, ging übrigens mit mir in eine Klasse.)
Frühere Nutzung/Vorbesitzer: Malermeister und Malergeschäft Carl Schneegass.
Inhaber zu Beginn der 1930-er Jahre: Willy Schneegass.
Gegründet wahrscheinlich 1883.
Lage: Pfortenstraße 11.

Geschäft: L. Sander
Baumeister. Bauausführungen, Baustoffhandlung. Während meiner gesamten Kindheit Sägewerk, ab ungefähr 1991/92 wieder Baufirma. Errichtete 1928 übrigens auch unser Haus.
Gegründet 1797.
Während der Zeit als Sägewerk gingen wir dort oft Hobelspäne und Sägemehl holen. Beides nahmen wir zur Aufbesserung der Qualität unserer Gartenerde. Manchmal "polsterten" wir mit den Hobelspänen auch den Hühnerhof, damit die Hühner Beschäftigung hatten.
Der Hofhund in dem Sägewerk hieß übrigens Nero. Er hatte ein graues Fell und sah einem Pudel ziemlich ähnlich. Lange Jahre lebte er dort. Ich kannte ihn schon als kleines Kind, und es gab ihn noch, als wir Ende 1992 wegzogen.
Lage: Schillerstraße, genau auf der Höhe Trägerstraße. Reicht nach hinten durch bis zur Goethestraße; genau da, wo die Goethestraße einen "Knick" macht, führt zwischen zwei Privathäusern ein Weg aus dem Firmengelände heraus.

Geschäft: Georg Schmidt ("Scherbel-Schmidt" genannt wegen seiner zahlreichen Porzellanwaren.).
Spielwaren, Geschenkartikel, Bauklempnerei und Installationsgeschäft.
Lage: Bäckergasse 1.

Geschäft: Haushalts- und Spielwarengeschäft und Klempner Günther Trüpschuh. Ab ungefähr Mitte der 1980-er Jahre hieß das Geschäft Wacker.
Lage: Südseite Brückenstraße, später Straße der DSF, nach 1990 wieder Brückenstraße. Vom Eckhaus Bahnhofstraße (Axthelm) aus kam stadteinwärts zunächst ein Wohnhaus, dann schon das Geschäft. Vorn Laden, dahinter Werkstatt und Lager.

Geschäft: Raumtextiliengeschäft Voigt.
(Kurz vor der Wiedervereinigung kam da dann eine Schlecker-Filiale rein, diese blieb dort bis zur Pleite des Imperiums 2012.)
Frühere Nutzung/Vorbesitzer: Voigts gründeten den Laden.
Lage: Markt Westseite, Eckhaus Hundtgasse.


Betriebe, die vor meiner Zeit in der Stadt existierten:

Geschäft: Drechslermeister Gustav Becker. Später Möbel-Becker.
Lage: Salzstraße 12.

Geschäft: Klempner Paul Beger.
Lage: Unter den Linden 22.

Geschäft: Wagenbauerei Wilhelm Dennewitz.
Gegründet 1829. Fertigte unter anderem Kesselwaschmaschinen im Selbstbauverfahren.

Geschäft: Malermeister Hermann Bose oder Gose. (Vermutlich Gose, dieser Name war in Kölleda geläufiger.) Laut Zeitzeugenberichten gab es auch einen Elektromeister Gose, inwieweit da familiäre oder verwandtschaftliche Beziehungen bestehen, war nicht zu ermitteln.

Geschäft: Möbeltischlerei Graf.
(Angeblich soll laut Zeitzeugen die Gründerfamilie das Geschäft zumindest bis zur Wende 1989/90 geführt haben, ich gebe die Information mal unter Vorbehalt weiter.)
Lage: Man geht die Bahnhofstraße stadteinwärts. Vor einem zweigt die Friedrichstraße in östliche Richtung ab. Nachdem man die Friedrichstraße überquert hat, gleich das Eckhaus.

Geschäft: Tischlerei und Wagenbau Dahmert.
Tischlereiarbeiten aller Art, kleinere Wagen, viele Handwagen, auch Schlitten, vor allem nach dem Krieg lange Zeit viele Reparaturen.
Lage: Neben späterer Tischler Dittmer zum Backleber Tor hin.

Geschäft: Möbeltischlerei Curt Junkel.

Geschäft: Böttchermeister Günther Kaufmann.
Baute Fässer, Holztröge, Holzwannen, kleine Kübel. Hörte ungefähr Ende der 1950-er Jahre auf.
Lage: An der Lohmühle 7.

Geschäft: Keilschindelwerk Karl Winzer.
Lage: Das Werk befand sich in einer Kellerhalle der VEAB auf der Kiebitzhöhe.
Sein villenartiges Privathaus, in dem auch das Büro der Firma untergebracht war, lag in der Schillerstraße, ungefähr da, wo die Albert-Träger-Straße rechtwinklig abzweigt. Dort befand sich am Gartentorpfeiler eine schwarze Steinguttafel. Sie trug die Aufschrift "Keilschindelwerk" sowie noch weitere Firmenangaben. Meiner Erinnerung nach hatte die Tafel außerdem die Form eines Wappens und es war irgendeine stark stilisierte Werbefigur darauf abgebildet.
Der seinerzeitige Betreiber der Firma soll nach Kriegsende die umliegende Wohnbevölkerung relativ kostengünstig mit Brennholz versorgt haben.

Geschäft: Carl Kittler.
Maschinen und Geräte zum Pflügen, Säen, Ernten.
Hauswirtschaftliche Maschinen und Geräte.
Öfen, Herde, Dämpfanlagen.
Zinn-, Lackier-, Eisenkurzwaren, Werkzeuge, Drahtgeflechte.
Existierte bis in die 1950-er Jahre, dann Wolle und Kurzwaren mit Frau Hemmecke.
Lage: Siehe historische Fotografie unten.

Geschäft: Bauglaserei Carl Klube.
Gegründet 1822.
Lage: Mitte des 20. Jahrhunderts befand sich die Firma irgendwo in der Siedlung.

Geschäft: Farben- und Lackegeschäft Gustav Kunze.
Führte daneben auch die bekannten Palm-Zigarren.
Lage: Bahnhofstraße ...

Geschäft: Ingenieur N. Kutz.
- Führte laut historischer Eigenwerbung:
+ Radiohandel und –reparatur.
+ Elektrische Licht- und Kraftanlagen.
+ Bau von Blitzableitern.
+ Reparatur und Umwickeln von Motoren.
Lage: Die Information ist nicht gesichert, aber vermutlich Brückenstraße, in der Mitte zwischen späterem Eis-Café und Drogerie Schubert. Dort befand sich laut Augenzeugen in der Vergangenheit ein solches Geschäft.

Geschäft: Otto Lehmann. Vertretung für Singer-Nähmaschinen.
Lage: Salzstraße 13, ab 1. Oktober 1933 Backlebertor 1. Abgerissenes altes, schmales Haus gleich neben dem Tor. Neben diesem war die damalige Aufkaufstelle für Obst.

Geschäft: Zimmerei, Bautischlerei und Holzhandlung Otto Meißner.

Geschäft: Bau- und Möbeltischlerei mit Glaserei W. Möller.
Lage: Pfortenstraße 4.

Geschäft: Klempnermeister Wilhelm Nieschler.
(Reparierte vor allem Wasser- und Gasleitungen, lötete nach dem Krieg zahllose Kochtöpfe, in denen ein Loch war, da es nichts Neues gab. Besaß als Fahrzeug "Christenverfolger", arbeitete allein oder mit einem Gesellen. War passionierter Angler und Philatelist, wodurch er mit meinem Großvater gut bekannt war. Nach dem Krieg brachte er meinen Großeltern ab und zu kostenlos ein Stück seltenen Räucheraals.)

Geschäft: Glaserei Prellberg. (Fenster, Türen, Bilderrahmen. – Der Sohn wurde nach der Wiedervereinigung für kurze Zeit Bürgermeister.)
Lage: Enge Gasse 3, im Hinterhof der Druckerei Standhardt.

Geschäft: Tischlerei und Stellmacherei Pössel.
Gegründet 1855.
Lage: Roßplatz Ostseite, späteres Fahrradgeschäft Vollrath.

Geschäft: Bildhauerei und Steinmetz-Geschäft Paul Rasemann. Später Steinmetz Scherl.
Lage: Bahnhofstraße 14e, neben Garten Winkelmann.
(Ich bilde mir sogar ein, mich zu erinnern, dass auf dem Grundstück sogar noch zu meiner Zeit, als es das Unternehmen schon längst nicht mehr gab, noch irgendwelche Steinmetzerzeugnisse herumstanden.)

Geschäft: Möbeltischlerei P. Seidenstücker.

Geschäft: Steinmetz Springer.
Lage: Neben Gärtnerei Wilkening, siehe Foto-Baisch im Fotografiekapitel.

Geschäft: Stellmacherei …
Lage: Bahnhofstraße, spätere Filiale des Dienstleistungskombinates.

Geschäft: W. Steinhäuser.
Reparaturen an Fahrrädern, Grammophonen, Schallplatten, Radios, Nähmaschinen.
Höchstwahrscheinlich auch Handel mit den genannten Gegenständen.
Lage: Bahnhofstraße 5.

Geschäft: "Holzhandlung C. Steinicke & Schmidt Kölleda-Burgwenden". Zimmer- und Maurermeister. Holzhandlung. Baustofflager für Maurer, Zweiglager in Großmonra.
Gegründet 1857. Hatte laut einer historischen Werbeeinschaltung den Fernruf Nr. 6.
Lage: Bahnhofstraße, zwischen Friedrichstraße und späterem Jugendklub (Villa gegenüber der Post.).

Geschäft: Wilhelm Tentscher. Mechanische Werkstätte.
Lage: Brückenstraße 15.

Geschäft: "Vonberg & Fundele".
Lage: Zwei-Mann-Maler-und-Tapezierer-Firma. Die beiden waren sehr geschätzt für ihre äußerst gewissenhafte Ausführung von Malerarbeiten.
Sie waren Schwäger. Die Frauen der beiden waren Schwestern. Die Familie Vonberg, er hieß übrigens Heinz mit Vornamen, lebte in der Träger-Straße 8, Fundele, mit Vornamen Josef, im Langen Weg.
Vonberg malte nebenbei auch Bilder. Hingen unter anderem im Flur des Krankenhauses.
Fundele ereilte zu DDR-Zeiten übrigens ein tragisches Schicksal. Als er anlässlich irgendeines staatlichen Feiertages an der Vorderfront des "Konsum" in der Bahnhofstraße die DDR-Fahne befestigen sollte, entglitt ihm diese und fiel zu Boden. Im ersten Zorn entfuhr es ihm: "Ach, heute muss ich doch Sch…. in den Pfoten haben!"
Ein Denunziant schnappte diesen unbedachten Ausruf auf und meldete ihn den Behörden weiter. Wegen angeblicher Herabwürdigung von staatlichen Symbolen der DDR bekam er Gefängnis. Obwohl der Ausruf in Wahrheit ja ein Schelten seiner eigenen Ungeschicklichkeit in dem Moment war …

Geschäft: Dekorationsmaler Paul Weiß.
Gegründet 1901.
Lage: Prof.-Hofmann-Straße 2, neben späterer Zahnarzt- und noch späterer Sportarzt-Praxis, gegenüber "Weißem Roß".

In der Pfortenstraße soll es laut Zeitzeugen auch eine Sattlerei gegeben haben.


Noch ein bisschen was zum Berufsstand des Maurers.
Immer wenn an unserem Haus am Putz etwas zu reparieren war, kam ein junger Maurer mit Namen Sander zu uns. War aber, soviel ich weiß, nicht mit gleichnamiger Kölledaer Baufirma verwandt. Zu Beginn der Achtziger dürfte er so Anfang Zwanzig gewesen sein.

Nach der Wende entstand um den Berufszweig des Maurers eine urbane Legende. Und zwar wurde erzählt, ein Maurer aus der Ex-DDR, der in den Westen gegangen wäre, hätte dort auf seiner Baustelle gefragt, wann denn endlich mal die Steine zu Ende seien und er Pause machen könne. Weil er das von früher her so gewohnt war, dass auf den DDR-Baustellen aufgrund der permanenten Versorgungsengpässe ständig das Baumaterial ausging. Und dann ausgedehntes Frühstück im Bauwagen angesagt war.
War ich anfangs noch geneigt, diese Geschichte zu glauben, wuchsen meine Zweifel, je öfter ich sie hörte. Als ich dann nach Österreich ging und dort haargenau dieselbe Geschichte über einen tschechischen Bauarbeiter hörte, der angeblich auf einer österreichischen Baustelle tätig gewesen sein soll, war mir endgültig klar, dass es sich hierbei um eine Legende handelte.


Zwei Schmieden gab es zur Zeit meiner Kindheit in unserer Stadt. Eine befand sich auf dem Roßplatz, unmittelbare Nähe Eingang Friedrichstraße, und gehörte einem Schmied namens Polke. Ich kann mich noch erinnern, dass man ihn nach Feierabend manchmal auf einer Bank vor seiner Werkstatt sitzen sah. Ich war damals noch ziemlich klein.
Die zweite Schmiede befand sich in der Straße "Am Pferdeteich". Der Name des Besitzers ist mir allerdings entfallen.
Und noch eine dritte, sehr kleine Schmiede hat es bis kurz nach Kriegsende gegeben. An den Namen des Betreibers können wir uns allerdings nicht mehr erinnern. Seinerzeitiger Standort: Man geht die Bahnhofstraße stadteinwärts. Vor einem zweigt die Friedrichstraße in östliche Richtung ab. Nachdem man die Friedrichstraße überquert hat, nicht das Eckhaus, sondern das übernächste Haus.


Ganz früher mal kündigte der Schornsteinfeger in unserer Gegend sein Kommen dadurch an, indem er von Haus zu Haus ging und mit Kreide eine Leiter und ein bestimmtes Datum an die Tür malte. Ist aber schon sehr lange her, kenne das nur noch aus Erzählungen.
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