Befreiungshalle Kelheim - Gemäldegalerie

Befreiungshalle in Kelheim, Untertitel: Phantastik der Freiheit © Angerer der Ältere
Kelheim: Befreiungshalle | Untertitel : Phantastik der Freiheit

Wird von Freiheit gesprochen, so müssen wir feststellen, dass jeder einzelne gemäß seiner Art eine unterschiedliche Vorstellung von diesem Begriff hat.
Das Bild „Phantastik der Freiheit“ stellt die Vergangenheit eines Königs dar, der sich – noch unbeeindruckt vom aufkommenden Zeitgeist moderner Aufklärung – ohne Gleichgewichtsstörungen bewegte. Sicher, die Welt der Monarchie war ungerecht im Sinne des heutigen Gleichheitsanspruches, aber eigenartigerweise war alles, was in dieser vom Volke abgewandten elitären Welt künstlerisch entstand, ästhetisch und anziehend; sogar so anziehend, dass der sich nach Schönheit sehnende Mensch von heute begeistert diese Stätten monarchischer Pracht aufsucht. Dieser Umstand sollte uns zu denken geben, insbesondere hinsichtlich der monotonen Gestaltungslosigkeit unserer Demokratie mit ihren Mehrheitsentscheidungen.
König Ludwig I. zelebriert die „ungenierte“ Freiheit, auch „Desinvolture“ genannt, in der er seinen persönlichen Neigungen und Phantasien ohne Umschweife freien Lauf lässt. In dieser Absolutheit verbirgt sich aber auch der Sinn einer anscheinend geradezu über das „Ganze“ gesonnen wird, sollten diese beschränkten Geister entmachtet und auf ihr Spezialwissen verwiesen werden. Wenn aber jene, die es wissen sollten − Staatsmänner, Geisteswissenschaftler und Künstler − immer nur der rasanten Technologie mühsam hinterherhe- cheln, werden nur nicht tragfähige Stückwerke entstehen. Mögen neunmalkluge Philosophen, Soziologen und Friedensforscher uns ihre geistigen Ergüsse noch so eindringlich als zeitgemäßes Unken nahebringen wollen, so hat der Moloch neuer weltverändernder Erfindungen bereits schon wieder neue Tatsachen geschaffen. Dann geraten die Vertreter der Geisteswissenschaft aufs Neue ins Schwitzen, und mit ihnen die geschwätzigen Neu-Pfaffen.
„Wir dürfen keine starre Religion sein, wir müssen mit der Zeit gehen“, hört man sie wichtigtuerisch schwadronieren, dabei reißen sie einen Eckturm der christlichen Lehre nach dem anderen ein..........
Ausschnitt aus dem Kunstband "Die Rückkehr des Menschen in die Kunst" von Angerer der Ältere
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