Fasten, Veggie-Day und Todesstrafe

Papst Innozenz VIII, "Erfinder des Butterbriefes"
 
Papst Julius II, legte den "Butterbrief" neu auf
Das Wort „fasten“ stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet so viel wie „an den Geboten der Enthaltsamkeit festhaltend“. Es beinhaltete ursprünglich die völlige oder teilweise Enthaltung von Speisen, Getränken und Genussmitteln über einen bestimmten Zeitraum hinweg.
In moderner Zeit kam die Abstinenz von liebgewordenen Gewohnheiten hinzu.

Das religiöse Fasten ist in mehreren Religionen üblich.
Die Gläubigen des Islam praktizieren den Fastenmonat Ramadan. Auch die Juden kennen Fastenregeln.
Die bekannteste Fastenzeit des Christentums ist das 40-tägige Fasten vor Ostern. Hinzu kommen das Fasten vor religiösen Feiertagen und das Freitagsfasten. Unter Quatemberfasten versteht man ein strenges dreitägiges Fasten, das in den 4 Wochen nach den Quatemberterminen (altkirchliche Vierteljahrestermine) durchgeführt wird.

Das Nichtbeachten der Fastenregeln stand früher unter Kirchenstrafe. Um dennoch legal Fleisch essen zu können, kam man auf die Idee, Fisch und Biber, nicht zu den Fleischspeisen zu rechnen.
Der Verzehr von Milchprodukten war ebenfalls verboten. Papst Innozenz VIII machte daraus 1491 ein Geschäft, indem er entsprechende Ablassbriefe, sogenannte Butterbriefe, verkaufen ließ. Dieser Ablass wurde im Jahre 1509 von Papst Julius II erneuert.
Klever wie die Schwaben sind, haben sie die „Herrgottsbscheißerle“, die Maultaschen, erfunden, in denen sie Fleisch unter einem Teigmantel versteckten.

Die Reformatoren des 16. Jahrhunderts kritisierten die kirchlichen Fastengebote als reine Äußerlichkeiten. Ulrich Zwingli, Schweizer Reformator, führte demonstrativ ein Wurstessen während der Fastenzeit durch.
Die Bibel enthält keinerlei Fastenverpflichtungen, dennoch berichtet sie über das Fasten (z. B über König David in 2. Sam. 12, 15 ff).
Jesus Christus warnte in seiner Bergpredigt davor, aus dem Fasten eine publikumswirksame Schau zu machen (Mt. 6,16-18).

Der Reformator Dr. Martin Luther fastete nur noch aus Gewohnheit, nicht mehr aus religiöser Überzeugung. Nach seiner evangelischen Auffassung kann man Gottes Gerechtigkeit nur durch den Glauben, keinesfalls durch Werke erlangen.

Neben dem religiösen Fasten kennt man heutzutage auch das Gesundheitsfasten. Viele praktizieren das Abnehmfasten, eine wenig erfolgreiche Methode das Gewicht dauerhaft zu reduzieren. Andere fasten, um ihr psychisches Wohlbefinden zu verbessern.

Die Partei der Grünen hat das Fasten aus politischen Gründen entdeckt. Katrin Göring-Eckardt und Renate Kynast wollten dem Volk allen Ernstes in Anlehnung an das Freitagsfasten einen fleischlosen Donnerstag, den Veggie Day, verordnen. Gott sei Dank gab es genügend Widerstand, diesen Blödsinn abzuwehren. Im Mittelalter hätte die Idee den beiden Damen zum Verhängnis werden können. Der Goslar-Fan Kaiser Heinrich III (*28.10.1017 + 05.10.1056) befahl unter allgemeiner Zustimmung kurzerhand einige Ketzer aufzuhängen, die den Fleischgenuss verwarfen.
(Kaiser Heinrich III ließ die Kaiserpfalz in Goslar erbauen. Sein Herz ist in der dortigen Pfalzkapelle St. Ulrich beigesetzt. Der Leichnam ruht im Dom zu Speyer).



(Quelle: Wikipedia; Ricarda Huch, Römisches Reich Deutscher Nation S. 226)
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4 Kommentare
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Helmut Kuzina aus Wismar | 04.03.2015 | 03:10  
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Wilhelm Heise aus Ilsede | 04.03.2015 | 08:16  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 05.03.2015 | 01:29  
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Wilhelm Heise aus Ilsede | 05.03.2015 | 08:34  
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