Die Lutherrose, Symbol für Luthers reformatorisches Werk

Die Lutherrose (Foto: gemeinfrei)

Der Anschlag von Luthers 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg am 31.10.1517 gilt gemeinhin als Auslöser der Reformation. Die Christen augsburgischen Bekenntnisses (Confessio Augustana) begehen an diesem Gedenktage das Reformationsfest.

Auf dem Reichstag zu Augsburg (1530) rechtfertigte Philipp Melanchthon die evangelische Lehre.
Luther konnte das Geschehen nur von der Veste Coburg aus verfolgen, denn als gebannter und geächteter durfte er nicht nach Augsburg reisen.

Während dieser coburger Zeit gab Johann Friedrich der Beständige, späterer Kurfürst von Sachsen, das Siegel mit der sogenannten Lutherrose in Auftrag.

Die Vorlage dafür wird dem Löwen- und Papageienfenster der Kirche des Augustinerklosters zu Erfurt entnommen sein. Luther dürfte das Motiv gekannt haben, denn er lebte dort von 1505 bis 1512 als Mönch. Aber auch auf Luthers Doktorring war ein herzförmiger Schild dargestellt und er benutzte schon ab 1519 eine einfache Rose als Symbol.

Die Lutherrose wurde von Luther selbst als "Merkzeichen" seiner Theologie gewertet. Er schrieb am 8.7.1530 an Lazarus Spengler, sie sei

„ein Merkzeichen meiner Theologie. Das erst sollt ein Kreuz sein, schwarz im Herzen, das seine natürliche Farbe hätte, damit ich mir selbst Erinnerung gäbe, daß der Glaube an den Gekreuzigten uns selig machet. Denn so man von Herzen glaubt, wird man gerecht. Ob’s nun wohl ein schwarz Kreuz ist, mortifizieret und soll auch wehe tun, dennoch läßt es das Herz in seiner Farbe, verderbt die Natur nicht, das ist, es tötet nicht, sondern erhält lebendig … Solch Herz aber soll mitten in einer weißen Rosen stehen, anzuzeigen, daß der Glaube Freude, Trost und Friede gibt, darum soll die Rose weiß und nicht rot sein; denn weiße Farbe ist der Geister und aller Engel Farbe. Solche Rose stehet im himmelfarben Felde, daß solche Freude im Geist und Glauben ein Anfang ist der himmlische Freude zukünftig, jetzt wohl schon drinnen begriffen und durch Hoffnung gefasset, aber noch nicht offenbar. Und in solch Feld einen goldenen Ring, daß solch Seligkeit im Himmel ewig währet und kein Ende hat und auch köstlich über alle Freude und Güter, wie das Gold das höchste, köstlichste Erz ist.“

Am 15.09.1530 schrieb Luther an Philipp Melanchthon, dass Johann Friedrich von Sachsen ihn in der Veste Coburg besucht und ihm einen Siegelring geschenkt habe.
Luther verwendete das Siegel ab 1530 für seinen Briefverkehr.

Quelle: Wolfgang Stöckel, Leipzig 1519, Wikipedia,
Luthers Briefwechsel, Weimarer Ausgabe, Band 5, S. 444
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2 Kommentare
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Helmut Kuzina aus Wismar | 31.10.2015 | 20:34  
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Wilhelm Heise aus Ilsede | 01.11.2015 | 09:39  
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