Fotografieren im Zirkus

Beim Zikus und im Varieté hat man es mit schwierigen Lichtverhältnissen zu tun. Häufig muß man viel Bewegung bei wenig Licht einfangen und...
 
... dann kommt es mitten drin noch zu Lichtweechseln, auf die wir uns oder eher die Kamera einstellen müssen.
Die Aufnahmesituationen im Zirkus oder Varieté zählt bestimmt zu den schwierigsten. Vorab sei angemerkt, dass Sie sich in jedem Fall die Erlaubnis zum Fotografieren einholen müssen. Dabei werden Sie dann sicher erfahren, dass es verboten ist ein Blitz zu verwenden. Leider treffe ich immer wieder Leute an die meinen, sich über dieses Verbot hinweg setzten zu müssen. Völlig unverständlich, denn es kann für die Artisten schon sehr gefährlich werden wenn Sie mitten in ihrer Nummer angeblitzt werden! Man braucht sich nicht wundern, wenn das Fotografieren wegen solcher Idioten manches Mal ganz verboten wird - danke!
Das Ganze also ohne Blitzlicht. Da sind wir dann auch schon bei der Problematik. Ein Stativ ist dort auch unangebracht, da Sie damit zu unbeweglich sind, es nimmt zu viel Platz weg oder es stört andere Zuschauer, die auch Eintritt gezahlt haben und sich die Show in Ruhe ansehen möchten. Im Zeitalter der digitalen Fotografie haben wir jetzt aber schon mal einen großen Vorteil gegenüber dem Analogen: Die "Film-"Empfindlichkeit (ISO). Selbst einfache Kompaktkameras und auch Handykameras übertreffen mit Leichtigkeit auch den "schnellsten" (hochempfindlichsten) analogen Film. Also ist hier der Punkt gekommen, da Sie die "ISO"-Empfindlichkeit Ihrer Kamera voll ausnutzen können. Doch Vorsicht: Ein weiteres Problem naht (oder es narrt Sie) - das Bildrauschen. Jener komischer Schleier, der auf Ihren Bildern liegt, die vielen einzelnen Bildpunkte, die das Bild unscharf machen und dann auch noch die, für diese Stelle, falsche Farbe haben. Da wir hier an der Grenze des technisch Machbaren angekommen sind werden die nun mit diesem Bildrauschen leben müssen. Im Nachhinein können Sie Ihre Bilder durch Nachbearbeitungsprogramme noch glätten aber im großen Ganzen müssen wir akzeptieren das hier nicht mehr machbar ist. Sie haben aber noch die Möglichkeit dieses Problem bei der Aufnahme zu minimieren. Fangen wir mit der Brennweite an. Wählen Sie eine kurze Brennweite oder zoomen Sie in den kurzen Bereich. Zum einen erreichen Sie kürzere Belichtungszeiten, die sie noch (ohne zu verwackeln) aus der Hand halten können. Zum anderen haben diese Objektive eine größere Lichtstärke (Anfangsöffnung / kleinere "Blendenzahl"). Für jene, die Ihr Objektiv nicht wechseln können, bedeutet das, dass mit Ihrem Zoom einen möglichst großen Bildausschnitt wählen um möglichst viel Licht durch das Objektiv zu bekommen. Weiter empfehle ich nun eine möglichst weit geöffnete Blende (mögl. kleine Blendenzahl) zu verwenden. Dank des heute beinahe serienmäßig vorhandenen Autofocus paßt sich Ihre Kamera sehr schnell von selbst an neue Aufnahmeentfernungen an, so dass Sie nicht mehr unbedingt auf die Toleranzen, die Ihnen eine größere Tiefenschärfe gibt, angewiesen sind. Den Rest der jetzt noch verbleibt, das ist die Belichtungszeit und die müssen Sie nun der Kamera überlassen, denn ein wenig Spielraum braucht sie ja noch. Achten Sie nur darauf, dass Sie keine längere Belichtungszeit als 1/30 verwenden, da Ihnen von da an das Verwackeln sicher ist. Gerade im Bereich der Artistik und insbesondere der Jonglage wird es Ihnen immer wieder passieren dass sie (bei Showlicht) die Bewegungen nicht mehr "einfrieren" können. Mir ist das ganz extrem bei Diabolo-Shows aufgefallen, da diese eine unwahrscheinliche Geschwindigkeit haben. Da man beim digitalen Fotografieren nicht mehr nach spätestens 36 Aufnahmen einen neuen Film einlegen muß, mache ich zunächst von jeder "Nummer" meine Bilder. Oft lasse ich den Finger länger auf dem Auslöser und schieße so Serien. So habe ich dann meißt auch verwertbare Aufnahmen dabei. Diese Serien sollten aber auch nicht zu lang sein, da Sie oft auch einen Lichtwechsel haben. Deshalb müssen Sie Ihrer Kamera die Gelegenheit geben sich buchstäblich auf das neue Licht einzustellen! Also: Serie unterbrechen, messen und wieder ein Bild machen.
Versuchen Sie sich und lernen Sie Ihre Kamera und ihre Möglichkeiten kennen.
Ich wünsche Ihnen weil Spaß und Erfolg dabei und freue mich darauf Ihre Bilder hier(?) zu sehen.

P.S. Ich danke an dieser Stelle unserer MH-Kollegin Rita Schwarze aus Erfurt (http://www.myheimat.de/erfurt/profile/rita-schwarz...) für ihren Kommentar auf meinen Beitrag, mit dem sie mich zu diesem Beitrag angestiftet (ach nee - man sagt ja "inspiriert") hat!
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4 Kommentare
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Hans-Werner Blume aus Garbsen | 04.02.2015 | 12:26  
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Karl-Heinz Mücke aus Pattensen | 04.02.2015 | 13:32  
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Rita Schwarze aus Erfurt | 04.02.2015 | 22:20  
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Jens Schade aus Hannover-Döhren-Wülfel-Mittelfeld | 07.02.2015 | 12:19  
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