Ein „Eigengewächs“ der Musikschule Gersthofen

Gerhard Schuster unterrichtet seit vielen Jahren an der Gersthofer Sing- und Musikschule.
 
Gerhard Schuster und das Nachwuchsorchester „Sunny Mood“. Er leitet den engagierten Klangkörper. (Foto: privat)
Gersthofen: Sing- und Musikschule | Gerhard Schuster unterrichtet seit vielen Jahren an der Sing- und Musikschule Gersthofen Klarinette, Saxophon, Blockflöte und Akkordeon. Er leitet dort das Nachwuchsorchester „Sunny Mood“. Wir sprachen mit ihm.

Frage: Was bedeutet Musik für Sie persönlich?

Gerhard Schuster: „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“, sagte Friedrich Nietzsche. Ich könnte es mir nicht vorstellen, Tage ohne gehörte, gespielte, ja gelebte Musik zu verbringen.

Frage: Welchen Komponisten der Vergangenheit halten Sie für den „Größten“?

Schuster: Den Größten schlechthin gibt es für mich nicht. Ich finde viele genial aus ihrer Zeit heraus. Da können sich Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel, Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert und Ludwig van Beethoven zu John Lennon, Paul McCartney oder Freddy Mercury stellen. Auch Walther von der Vogelweide findet da neben vielen anderen seinen Platz. Sie alle haben ihre Zeit bis heute durch großartige Werke überdauert.

Frage: Welches Musikstück gefällt/gefallen Ihnen besonders?

Schuster: Franz Schuberts neunte Sinfonie – die „Unvollendete“ - mit ihrem dramatischen Klang hat sich mir ebenso eingebrannt wie auch Dvořáks neunte Sinfonie („Aus der neuen Welt“). Aus der Rock-Musik finde ich die „Bohemian Rhapsody“ mit ihren unterschiedlichen Stimmungen und dem durchkomponierten Satz einfach genial.

Frage: Wie urteilen Sie über die gegenwärtige Pop- und Rockszene?

Schuster: Es gibt immer wieder „Newcomer“, die aber oft genauso schnell wieder in der Versenkung verschwinden, oft wohl, weil die Songs zu oberflächlich sind und sich dem Zuhörer nicht einprägen. Es fehlt der Wiedererkennungswert.

Frage: Wie sind Sie zur Sing- und Musikschule Gersthofen gekommen?

Schuster: Ich bin wohl das, was man ein „Eigengewächs“ nennt. Als ich in der zweiten Schulklasse war, durfte ich mit meiner Melodica zu Roland Laritz in die Sing- und Musikschule gehen, der mich dann bald zum Akkordeon brachte. Ich spielte mich durch die damals noch fünf Akkordeonorchester und landete schließlich im ersten in der vierten Stimme.
Später lernte ich noch Klarinette und Saxofon. In den 1990er-Jahren war ich auch in der Vorstandschaft aktiv. Dann entfernte ich mich beruflich bedingt einige Zeit, um wenige Jahre später durch die eigenen Kinder wieder mehr Kontakt zu bekommen. Im Jahr 2006 unterrichtete ich dann als Klarinettenlehrer mit zwei Schülern.

Frage: Was planen Sie für die Zukunft: a) beruflich, b) mit der Musikschule, c) privat?

Schuster: a) und b) sind nahezu deckungsgleich: Weiteren Kindern die Freude an der Musik zu vermitteln und qualifiziert am Instrument auszubilden um dann auch in den Orchestern und Gruppen gute Musiker zu haben. Privat möchte ich es weiterhin so beibehalten: Meine Familie hat, auch wenn es manche so nicht lesen wollen, eine hohe Priorität.

Frage: Mit welcher Person möchten Sie gerne mal für einen Monat tauschen?


Schuster: Mit so manchem Politiker, der dann mal sieht, wie viel Arbeit doch in der musikalischen Erziehung steckt, die aber - nicht nur finanziell - zu wenig wertgeschätzt wird.

Frage: Wo liegen Ihre Stärken, wo ihre Schwächen?

Schuster: Meine Stärke ist, dass ich mich schnell auf neue Stücke oder andere Personen einstellen kann, wenn ich will. Da sind wir aber auch schon bei meiner Schwäche: Mein Dickkopf und eine gewisse Ungeduld gegenüber anderen.

Frage: Was nervt Sie am meisten?

Schuster: Geräusche, die ich nicht hören will.

Frage: Ihre Hobbys?

Schuster: Musizieren mit anderen, ohne sie belehren zu müssen. In meinem Garten arbeiten. Mit der Familie oder Freunden reden und feiern.

Frage: Sie haben drei Wünsche frei. Welche sind es?

Schuster: Gerechtigkeit und Frieden auf der ganzen Welt. Hauspersonal, das mir die ungeliebten Arbeiten abnimmt. Ein eigenes Orchester, das immer schön, gut und richtig spielt.

• Übrigens: Das Nachwuchsorchester „Sunny Mood“ der Sing- und Musikschule Gersthofen hat immer Platz für junge und jung gebliebene Musiker, die sich in einem größerem Ensemble richtig austoben wollen. Auf dem Programm stehen fetzige Stücke aus dem Rock- und Popbereich. Neben den Blasinstrumenten (Saxofon, Klarinette, Posaune, Trompete, Bariton und Querflöte) kommen auch Schlagzeuger, Keyboarder und Bassisten zum Einsatz. Auftritte auf den großen Konzerten der Musikschule sind auch geboten – mindestens drei Mal im Jahr. Wer Lust hat mitzuspielen, sollte eine rund einjährige Erfahrung auf seinem Instrument mitbringen und einfach mal in die Probe kommen. Diese findet immer freitags von 18.30 bis 19.30 Uhr in der Musikschule Gersthofen, Quellenstraße 7, statt.
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