Waldkindergarten

  Der Waldkindergarten - Matschen um seiner selbst willen/ fit für PISA?


Längst sind die Vorteile, die ein Waldkindergarten bieten kann, bekannt:
Die Kinder bauen durch den stetigen Aufenthalt in der Natur bei Wind und Wetter ein stärkeres Immunsystem auf. Sie sind nicht dem Lärm einer Gruppe in einem Raum ausgesetzt. Mehr noch, sie können Stille erfahren. Sie haben bessere Rückzugsmöglichkeiten ohne Störung von außen, wenn sie das brauchen. Der Aufenthalt in der Natur und die Beschäftigung mit den umgebenden Tieren und Pflanzen weckt die kindliche Neugier, den Forscherdrang, die Entdeckungslust. Hier ist Entfaltung ohne Leistungsdruck möglich. Die Sinne werden auf natürliche Weise geschärft. Das für die Augen so wichtige Sehen in die Ferne ist im Freien leichter möglich.
Die unterschiedlichen Grüntöne in der Natur ermöglichen differenzierte Wahrnehmung. An das Ohr dringen neben den menschlichen Lauten der Gesang der Vögel und die Laute anderer Tiere. Das Riechen wird angeregt durch den spezifischen Geruch des Waldbodens, der Blumen und der frisch gemähten Wiesen. Der Gleichgewichtssinn wird geübt durch unebenes Gelände, durch Balancieren auf einzeln liegenden Baumstämmen. Die Bewegungsentwicklung allgemein wird begünstigt durch die unterschiedliche Struktur der Umgebung: Sei es das Erklimmen von Hängen, das Laufen auf Waldboden, der von Stöckchen übersät ist, wo Brombeerschlingen lauern, wo Baumwurzeln den Weg queren, all das ist eine gute Herausforderung zur grobmotorischen Entwicklung, die von Kindern als selbstverständlich genommen wird. Gleichermaßen wird die Feinmotorik geübt, wenn z.B. Fichtennadeln aufgehoben werden wollen, da sie unbedingt zum Spiel gebraucht werden. Der Kreativität der Kinder sind kaum Grenzen gesetzt. Ein Zapfen ist nicht nur ein Zapfen, er ist auch ein Brot im Kaufladen-Rollenspiel, er bildet den Zaun um ein Spielgelände usw. All diese natürlichen Sinnesanregungen beeinflussen die Synapsenbildung im Gehirn und damit positiv die Gehirnentwicklung. Prof. Dr. Gerald Hüther (Neurobiologe) hat dazu viel geforscht und veröffentlicht.

Neben Sinnes-, kognitiver und Bewegungsentwicklung hat die emotionale Entwicklung der Kinder einen wichtigen Stellenwert. Kinder können in der Natur leichter Empathie mit allen Lebewesen entfalten. Sie interessieren sich für die entdeckten Insekten, Frösche und Vögel. Indem sie darüber mehr erfahren, können sie Liebe und Wertschätzung zu diesen Wesen aufbauen. In Zeiten schwindenden Wissens über die Natur und Überbetonung von Profit eine äußerst wichtige Kompetenz. Das Fühlen ist Voraussetzung für das Lernen. Und je mehr unsere Emotionalität angesprochen ist beim Lernen, desto besser und leichter lernen wir. Je lebendiger wir sein können, desto näher sind wir am Menschsein. Je mehr wir uns entfalten können, je mehr wir innerlich und im Kindesalter wachsen können, desto zufriedener sind wir. Und die Natur – nicht die Naturanimation in einem noch so tollen, aber künstlich angelegten Erlebnispark – bietet dazu einen guten Rahmen.
Zufriedenheit und daraus resultierend Frieden, das können wir in unserer Zeit mehr als dringend gebrauchen.
(Thea Wolf)


Im Fuchstal ist ab Frühjahr 2015 ein Waldkindergarten geplant. Der Infoabend dazu findet statt am Mittwoch, 26. Nov. 2014 um 20 Uhr im Gasthaus Blätz, Fuchstal, Am Bahnhof 1 zwischen Leeder und Asch.
Ansprechpartnerin ist Thea Wolf, Tel. 08243-3053.
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