Historischer Trimmpfad in Friedrichsdorf

Stück von einem großen Wegweiser zum Vita-Parcours (in Friedrichsdorf nicht vorhanden)
 
Übersicht über die Lage der Trimmstationen
Friedrichsdorf: Friedrichsdorf |

In den siebziger Jahren entstanden in Deutschland über 1000 Trimmpfade vom Typ "Vita Parcours". Nur noch wenige davon sind übriggeblieben, während die meisten abgebaut oder mit anderer Ausstattung versehen worden sind. In Friedrichsdorf am Taunus gibt es noch einen Vita-Parcours mit relativ originaler Ausstattung.

Den Vita Parcours in Friedrichsdorf findet man, wenn man der Dillinger Straße Richtung Köppern bis zum Waldrand folgt. Am Waldrand geht es nach Links zum Trimmpfad. Ein Wegweiser mit der Aufschrift "Vita Parcours" und "Trimm Dich durch Sport" weist den Weg zur ersten Station. Normalerweise steht am Beginn eines Vita-Parcours ein Schild mit einer kurzen Anleitung, welches in Friedrichsdorf aber nicht mehr vorhanden ist. Auf dem Startschild erfährt man beispielsweise, dass die auf kleinen Wegweisern vorhandenen Symbole "Gehen" und "Laufen" bedeuten.

Der Weg verläuft ein Stück am Waldrand. Danach geht es nach Rechts in den Wald, wo sich in kurzen Abständen die ersten Übungsstationen befinden, welche lediglich aus Schildern mit Anleitungen zu Übungen bestehen. Daneben finden sich auch noch Schilder von einem Wald- und einem Vogellehrpfad, die sich ebenfalls in dem Waldgebiet befinden. Die Lehrpfade verlaufen teilweise auf dem Trimmpfad. Das erste Stück vom Trimmpfad gehört auch zum Waldlehrpfad, welcher an der Kreuzung vor Station 5 nach rechts abbiegt.

Wie bei jedem Vita-Parcours gibt es das erste Übungsgerät an Station 6, nämlich eine Holzkonstruktion zum Froschhüpfen. Der gute Zustand lässt darauf schließen, dass die Holzteile vor nicht allzu langer Zeit ausgetauscht wurden. Wegen der begrenzten Haltbarkeit von Holz wird man kaum gut erhaltene Übungsgeräte aus der Entstehungszeit der Vita-Parcours finden.
An Station 8 kann man Klimmzüge üben. In den letzten Monaten hat jemand des Gerät mit einer unüblichen Ausstattung in Form eines Boxsacks versehen, welcher an einer der Stangen für die Klimmzüge hängt.

Nach Station 8 geht der bisher schnurgerade verlaufende Weg in eine Linkskurve über.
Nach Station 10 (Rumpfkreisen) folgt ein leider aufgegebenes Element des Trimmpfads in Form einer Treppe. Die Holzstufen, welche über einen Wall in den alten Steinbruch führen, sind noch vorhanden. Normalerweise sollte ein Wegweiser mit der Aufschrift "Gehen, Laufen oder Hüpfen" auf die Treppe verweisen. Möglicherweise wurde der Nutzer des Trimmpfads nach Überquerung des Erdwalls ebenerdig wieder zum Weg zurückgeführt.

An Station 11 finden sich alte und neue Holzteile. Die alten Teile, welche auf dem Boden liegen, sind morsch und teilweise zerfallen. Sie stammen wahrscheinlich noch von der Erstausstattung des Trimmpfads. Ein Stück weiter wird eine Wegekreuzung überschritten, an der zahlreiche Wegweiser für Wanderer und Radfahrer zu finden sind. Auch auf einen vom Rhein-Main-Verkehrsverbund beschilderten Rundweg trifft man hier.

Station 13 war bei einem Besuch im April 2014 in schlechtem Zustand. Für diese Übung werden normalerweise Holzstücke in einem Ständer bereitgestellt. Der Ständer war zerstört, wurde aber später durch einen Neubau ersetzt. Der Trimmpfad verläuft hier auf einem kurvigen Pfad zwischen den Bäumen. Wenn man rechts an Station 13 vorbeigeht, kommt man zu einer Schutzhütte.

Das Schild von Station 15 ist an der oberen Seite richtig in den Baum, an dem es befestigt wurde, eingewachsen. Unter der Bennenung der Übung "In Stütz springen" wurde nachträglich noch der Text "Ruhig durchatmen" hinzugefügt. Gegenüber von Station 16 befindet sich ein Wegweiser, der ebenfalls eingewachsen ist und dabei ziemlich verbogen wurde. Leider ist er inzwischen durchgebrochen.

Auf dem Weg zur Station 17 kommt man an einigen schönen Adlerfarnen vorbei. Bei Station 18 steht man am Waldrand in der Nähe einiger Gebäude. Das größte ist ein am Rande des Waldes stehendes Tagungshotel.

Nach dem Überqueren des Hauptwegs, an welchem sich die Stationen 11 und 12 befinden, geht es bergab geradeaus Richtung Startpunkt. Der erste Teil des Wegs ist ein holpriger Pfad, an welchem man zu den letzten beiden Stationen kommt. Ein Stück weiter erreicht man den Abzweig zu Station 1, ab dem der Weg wieder breit und gut geplegt wird.

Die Fotos vom Trimmpfad entstanden im Zeitraum vom 6. April 2014 bis zum 4. November 2015. Bei der Begehung am 6. April 2014 habe ich außerdem alle Schilder, die durch Moos oder andere Ablagerungen stark verschmutzt waren, gereinigt. Einige Fotos zeigen den Zustand vor und nach der Reinigung. Außerdem zeigte sich, dass am Trimmpfad eine regelmäßige Instandsetzung stattfindet, da einige Teile ausgetauscht wurden. Schließlich verweist die Stadt Friedrichsdorf in ihrem Webangebot unter der Rubrik "Freizeit & Kultur" auf den Trimmpfad - wenn man mit einem Trimmpfad wirbt, sollte dieser auch gepflegt werden.
Leider sind nicht mehr alle Schilder im besten Zustand. Ein Ersatz durch Originalschilder ist kaum möglich, da der Hersteller aus Dietzenbach 2010 die Produktion eingestellt hat und nur noch Reste verkauft.

Nur noch wenige hessische Städte verfügen noch über einen echten Vita-Parcours. In Hessen findet man den Trimmpfad-Klassiker noch in Ronshausen nahe der Grenze zu Thüringen und in der an Friedrichsdorf angrenzenden Kurstadt Bad Homburg. In Bad Homburg sind aber die originalen Schilder bis auf einzelne Wegweiser nicht mehr vorhanden.

Links
Vita-Parcours in Ronshausen
Vita-Parcours in Bad Homburg
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.