Das Bleigießen gehört auch heute noch zu den alten Orakelbräuchen.

Friedberg: Silvester | So schwer das Leben früher manchmal war, so einfach schien der Blick in die Zukunft. Besonders in der Silvesternacht versuchte man den Schleier des Schicksals etwas zu lüften und den Blick auf das Kommende zu erhaschen.
Besonders waren Liebesorakel populär und so ging man beim Dunkelwerden zum nächsten Zaun um von einem beliebigen Punkt die Zaunlatten zu zählten. Sollte am Ende eine ungerade Zahl herauskommen, bedeutete dies, dass man ledig blieb. Anderswo versuchte man die Schönheit des künftigen Bräutigams am neunten Stecken prophetisch festzulegen – dann meinte man zu wissen, ob er kurz oder lang, dick oder schlank geraten würde…
Ab Mitternacht begann dann das Pantoffelwerfen so erfuhr man, ob im neuen Jahr der ersehnte Hochzeiter kommen würde. Dazu warf das Mädchen einen Pantoffel über die rechte Schulter. Aus der Richtung, in der die Schuhspitze zeigte, würde dann der Bräutigam kommen. Doch es ging auch noch genauer, denn zeigte die Schuhspitze in Richtung Tür, stand im nächsten Jahr die Hochzeit an, zeigte sie dagegen ins Zimmer, musste das Mädchen noch mindestens ein weiteres Jahr auf einen Bräutigam warten.
Das Bleigießen gehört auch heute noch zu den alten Orakelbräuchen, - mit einem Unterschied: Früher wurde nicht nur Blei, sondern auch geschmolzenes Kerzenwachs verwendet, das ins kalte Wasser geschüttete wurde. Nicht anders als beim Blei ergaben sich auch hier bizarre Formen, in die sich wunderbar das Schicksal des nächsten Jahres hinein deuteln ließ. So deuteten Ring- oder Kränzchenformen auf eine baldige Hochzeit und alles was an eine runde Scheiben erinnerte, ließ auf Geld hoffen. Vor Kreuze oder zerbrochene Ringe hatte man dagegen Angst, weil sie als böses Omen galten. Ganz rigoros waren die Schicksalprognosen: Denn wer sich beim Beten versprach oder am nächtlichen Himmel eine Sternschuppe sah, auf den wartete im neuen Jahr angeblich der Tod.
Im Mittelalter zählte der Theologe Thomas von Aquin das Bleigießen zu den für Christen verbotenen abergläubischen Handlungen. Allein Gott wisse die verborgenen, zukünftigen Dinge, sagte er.
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Knippsi Knippsilein aus Ellgau | 31.12.2013 | 17:41  
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Andreas Köhler aus Greifswald | 31.12.2013 | 17:51  
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Peter Perrey aus Neustadt am Rübenberge | 31.12.2013 | 18:25  
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Ingeborg Behne aus Barsinghausen | 31.12.2013 | 18:55  
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Erika Bf aus Neusäß | 31.12.2013 | 19:59  
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Gertraud Zimmermann aus Rain | 31.12.2013 | 23:08  
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Roswitha Bute aus Soltau | 01.01.2014 | 00:44  
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Peter Perrey aus Neustadt am Rübenberge | 01.01.2014 | 10:39  
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Gertraud Zimmermann aus Rain | 01.01.2014 | 10:46  
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Christl Fischer aus Friedberg | 01.01.2014 | 14:20  
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Christl Fischer aus Friedberg | 01.01.2014 | 15:10  
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Peter Perrey aus Neustadt am Rübenberge | 01.01.2014 | 15:13  
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Christl Fischer aus Friedberg | 01.01.2014 | 15:43  
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Claudia L. aus Knüllwald | 03.01.2014 | 17:58  
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Christl Fischer aus Friedberg | 04.01.2014 | 16:23  
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Christl Fischer aus Friedberg | 06.01.2014 | 15:44  
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