"Machet die Tore weit" - Festliches Konzert mit dem Madrigalensemble Helmut Maschke

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Das Madrigalensemble Helmut Maschke nach dem feierlichen Konzert in der Klosterkirche Holzen. (Leider etwas unscharf geworden!)
„Machet die Tore weit“
Festliche Chormusik zu Advent und Weihnachten

Von Rosmarie Gumpp

Wer ein Konzert des Madrigal-Ensembles Helmut Maschke besucht, kann mit Recht erlesenes A-cappella-Liedgut erwarten, sauber intoniert und dargeboten in homogenem Chorklang, wobei die einzelnen Stimmen bestens aufeinander abgestimmt sind und sich zu einem harmonischen Klangbild vereinen. So auch am zweiten Adventssonntag, als das Madrigalensemble Helmut Maschke zu einem feierlichen Konzert in die Klosterkirche Holzen einlud.

Nach der Begrüßung der Zuhörer durch die Oberin Sr. Isentrudis eröffnete das sieben Mitglieder zählende Vokal-Ensemble das Programm mit einem mächtigen, breit strömenden „Machet die Tore weit“ (A. Hammerschmidt). Im Gegensatz dazu bildeten die nachfolgenden Marienlieder „Am Himmel blühn drei Rosen“ (Satz H. Maschke) und „Übers Gebirg Maria geht“ (J. Eccard) einen schlanken, filigran gestalteten Kontrapunkt, der in der wunderbar herausgearbeiteten dritten Strophe des „Maria durch ein Dornwald ging“ (Satz: G. Wolters) gipfelte. Anschließend erklangen reizvolle, teilweise im Faux-Bourdon-Stil gehaltene Sätze des Chorleiters: „Es kommt ein Schiff geladen“ und „Nun komm der Heiden Heiland“, Lieder, die zu den ältesten bekannten adventlichen Gesängen gehören.

Den Beginn des weihnachtlichen Konzerteils bildete ein sich von der Zwei- bis zur Sechsstimmigkeit steigerndes „Ein Kind geborn zu Bethlehem“ (M. Praetorius). Das anschließende „Ich steh an deiner Krippen hier“ (J. Eccard) gestaltete das Ensemble mit einem bewundernswerten Legato und einer großen dynamischen Bandbreite. In festlichem Glanz erstrahlte das polyphone „Freut euch und jubiliert“ (S. Calvisius) und gemahnte dabei an schlank geführte Trompetenklänge. Tänzerisch und transparent gelang das „Lieb Nachtigall, wach auf“ (Satz: W. Träder), wo hingegen der Refrain-Teil des fränkischen Volksliedes „Den geboren hat ein’ Magd“ (Satz: H. Chemin-Petit) durch ein anrührendes, die Stille des Raumes einschließendes Pianissimo faszinierte. Zum Abschluss überzeugte das Ensemble noch einmal mit großer Klangfülle; die Ensemble-Mitglieder sangen das sechsstimmige „O Freude über Freude“ (Satz: H. Maschke) intensiv und – ohne dabei zu forcieren - mit großer Präsenz der Stimmen.

Bereichert wurde das stilvoll aufeinander abgestimmte Programm mit barocken Instrumentalstücken, musiziert von Sophia Neuz (Blockflöten) und Monika Bator (Continuo): perlende Sopran-Flöten-Läufe im Allegro von John Baston und warme, tragende Töne auf der Alt-Flöte in der Gavotte von Jean-Baptiste Loeillet.

Als Dankeschön gab das Ensemble den begeisterten Zuhörern noch das beschwingte alpenländische Weihnachtslied „Es hat sich halt eröffnet das himmlische Tor“ mit auf den Nachhauseweg. Lang anhaltender Applaus war der Dank des aufmerksam lauschenden Publikums an die Künstler.
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