Als Landrat Sailer, MdB Durz und MdL. iR. Strehle sich aufmachten, das Gruseln zu lernen

Erdrückend dicht behängt sind die privat finazierten Museumsräume in Diedorf, durch die der "Herr der Masken" Stöhr den hohen Besuch Landrat Martin Sailer, Max Strehle, MdB Durz (nicht im Bild) führen durfte. (Foto Herbert May)
Diedorf: haus der kulturen | Das Haus der Kulturen und internationale Maskenmuseum in Diedorf soll unbedingt ein Publikumsmagnet des Bezirks Augsburg werden, waren sich die hohen Herren einig, die da neulich auf Vermittlung von MdL. i. R. Max Strehle ins HdK. Diedorf zu informativem Besuch kamen. Landrat Martin Sailer und Minister des Bundes Hans-Jörg Durz waren äußerst erstaunt und begeistert, mit welchem außergewöhnlichen Bestand das Museum in Diedorf aufwarten kann. Dort , wo sonst vor Allem Kinder und Jugendliche über den Köpfen der anderen Besucher durch den niedrigen Gruselparcours kriechen, bewegten sich die Herrschaften mit Schlips und teurem Anzug und trotzdem turnerisch und jugendlich behend mit fast schon kindlichem Frohmut, deutlich aber ganz ehrlich begeistert zwischen grinsenden Teufeln und bösartigen Geistern hindurch und bewältigten diese Herausforderung mit Bravour. Neben der Fülle an alten und authentischen Masken aus sämtlichen Kulturkreisen der Welt , die den Besucher dicht an dicht gehängt im Maskenmuseum anstarren, überzeugte Sie vor Allem auch das Konzept des Museums, Moderne Kunst, fremde Kulturen und heimisches Brauchtum im Haus der Kulturen auf eine gemeinsame Ausstellungsebene zu bringen. Im Gespräch mit den Politikern wurde neben hohem Lob über das private und finanzielle Engagement des Sammlers Michael Stöhr natürlich auch über die weitere Zukunft der weltweit größten Sammlung von über 8000 Masken gesprochen, die den meisten Besuchern in dem kleinen Rahmen der 700 qm in dem alten und vom Sammler selbst finanzierten und renovierten Bauernhaus unmittelbar an der B300 als viel zu dicht gehängt erscheinen muss. Eine mögliche Lösung erschien bisher eine Aufteilung der Sammlung auf verschiedene Ausstellungsorte im In- und Ausland, die sich mit größerer finanzieller Beteiligung an der Einrichtung von Museumsräumen und der weiteren Betreuung der Sammlung interessiert zeigen. So plant die Gemeinde Kirchseeon bei München mit der großen Perchtengruppe in den kommenden Jahren ein Museum („ Maskeum“) zu bauen, das momentan fast noch ohne Ausstellungsstücke ist. In San Michele all`Adige in Südtirol ist ein Schlossmuseum mit seinem gerade in den europäischen Maskenbräuchen engagierten Direktor Giovanni Keziche (carnival, king of Europe) auch im Kontakt zu anderen europäischen Kulturen ein bestens geeigneter Ort und auch sogar vom weit entfernten Pernik in Bulgarien, in dem jedes Jahr bis zu 3000 Maskenläufer aus aller Welt den Winter vertreiben, kamen Wünsche an das Maskenmuseum Diedorf heran. Unbedingt, so meinte jetzt aber die hohe Politik beim Besuch, müsse dieses Kleinod im Augsburger Raum gehalten werden. Die Suche nach einem geeigneten, viel größeren vom Bezirk finanzierten Museumsgebäude soll, so verriet unser aller Hoffnungsträger und Gönner der Vereine, MdL. Max Strehle, hiermit gestartet werden.
Dabei ist das Museum in seiner jetzigen Form, schauerlich dichtbehängt, mit Grusel-parcours und spannend erzählten Geschichten begleitet und mit der Möglichkeit, auch durch das eigene Aufsetzen der Masken in lebendigen Kontakt mit ihnen zu treten, gar nicht einmal im Konzept so daneben. Da die Macher dort im Museum immer auch wieder mit der Uni und Fachhochschule Augsburg zusammen arbeiten, ergab sich jetzt auch ein Forschungsprojekt, bei dem die Studenten der Fachrichtung Kunstpädagogik/Medienpädagogik unter Professorin Schmid-Maiwald die Augsburger Museen im Vergleich in Hinsicht auf Ihre Verbesserungsmöglichkeiten beurteilen sollten. Hierbei war überraschenderweise im Vergleich mit Ballonmuseum und Maximilianeum: (so langweilig!!) die einstimmige Meinung über das Maskenmuseum: „ ja hier nichts großartig verändern - das ist ja so erlebnisreich und spannend – da wollten wir gar nicht mehr herausgehen - alles so lassen!!“. Dennoch hat der Museumsmacher Stöhr noch einiges zur Verbesserung im Kopfe und da geben natürlich auch die schriftlichen Hausarbeiten der angehenden Medien- und Museumspädagogen, die nach den Ferien abgegeben werden sollen, sicher noch interessante Details zur Überlegung mit dazu. Das grundsätzliche Konzept, einmal im Jahr mit einem Künstlerfest mit vielen Angeboten in und um das Museum am 1. Mai beim Maimarkt in Diedorf eine neue Wechselausstellung zur Vernissage zu bringen, wird dies nichts ändern.

In der momentan gezeigten Jahresausstellung „ Vom Schrei der Hände “ werden religiöse Plastiken unserer Heimat und profane Gegenstände wie alte Gliederpuppen hinsichtlich der Gestik und Körperhaltung in Vergleich gesetzt zu einer wilden und expressiven Schar enorm ausdrucksstarker Skulpturen aus Afrika und den Bergvölkern Asiens. Der im Augsburger Umfeld bestens bekannte Künstler Norbert Kiening hat zur Ausstellung großformatige Farbholzschnitte beigetragen, die durch Ihre expressive Gestaltung mit dem rotierenden Zahnkamm der Motorsäge , gleichsam wie aus dem „Schrei der Hände“, der Bewegung der werkenden Arme, dazu interessant harmonieren. Hierzu wiederum von der Moderne der Kunst in den Beginn der Zeit zurückversetzt, zeigt die umfangreiche Ausstellung eine Fülle von steinzeitlichen Werkzeugen wie Faustkeile und Steinäxte mit denen der frühe Europäer ebenso wie Indianervölker und Kulturen in Papua-Neuguinea den Händen Kraft und Ausdruck verliehen. Die Ausstellung: „ Vom Schrei der Hände „ ist auch am 3. Oktober während der Diedorfer Kulturmeile von 15.00 bis 19.00 Uhr geöffnet, jederzeit sonst bei Anruf: 08238/60245 und bis zum 1. Mai 2017.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.neusässer | Erschienen am 01.10.2016
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