Halloween und die Urangst vor den lebenden Toten

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Diedorf: Maskenmuseum | „Tricks oder Treets“ ist die Frage der von Haus zu Haus ziehenden gruselg maskierten Kinder am Halloweenabend. Süße Geschenke oder üble Tricks. Ein bisschen gibt es sicher immer von Beidem, sonst wird die Erwartungshaltung nicht erfüllt und der Spaß geht verloren.
Ursprünglich war dieser Umzug der Kinder wie viele andere Bettelgänge von Haus zu Haus im 19. und zu Beginn des 20. Jhdt.s eine Möglichkeit die Familie und die Eltern , die als Landarbeiter nur im Sommer bezahlt wurden, mit süß, salzig oder sauer haltbar gemachten Lebensmitteln über den bitteren Winter zu bringen.
Noch weiter in der Zeit zurückgeblickt, war die Verehrung der Verstorbenen, der Seelen, am Abend vor Allerheiligen (All hallows eve(ning)) namengebender Auslöser für dieses Fest. Samhain hieß es bei den alten Kelten in Irland.
Ist es jetzt aber nur Liebe und Verehrung, die man den Verstorbenen gegenüber empfand? War es nicht eher so, dass man Ihnen so wie in anderen Kulturen lieber die Ihnen zugedachten Leckereien, Speis und Trank, den Schnaps und die Zigaretten zum Grab brachte. War dafür nicht eher die Angst Auslöser, die Toten wären den Lebenden neidig gestimmt und kämen, deshalb an ihrem Festtag zu und in die Häuser ihrer lebenden Verwandten?
Bei vielen Völkern der Antike weiß man, dass der Ort für die Toten als nicht besonders angenehm geschildert wird. In der Kälte des Hades irrten die Toten in Nebel und Vergessen ziel- und planlos umher. Wen wundert es da, wenn sie sich da nach dem warmen Heim ihrer Verwandten sehnten.
In den Begräbniszeremonien vieler Völker wird deshalb der Tote oft in sein Leichenhemd oder den Sack eingenäht oder mit Stoffbinden oder Schnüren um wickelt . Letzteres kennt man natürlich am ehesten aus den Bandagen der ägyptischen Mumien. Nicht so bekannt, ist , das der Begriff Masche für die Bandage, das Netz, das die Langobarden ihren Toten um den Leib und um den Kopf wickelten und das mit Leim gestärkt war, auch für die Entstehung des Begriffs Maske entlehnt wurde. (Dieser bemalte Kopfverband wurde bei Familienfesten von Schauspielern aus der Gruft genommen, um damit den noblen Verstorbenen verkörpern zu können).
Der Tote sollte also gefälligst da bleiben, wo man ihn vergraben hatte. Wenn man sich um ihn kümmern wollte, würde man schon auf die Gräber gehen und so wie beim mexikanischen Dia de los muertes dort mit den Toten feiern.
Wenn in Westafrika (bei den Senufo) ein alter Mann gestorben ist, müssen Frauen und Kinder im Haus bleiben, während die Männer und die maskierten Hyänentänzer kommen , um die in viele wertvolle Tücher gewickelte Leiche aus dem Dorf hinaus zu tragen. Hierbei drehen und wenden sie den Toten, um ihn so zu verwirren, dass er nicht mehr zum Dorf zurückfindet.
Die Angst vor den wiederkehrenden Toten muss bei vielen Völkern also riesengroß sein.
Auch im alten Voodookult in Togo, Benin und Nigeria. Die Voodoosi, die Priester und Pristerinnen des Voodoo schmincken sich mit weiser Asche oder Kaolin. Denn dort sind auch die Geister weisshäutig bis grau, der Farbe der Verstorbenen. Unter dem Einfluß von Selbst- oder Fremdhypnose fallen die Priesterinnen und ihre Patienten in eine Art Trance, die sie schmerzunempfindlich und mit weit nach hinten umgedrehten Pupillen auch völlig ohne Wahrnehmung für die reale Welt machen. Sie erscheinen wie Marionetten unter dem Einfluss ihrer Götter zu stehen.
In manchen abgelegen Gebieten , wo weise Europäer selten hin kommen, rennen die Kinder in panischem Schrecken vor uns Weisen davon, in der Sorge einem lebenden Toten begegnet zu sein. Gleiches gilt natürlich auch in vielen anderen afrikanischen Regionen und in der Karibik, wohin die in Benin ansässigen Stämme der Yoruba, Ewe und Fon als Sklaven hin verschleppt worden waren.
Beeinflusst vom karibischem Voodoo und den Feierlichkeiten des Dia de los muertes , den mexikanische Migranten mit nach Amerika bringen, entdeckt der amerikanische Horrorfilm das Metier der lebenden Toten.
Bemerkenswerterweise sind die mexikanische Fabrikationsstätten für Latexmasken für die Filmmasken auch die Produzenten der vereinfachten Horrormasken für den Halloweenumzug.
Im internationalen Maskenmuseum in Diedorf können aussergewöhnliche Gruselmasken von Halloweenumzügen ebenso besichtigt werden, wie ihre Vorläufer bei afrikanischen und mexikanischen Kultmasken (08238/60245 oder 967021). Gruselführungen mit Taschenlampe und Kurse zum Maskengestalten werden auch bei Kindergeburtstagen von der Schule der Fantasie in Diedorf angeboten (08238/958379). Näheres auch unter www.maskenfreunde.de und www.maskenmuseum.de
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