ABSCHIED NEHMEN - das lachende und das weinende Auge!

Chöre aus Eldagsen und Alferde - gaben die gute Stimmung vor.
 
"Das geht doch nicht, dass der einfach so von Eldagsen weggeht!" - war beim Empfang nicht selten zu hören.

ABSCHIED NEHMEN - das lachende und das weinende Auge!

Pastor Torsten Schoppe nimmt Abschied von St.Alexandri Eldagsen.

Wenn ein Mensch sich aus der vertrauten Gemeinschaft eines Ortes und einer lebendigen Kirchengemeinde verabschiedet, dann fällt das keinem wirklich leicht. Und wenn es gleich zwei Orte und zwei Kirchengemeinden sind, aus denen sich ein Pastor mit seiner sehr aktiven Frau verabschieden, dann werden Gefühle sichtbar. Es ist mit viel Traurigkeit zu rechnen. - Als im Herbst 2013 sehr schnell die Neuigkeit ihre Rund zieht, ist es wie ein Erschrecken. Nach über zwanzig Jahren hatten sich die Gemeindeglieder längst damit einrichtet, dass "Schoppe" bis zur seinem Berufsende in Eldagsen und Alferde ihr Pastor sei. Etwas anderes sei einfach nicht vorstellbar.
Und nun war er da, der Tag des Abschied nehmens.
Es gab den kleinen Hinweis im Gemeindegruß, dass Pastor Schoppe im Sonntagsgottesdienst am 19.Januar verabschiedet werden soll. - Und so kam es gestern. Um 10.15Uhr war die Kirche bis auf den letzten Platz plus Treppenstufen besetzt.
Und dann begrüßen uns die Stimme der Chöre aus Alferde und Eldagsen und es machte sich eine ganz eigene Stimmung breit. Von allen Seiten ist das Mitsummen des Liedes zu hören, und ich sehe ein Lächeln von den Chorgesichtern auf die Menschen übergehen.
Und dann steht er da, der sich verabschieden will. Sein Staunen ist nicht zu übersehen. Seine Worte sind launig - so wie ihn die Menschen kennen. - Es darf geschmunzelt werden, die Zuhörenden dürfen nachdenklich werden. Wir feiern einen Gottesdienst, wie er eben am Sonntag in Eldagsen "schon immer" gefeiert wird.
Auch bei der Wahl des Predigttextes orientierte sich Torsten Schoppe, wie eigentlich beinahe immer an die Vorgabe für diesen Tag. (Hebr 12,12ff) und wieder sind beide Ebenen für die Zuhörer vorhanden, ich darf schmunzeln, und ich darf nachdenken, weitergehen.
Bis dann nach den Abkündigungen der Superintendent zum Mikrofon geht und die Gemeinde auf den nun folgenden amtlichen Schritt vorbereitet. Auf die Zeit des Wirkens von Torsten Schoppe und seiner Frau hinweist. Dass dabei auch das Augenzwinkern nicht zu kurz kommen darf - und jeder weiß, was wann wie gemeint ist.
Die Entpflichtung vom Auftrag für die beiden Kirchengemeinden als Pastor seinen Dienst zu tun. Mit Handauflegen für den weiteren Weg im Beruf und persönlichen Leben.
Es schließen sich Worte der Kirchenvorstände an; die Pfadfinder hatten einen Baum vorbereitet, der im neuen Pfarrgarten in Bad Fallingbostel an die Früchte von Eldagsen erinnern soll. (ich muss als Berichterstatter gestehen, ich weiß immer noch nicht, welche Früchte real an dem Baum wachsen werden, denn ich fand ich mich gestern in einer ganz eigenen Rolle wieder...).
Und während sich Torsten Schoppe auch im Namen von Katrin (seiner Frau) bedankte, erschien eine weitere Überraschung für ihn. Nach seinem Dienst in der Heiligen Messe im benachbarten Springe der katholische Ruhestandspastor auf den Weg nach Eldagsen gemacht, um auch dabei zu sein, wie sein Mitchrist ("Uns verbindet die Taufe!") Torsten Schoppe zu verabschieden. Einundzwanzig Jahre zuvor gehörte er zu denen, die dem neuen Pastoren in Eldagsen die Hand zum Segen für den neuen Dienst auflegten. Beide hatten bis zum Ruhestand von Pastor Wischgoll eine lange gemeinsame Wegstrecke in Eldagsen zurück gelegt.
Nach dem Abschlusssegen leiteten die Chöre über zum zwanglosen Plaudern am kalten Buffet mit dem Lied nach einem Irischen Segenslied - Und warum nicht mal wieder über den Teufel lachen, der zu lange braucht, bis er merkt Du bist schon im Himmel! - lange nach vier Stunden hatten wir dann die Kirche verlassen - die Zeit war nur so gerast. - Dass Schoppes nun auch noch sich von Engel (oder heißt es Engeln?) nach Bad Fallingbostel transportieren lässt, verstehen sicherlich nur Eingeweihte.

Möge die Straße

Möge die Straße uns zusammenführen
und der Wind in deinem Rücken sein.
Sanft falle Regen auf deine Felder
und warm auf dein Gesicht der Sonnenschein.

Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott dich fest in seiner Hand.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott dich fest in seiner Hand.

Führe die Straße, die du gehst,
immer nur zu deinem Ziel bergab.
Hab', wenn es kühl wird, warme Gedanken
und den vollen Mond in dunkler Nacht.

Und bis wir uns wiedersehen,...

Hab' unterm Kopf ein weiches Kissen,
liebe Kleidung und das täglich Brot.
Sei über vierzig Jahre im Himmel,
bevor der Teufel merkt: Du bist schon tot.

Und bis wir uns wiedersehen,...

Bis wir uns 'mal wiedersehen,
hoffe ich, dass Gott dich nicht verlässt.
Er halte dich in seinen Händen,
doch drücke seine Faust dich nie zu fest.

Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott dich fest in seiner Hand.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott dich fest in seiner Hand.

Irisches Segenslied


Nachtrag: erstaunlich ist es, wie flach die Neue Deister Zeitung von diesem Ereignis berichtete.
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11 Kommentare
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Peter Perrey aus Neustadt am Rübenberge | 20.01.2014 | 22:41  
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Christel Pruessner aus Dersenow | 21.01.2014 | 10:59  
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Kirsten Steuer aus Pattensen | 21.01.2014 | 16:49  
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Christel Pruessner aus Dersenow | 21.01.2014 | 16:58  
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Kirsten Steuer aus Pattensen | 21.01.2014 | 17:19  
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Christel Pruessner aus Dersenow | 21.01.2014 | 17:25  
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Kirsten Steuer aus Pattensen | 21.01.2014 | 17:35  
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Kirsten Steuer aus Pattensen | 21.01.2014 | 17:35  
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Kirsten Mauss aus Hamburg | 22.01.2014 | 22:04  
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Kirsten Steuer aus Pattensen | 22.01.2014 | 22:36  
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Kirsten Mauss aus Hamburg | 22.01.2014 | 22:53  
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