Deutsche Bürgerinitiativen gegen "SuedLink" auch in Asien interessant

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Japanisches Fernsehen in Uttrichshausen
Bürgerinitiative gegen "SuedLink" auch in Asien interessant

Das Atomunglück von Fukushima (Japan) und die daraus weltweit gezogenen Konsequenzen haben auch in Japan zu einer Beschleunigung in der Energiewende geführt. So ist bereits in weniger als einem Jahr nach der Einführung des japanischen FiT (Feed in Tariff) die Erneuerbare- Energie -Politik mit einem zu hoch fixierten Einkaufspreis (ähnlich der Subventionspolitik und des EEG in Deutschland) und einer zu knappen Kapazität des Stromleitungsnetzes (beispielsweise wie bei uns der Ausbau des SuedLink).geworden. In vielen japanischen Regionen wird die dortige Politik mit Kritik und Widerstand aus der Bevölkerung konfrontiert.

Der führende japanische Fernsehsender BS-Fuji erarbeitet derzeit einen Fernsehbericht und eine Vergleichsstudie über die positiven und negativen Begleiterscheinungen der Energiewende in Deutschland. Hierzu besucht in diesen Tagen ein Fernsehteam unter anderem das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Professoren verschiedener Hochschulen, Netzbetreiber, von den geplanten HGÜ-Stromtrassen sowie betroffene Kommunen und Bürgerinitiativen. Am gestrigen Montag (02.02.2015) stellte sich in Uttrichshausen, einer der am stärksten betroffenen Gemeinden unserer Region, ein Fernsehteam unter der Leitung von Herrn Toshinori Kiyose mit Redakteur und Kameramann bei der „Bürgerinitiative Kalbach gegen SuedLink e.V.“ zu einem Interviewtermin vor.

Martin Müller, Vorsitzender der Bürgerinitiative, beantwortete in dem mehr als zweistündigen Interview Fragen zu den von der Bundesnetzagentur und Tennet geplanten Trassenführungen in der Gemeinde Kalbach und der Region. Er stellte die Forderungen der BI „Kalbach gegen SuedLink“ vor, auch im Verbund mit den vielen neu gebildeten Bürgerinitiativen und der Gründung eines Bundesverbandes in Fulda. Müller erläuterte in diesem Zusammenhang den geplanten Verlauf des SuedLink anschaulich an Hand von Schaubildern und Grafiken. Er verwies auch insbesondere auf den großen Rückhalt der Bürgerinitiativen in der Bevölkerung und betonte ausdrücklich den Wunsch der Bevölkerung für die Energiewende!

Die BI schilderte dem Fernsehteam, dass die Kalbacher Bürger, die von zwei Trassenvarianten betroffen sind, zunächst eine unabhängige und objektive Prüfung von den politisch Verantwortlichen einfordern, ob der SuedLink überhaupt erforderlich ist. Sollte sich der Bedarf der Energietrasse bei der Prüfung bestätigen, muss intensiv geprüft werden, ob die Energie z.B. mit der Power2Gas-Technologie von Nord nach Süd transportiert und in Zeiten des Energieüberschusses sogar gespeichert werden kann. Wenn die Stromtrasse tatsächlich erforderlich sein sollte fordert die BI eine vollständige Erdverkabelung in den Trassenabschnitten, bei denen der Mindestabstand von 400 Metern zur Bebauung nicht eingehalten werden kann. Außerdem ist dem Schutz der Menschen, der Fauna und Flora, Quellen, und sonstigen Schutz- und Nutzgebieten bei der Trassenplanung wesentliche Bedeutung beizumessen und Rechnung zu tragen.

Die Bürgerinitiative Kalbach gegen SuedLink e.V., mit bereits über 1.500 Unterstützerunterschriften aus der Gemeinde Kalbach, wird nach Darstellung des Vorsitzenden gemeinsam mit den kommunalen Gremien alle rechtsstaatlichen Mittel ergreifen, um die zusätzliche Belastung der Kalbacher Bürger zu vermeiden. Nach den Plänen von Tennet soll beispielsweise der Ortsteil Uttrichshausen von den 70m hohen Masten der Gleichstromtrasse eingekreist werden und der Trassenkorridor unmittelbar über bebaute Gebiete in der Ortslage führen. Der Ortsteil Veitsteinbach wurde von den Tennet Planern dagegen ignoriert. Die Alternativtrasse würde somit vollständig über den langgestreckten Ortsteil führen.

Interessant zu erfahren von Herrn Kiyose vom Fernsehsender BS-Fuji war die große Auskunftsbereitschaft bei allen hinterfragten Institutionen mit Ausnahme des planenden Unternehmens Tennet als auch des Energieversorgers EON. Sie lehnten ein Statement vor dem japanischen Fernsehteam ab und stehen nicht für Interviews im Rahmen der Fernsehberichterstattung zur Verfügung. Der Bericht von BS-Fuji (http://www.bsfuji.tv/top/index/top.htm )mit dem Interview mit Martin Müller soll Ende März in Japan gesendet werden.
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