An dem wohl sonnigsten Sonntag

in Richtung Saale, Campingplatz, Rudelsburg
eines Oktobers spazierten wir in Richtung Saale und befanden uns bald auf den Spuren eines ehemaligen Salzmeeres,Muschelkalkmeer genannt, ja, das war mir noch nie so bewusst! Wir wandelten entstehungsgeschichtlich in einer - in unserer - so abwechslungsreichen, auch durch die Saale geprägten Landschaft.

Gefällte Bäume mit ihrem rostroten Stämmen erinnern an den Buchenhochwald, in dem sich Geschichte ereignete, die Kösen prägte. Obwohl wir schon 17 Jahre in dem von uns ausgesuchten wunderbaren Städtchen leben, beschäftigte ich mich jemals mit der Freiluft-Bewegung? Oder gar mit der Geologie? Aber ich bin noch lernfähig, also weiter: Die FLB verbreitete sich auch in Deutschland schnell, wobei sie vorerst von „Gutbetuchten“ gelebt wurde. Ähnlich verhielt es sich mit den Buchenhallen. Und gerade hier versuche ich mir vorzustellen, wie die Menschen sich in der Buchenhalle zu offenen Gottesdiensten und zu gesellschaftlichen Ereignissen trafen.

Mit dem Bau der Lutherkirche und deren Fertigstellung verlor die Buchenhalle im Kösener Buchenhochwald an Bedeutung und ihre Funktion als Gottesdienstort.

Adolf Menzel zeichnete und malte während seines Kösener Aufenthaltes den Buchenhochwald mit der Buchenhalle und den vielen darin spazierenden Menschen. Dieses Gemälde hängt auch heute noch in der National Gallery In London.

Übrigens auch der 15jährige Nietzsche soll sich in einem Schulaufsatz mit dem Gottesdienst an der Buchenhalle beschäftigt haben. Also liebe Kinder werft Eure Aufzeichnungen zu bestimmten Begebenheiten nicht in den Computermüll, wer weiß …

Obwohl Kösen bereits zu dieser Zeit ein anerkanntes Solebad war, erhielt die 1868 gegründete Stadt ihren Bäderstatus erst 1935 als Bad Kösen. Bis heute müssen verschiedene Kriterien eingehalten und nachgewiesen werden, um diesen Bäderstatus zu halten.

Aber zurück in die Gegenwart.
Welch eine Herbstromantik lag an diesem Sonntag in der Luft! Alles befand sich in einem harmonischen Fluss! Junge und Alte strampelten auf ihren Bikes mit und ohne E, Handyklingeln ließen auf unseren Gesichtern Smileys strahlen. Viele hatten ihre Jacken über die Schultern geworfen. Hunde zerrten an den Leinen und wären sicher gern zu diesem oder jenen Ort gelaufen … Die Flatterlinge berührte das alles wenig, sie zankten sich wie sonst auch um Futter oder verteidigten ihr Revier. Und nebenan plätscherten die Wellen der Saale, sie beförderten auch Kanus stromabwärts. Doch manchmal waren wir auch weit und breit allein.
Ach ja, es war einfach nur schön ...
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2 Kommentare
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Frank Werner aus Wernigerode | 11.11.2014 | 21:48  
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Renate Stock aus Bad Kösen | 12.11.2014 | 22:50  
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