Einkauf mit Begrüßung einst imTante Emma Laden

Ich laufe über die Straße und drücke die Eingangstür auf. Ein Glöckchen über der Tür läutet und Frau Jansen, die mit ihrer weißen Schürze hinter der Verkaufstheke steht schaut zu mir rüber. Guten Morgen Traudel ruft sie.
Dann bedient sie wieder Frau Sommerkorn aus unserem Haus.

Die Milchkanne stelle ich schon einmal zur Milchpumpe und schaue was ich mir denn heute für 10 Pfennig kaufen könnte.
Mein Blick fällt auf das Glas mit den bunten Bonbons. Lecker sind sie ja gewesen bei meinem letzten Einkauf.

Der Einkaufszettel steckt in meiner Rocktasche. Milch, Schichtkäse und 6 Eier soll ich holen. Damit die Eier sicher zu Hause ankommen habe ich eine Eierkiste in der Einkaufstasche. Ich stelle die Eierkiste schon einmal auf die Einkaufstheke.

Frau Jansen verabschiedet sich von Frau Sommerkorn und geht zur Milchpumpe.

So Traudel sagt sie, dann wollen wir mal, dass deine Mutter ihre Einkäufe bekommt. Geht es deinem Bruder wieder besser ? Er hatte doch Fieber wie ich gehört habe. Ja Frau Jansen er ist schon wieder so fit, dass er durch die Wohnung springt.

Es gab einmal die kleinen Tante Emma Läden.

Dort kannte sich die Kundschaft und was noch wichtiger war, die Ladeninhaber kannten auch die Kunden. Dann gab es eine Zeit in der es nicht selten war, dass Familien, wenn sich der Monat dem Ende neigte „anschreiben“ ließen, damit noch etwas auf den Tisch kam. Kam die Lohntüte ins Haus, wurden sofort die Lebensmittel bezahlt, damit wenn es eng wurde wieder angeschrieben werden durfte.

Heute gibt es große Supermärkte und die Discounter überbieten sich mit den Preisen um die Kundschaft in den Laden zu locken. An den Kassen sitzen meist Frauen die man nicht kennt, und die auch für einen geringen Lohn die stressigen Zeiten ertragen müssen. Selten wird gegrüßt, es ist alles anonym.

In meiner Kindheit wurde auch ich mit der Milchkanne in den Laden geschickt. Ich weiß dass ich auch ein Brot kaufen sollte. Auf dem Heimweg dachte ich, na so ein kleines Stück kannst du ja abbrechen. Das frische Brot schmeckte so gut, und bis ich zu Hause ankam, hatte ich ein ordentliches Stück gegessen, worüber sich natürlich niemand freute.

Alles hat seine Zeit und ich bin froh die Zeiten erlebt zu haben, in denen man in einem kleinen gemütlichen Laden beim Eintreten begrüßt wurde.
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2 Kommentare
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Siegfried Kuhl (sk1941) aus Marburg | 17.02.2015 | 11:39  
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CHRISTINE Stapf aus Amöneburg | 18.02.2015 | 18:20  
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