„Qualitätssiegel Wittelsbacher Land“: Wirtschaft schafft Heimat

Gruppenbild bei der Verleihung des „Qualitätssiegels Wittelsbacher Land“
 
Die Präsentation in der Kissinger Paartalhalle
Unternehmen aus dem Landkreis Aichach-Friedberg, die mit regionalen Ressourcen produzieren und vorbildliche Dienstleistungen für die Region erbringen, können sich um das „Qualitätssiegel Wittelsbacher Land“ bewerben. Es bestätigt eine Geschäftsphilosophie, in der Umweltschutz, Nachhaltigkeit und der Einsatz für die Heimat eine wichtige Rolle spielen. Zwölf Firmen erhielten jüngst in Kissing dieses Zertifikat, den „Oscar des Wittelsbacher Landes“, wie sich Landrat Klaus Metzger ausdrückte.

Zwei Firmen wurden neu in den Reigen der Qualitätssiegel-Träger aufgenommen: Die Raiffeisenbank Kissing-Mering und die Ziegelei Schlagmann-Poroton aus Oberbernbach. Die Bank punktete mit ihrer Kundennähe: Die sieben Geschäftsstellen zwischen Merching und Obergriesbach seien vor Ort beim Verbraucher, 14 000 Genossenschaftsmitglieder seien Eigentümer der Bank, erklärte Vorstand Josef Jörg. Er gab den neuen Slogan bekannt: „Die Bank, die den Bürgern im Wittelsbacher Land gehört“. Die Raiffeisenbank Kissing-Mering, ein Zusammenschluss von ehemals 19 kleineren Genossenschaftsbanken im südlichen Landkreis Aichach-Friedberg, will das Qualitätssiegel über ihre Kundenzeitschrift, ihre Internetseiten und über eigens gedruckte Briefmarken dem breiten Publikum bekannt machen.
Die Ziegelei Schlagmann-Poroton erhielt das Qualitätssiegel für ihren „FZ 9“. Dieser Ziegel, der mit wärmeisolierender Mineralwolle gefüllt ist, sei einmalig in Deutschland, erläuterte Firmenchef Johannes Edmüller. Der Ziegel sei so stabil, dass damit bis zu neunstöckige Gebäude errichtet werden können. Diese statische Qualität könne man nur in Oberbernbach herstellen, weil dort die Bodenzusammensetzung entsprechende Rohstoffe liefere. Der FZ9 wird bei 1000 Grad Celsius gebrannt und nach dem Auskühlen von einem Industrieroboter mit Dämm-Material befüllt. Schlagmann-Poroton, ein Unternehmen mit fünf Niederlassungen in Bayern und 320 Mitarbeitern, hat 2003 die Ziegelei Renz übernommen und seitdem 12,2 Millionen Euro im Aichacher Stadtteil investiert. Seit fünf Monaten betreibt das Unternehmen ein mit 15 Ingenieuren besetztes „Forschungszentrum Ziegel“, in dem auch der FZ 9 entwickelt wurde.

Schlagmann-Poroton will das „Qualitätssiegel Wittelsbacher Land“ für eine bessere Vermarktung seines Produktes verwenden. Diese Zielsetzung haben auch die anderen Siegelträger, wie sie bei ihren Kurzpräsentationen in der Kissinger Paartalhalle unisono bestätigten. Zehn Firmen, die das Qualitätssiegel bereits in den vergangenen drei Jahren nutzten, hatten sich erfolgreich um eine erneute Auszeichnung bemüht. Sie alle mussten sich einem achtköpfigen Vergabegremium stellen. Das prüfte unter anderem, wie ressourcenschonend und umweltbewusst die Bewerber arbeiten, wie sie mit Kunden und Mitarbeitern umgehen und wie sie sich für das Wittelsbacher Land einsetzen. Das Zertifikat ging an Unternehmen unterschiedlichster Branchen: Ausgezeichnet wurden unter anderem Getränkehersteller, Hofläden, eine Mühle, eine Eisenwarenhandlung und eine Spedition und eine Bäckerei.

Dass wirtschaftliche Expansion die Heimat nicht gefährden muss, sondern sogar Heimat schaffen kann, war Thema des Festvortrages von Martin Wölzmüller, dem Geschäftsführer des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege. Heimat würde heute zunehmend kommerzialisiert. Fernseh-Soaps, die Mode, Krimi-Schriftsteller oder Gastronomen nutzten den Begriff Heimat, um Konsumgüter zu verkaufen. Dieses folkloristische Heimatverständnis verurteilt der in Prittriching lebende Wölzmüller. Heimat bedeute nicht die Vermarktung von Landschaft und Brauchtum, sondern „die nahe Welt, die jeden umgibt, die uns als Bewohner prägt und die wir mit unserem Handeln mitprägen.“ Kenntnisse über Geschichte und Brauchtum helfen, zu verstehen, warum "die nahe Welt" so ist, wie sie ist. Diese Welterfahrung müsse aber jederzeit weiterentwickelt werden. Zur zukunftsgerichteten Heimatpflege gehöre deshalb die Verbesserung von Infrastruktur und Arbeitswelt. Wölzmüller: "Heimatpflege ist nicht die Verhinderung von Investitionen, sondern eine alltägliche Suche nach der besseren Lösung“.

Neu und wieder zertifizierte Unternehmen

14 Unternehmen im Landkreis Aichach-Friedberg sind als Institution oder für ihre Produkte mit dem "Qualitätssiegel Wittelsbacher Land" ausgezeichnet. Die Zertifizierung verleiht der Wittelsbacher Land Verein. Sie ist auf drei Jahre befristet. Danach muss sich ein Interessent erneut den Prüfungen des Vergabeausschusses unterziehen.

In Kissing wurden folgende Unternehmen neu oder wieder zertifiziert:
Brauerei Kühbach, Zweckverband zur Wasserversorgung der Magnusgruppe (Aichach), Kunzmann Weinkellerei – Mineralbrunnen – Fruchtsaft (Dasing), Lärchenhof Rinnentahl für Nudelproduktion und Hofladen, Ziegenaus Bennomühle für die Mühlenprodukte (Friedberg), Landhausbräu Koller, Gastronomie und Brauerei (Hergetswiesen), Friedberger Eisenhandlung Christian Kniess, Alfred Schneider Logistik (Eurasburg), Stadtbäckerei Scharold (Friedberg/Sielenbach), Familie Lidl, Baierberg, für das Produkt „Bauernhof-Eis“, Schlagmann Poroton (Aichach) für das Produkt „Poroton FZ9“, Raiffeisenbank Kissing-Mering. Siegelträger sind auch die Hofmetzgerei Ottillinger und die Imkerei Haile, beide Pöttmes.

Alle Siegelträger sind auf der Internetseite www.wittelsbacherland.de/qualitaetssiegel.html vorgestellt. Dort kann man sich auch über die genauen Vergaberichtlinien informieren.

Text und Bilder: Wittelsbacher Land e. V.
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.aichacher | Erschienen am 04.04.2015
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