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30. Mangjongdae Prize International Marathon (Pjöngjang-Marathon)

Gayasan: Buddhistischer Tempel mit Glocke - Süd-Korea.
 
Die Tupolew 204-300 von der Air Koryo steht zum Abflug nach Pjöngjang bereit.
Seoul (Republik Korea): Zentrum | Ein Lauf- und Reisebericht über Nordkorea  -  Teil 3 von 3

Vor dem Stadion wartet schon der Bus auf die 20 Teilnehmer am Lauferlebnis in Pjöngjang und bringt sie erst einmal zum Essen. Einer ganz besonderen Mahlzeit, denn nun überreicht Reiseleiterin Pack ganz feierlich die Medaillen. Die Geehrten sind so stolz und finden die umgehängte Auszeichnung so schön, dass sie das gute Stück bei der nachfolgenden Stadtbesichtigung offen tragen.
Mich beeindruckte die Metro von Pjöngjang besonders. Eine endlos wirkende Rolltreppe brachte uns bis in etwa 100 Metern Tiefe zum Bahnsteig einer prachtvollen Station. Den Aufwand mit der Tiefe hat man betrieben, damit die U-Bahn-Haltestellen als Schutzbunker verwendet werden können. Die U-Bahnfahrt ist eine der billigsten der Welt. Fünf Won (ca. 0,01 Euro) kostet ein Ticket. Also sind wir gleich eingestiegen und in den alten S-Bahnwagen der ehemaligen DDR in Richtung Hotel gefahren. Eisenbahnfreunde sollten sich dieses Erlebnis auf keinen Fall entgehen lassen.

Nach kurzer Nacht starten die sportlichen Abenteurer ihre Exkursion nach Panmunjom, dem Ort, in dem das Kriegsende zwischen Nord- und Südkorea verhandelt wurde. Durch die Mitte dieser „Gemeinsamen Sicherheitszone“ verläuft die Demarkationslinie, die sich wiederum in der Mitte der vier Kilometer breiten „Demilitarisierten Zone“ befindet.
Auf dem letzten Stück zur Grenze steigen zu uns und unseren drei Bewachern drei weitere Offiziere in den Bus, die die Begleitung zum Parkplatz vom „Haus der Einheit“ verstärken. Nun wird es ernst. Wir werden aufgefordert, für die letzten Meter bis in Grenznähe, Fünferreihen zu bilden und hinter Soldaten herzumarschieren. Am Panmun-gag angekommen, betreten wir das Haus völlig unmilitärisch und verteilen uns in der dritten Etage auf dem Balkon. Von dort aus haben wir die blauen Holzbaracken, die Grenze (sichtbar gemacht durch kleine Betonstreifen) und auf der südkoreanischen Seite das Home of Freedom unmittelbar vor den Augen. Ein Oberstleutnant des Heeres trägt hier auf dem Balkon die Verantwortung für die exotischen Reisenden mit den Laufschuhen. Von unserer Abteilung „Horch und Guck“ ist nur die Frau Pack als Dolmetscherin in der vordersten Reihe.
In den Baracken und im Museum haben wir die Gelegenheit, uns an Hand von Exponaten und einem Vortrag ein Bild von den Konferenzen zum Waffenstillstandsabkommen zu machen. Das Abkommen wurde nach zwei Jahren Verhandlungen unterzeichnet von China, Nordkorea und der UNO. - Ein Land hat nicht unterzeichnet: Südkorea.

Von Anfang bis Ende war die Reise von einem Veranstalter für Laufreisen bestens organisiert. Die „Drei von der Firma“ haben sich motiviert und hilfsbereit um ihre Gäste aus Deutschland und Österreich gekümmert. In den heimischen Medien wird dieser Umstand in den meisten Fällen ganz anders dargestellt. Da stellt sich die Frage, inwieweit der Umgangston denn nun repräsentativ war. Wenn man sich Wonsan-Kalma (Koordinaten und Link weiter oben) ansieht, wird deutlich, wohin die nächste Entwicklung gehen soll: Zu einer neuen Einnahmequelle. Und diesen Befehl vom Obersten Führer konnten die Laufsportler bereits wahrnehmen. Mit diesem Drumherum, der Laufveranstaltung und dem ganz besonderen Erlebnis, einen der letzten weißen Flecken der Erde kennenzulernen, war meine 31. Laufreise ein ganz besonderes Erlebnis.
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