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Mit dem Rad von Riga nach Tallin

Albrecht Matern (li.) und Hermann Kruse kurz vor der Abreise in Uetze.
 
Riga ist erreicht; Lettlands Hauptstadt und Ausgangspunkt der Fahrradtour. Die runden Bauten sind ehemalige Zeppelinhallen; heute herrscht dort Marktgeschehen.
Albrecht Matern und Hermann Kruse fuhren 800 km durch Lettland und Estland

Und was die beiden auf ihrer 16tägigen Reise alles erlebt haben, hat Albrecht Matern in Wort und Bildern 70 Zuhörer/innen im Landhaus Wilhelmshöhe auf einer gemeinsamen Veranstaltung vom Landfrauenverein Uetze und Heimatbund Uetze erzählt.

Matern macht schon seit Jahren lange Fahrradtouren, teils alleine und teils zu zweit. 2010 war es, dass er nun eine solche Tour das erste Mal mit Hermann Kruse unternehmen wollte. „Erst haben wir aber eine Schnuppertour gemacht um festzustellen, ob wir auch zusammen eine lange Reise unternehmen können“, erzählt er.

Und nachdem diese geklappt hat, wurde die Tour ins Baltikum ausgearbeitet; Flugtickets gekauft und alle nötigen Vorbereitungen getroffen.

Nun stand nichts mehr im Wege und der Flieger brachte beide im August 2010 mit ihren Fahrrädern von Hannover nach Riga. Hier gab es erst mal einen Eingewöhnungstag und nachdem die Fahrräder sicher im dritten Stock des Hinterhauses, wo Matern bereits im Vorfeld ein Hotelzimmer gebucht hat, abgestellt.
Riga ist mit703.581 Einwohnern nicht nur Lettlands Hauptstadt, sondern auch die größte Stadt im Baltikum und außerdem eine der alten Hansestädte. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die beiden Radler auf ihrer Stadtbesichtigung den Bremer Stadtmusikanten begegnen.

Albrecht Matern hat einige Hotels auf der bevorstehenden Reise schon von zu Hause aus gebucht, obwohl Hermann Kruse alles ein wenig lockerer sah. Er hätte einfach alles vor Ort gesucht.
Letztendlich, so erzählt Mattern in seinem Vortrag, waren dann auch die privat gebuchten kleinen Hütten, Gartenhäuser und sonstigen Unterkünfte „eigentlich viel schöner und persönlicher“.

Und wie war das nun mit Essen und Trinken so unterwegs? Die beiden hatten Glück, denn in den meisten Hütten gab es eine Kochgelegenheit und so waren schnell Pasta und rote Soße fertig; ein Bild beweist das.
Doch viel schmackhafter waren da natürlich die spontanen Einladungen der Vermieter, die die beiden oft zum Essen eingeladen haben. Beide schwärmen noch heute vom Wildschweinbraten.

Sollte denn nichts schief gegangen sein?
Nun ja, das Wetter war ein leidiges Thema. Die Reisezeit lag im August / September und da kam es oftmals zu heftigen Regenschauern. Nur gut, dass dann auch wieder die Sonne zum Vorschein kam und die nassen Sachen draußen auf der Leine trocknen konnten. Somit musste auch zwischendurch mal „große Wäsche“ gemacht werden, wie eines der Bilder zeigt.

Die Bilder zeigen es: Teilweise waren die Straßen gut ausgebaut, aber teilweise gab es Schlagloch an Schlagloch. Auch wurden die Straßen in den sehr einsamen Gegenden doch eher zu Sandwegen. Aber die beiden haben es gemeistert. Schwierig wurde es immer nur dann, wenn sich plötzlich ein Sandweg in drei Richtungen vorsetzt und es kein Straßenschild gibt.

Irgendwann haben die beiden dann auch Lettland verlassen und sind in Estland angekommen. Auch hier lief alles seinen gewohnten Gang. Es gab überall was zu sehen. Da war mal eine Burg; dort wieder ein See zum Verweilen. Und immer zog sich der Weg schnurgerade nach Norden. Teilweise – so berichten beide – sah es ein wenig aus wie in der Lüneburger Heide.

Dreimal haben sie auf der Tour eine Fähre genommen. Nämlich auf die beiden estnischen Inseln Saaremaa und Hiiumaa. Beide Inseln waren früher Sperrgebiet in der Ostsee. Nun kann man sie wieder besuchen und die Natur erleben, die viele Jahre einen Dornröschenschlaf geträumt hat.
Klar, dass ein Abstecher zum Kaali Meteoriidikraater auf dem Programm stand. Wahrscheinlich ist es schon 4000 Jahre her, dass ein Meteorit hier eingeschlagen ist und einen 16 m hohen Wall um einen 50 m tiefen Tümpel gebildet hat mit 110 m Durchmesser. Es gibt noch einige kleinere Meteoriteneinschläge in der Umgebung.

Langsam geht aber auch die schönste Tour zu Ende. Die von Albrecht Matern und Hermann Kruse endet nach 16 Tagen in Tallin, Lettlands Hauptstadt. Die beiden Radler haben nun 800 km durch das Baltikum hinter sich mit Tagesetappen von ca. 60 bis 80 km. Es waren mal längere, aber auch kürzere dabei. Schließlich sollte es ja auch ein Urlaub sein. Der Flieger brachte dann beide (und die Fahrräder) von Tallin über Berlin nach Hamburg zurück.

Zum Schluss möchte ich noch danke sagen an Albrecht Matern, dass ich einige seiner Bilder in meinem Beitrag einfügen darf.
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2 Kommentare
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Peter Doms aus Uetze | 13.01.2012 | 17:17  
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Helmut Nimsgern aus Günzburg | 20.01.2012 | 14:16  
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