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Cushing-Syndrom beim Hund

Eine heimtückische Erkrankung, die schwer zu diagnostizieren ist

Mein Crazy hat Cushing.
Fünf Monate hat es gedauert, bis die Diagnose da war.

Seine Leidensgeschichte

Anfang des Jahres begann Crazy, wesentlich mehr zu trinken als bisher.
Ich dachte gleich an Diabetes oder Nierenprobleme und bin mit ihm zu meinem Haustierarzt gegangen.
Die diesbezügliche Blutuntersuchung in der Praxis war ohne Befund.
Zusätzlich wurde ein geriatrisches Blutbild beim Großlabor angefordert. Einzige Auffälligkeit: ein niedriger T4-Wert (Schilddrüse), der aber noch im normalen Bereich lag.
Durch Gabe von L-Thyroxin (Schilddrüsenhormon) wurde eine leichte Besserung erreicht.

In den folgenden Wochen ging es Crazy trotzdem wieder schlechter.
Er wollte nicht mehr spazierengehen, hat mich nicht mehr begrüßt, wenn ich von der Arbeit kam, hat bei der kleinsten Anstrengung gehechelt.
Wieder zum TA.
Verdacht auf Herzinsuffizienz. Im Röntgenbild ein vergrößertes Herz. Also ein Mittel zur Unterstützung der Herzfunktion.
Keine Besserung.

Ab in die Tierklinik.
Erneutes Blutbild ohne Auffälligkeiten.
Termin zum Röntgen und Ultraschall.
Die Herzinsuffizienz wurde bestätigt, sei aber noch nicht behandlungsbedürftig. Herzgröße grenzwertig.
Aber die Leber sei stark vergrößert. Dagegen gab es ein Medikament ... und einen Kontrolltermin.
Dabei wurde wieder Blut abgenommen und die Leber nochmal geschallt.
Und plötzlich eskalierten die Leberwerte!
Die Tierärztin ratlos. Verdacht auf Leberkrebs.

Ich hatte in all den Monaten viel gegugelt und einige der Symptome unter "Cushing-Syndrom" gefunden. Aber was ich da auf den Fotos von Cushing-Hunden gesehen hatte, traf auf Crazy nicht zu.

Als die TÄ mich schon resigniert mit Crazy nach Hause schicken wollte, hab ich quasi im Rausgehen nur kurz gefragt: "Was ist eigentlich mit Cushing?".
Sie meinte, dass die eindeutigen Symptome nicht da seien, aber testen könnte sie das ja mal.

Also Crazy am nächsten Morgen um acht Uhr in der TK abgegeben. Dann wurde Blut entnommen, ein Testmittel gespritzt und nach vier und acht Stunden wieder Blut entnommen.
Und bingo!

Die TÄ meinte, so ein Low-Level-Cushing hätte sie noch nie in der Praxis gehabt. Die Hundehalter kämen normalerweise erst sehr viel später.

(Beim Cushing-Syndrom schütten die Nebennieren zuviel Cortisol aus. Sämtliche Organe stehen unter Stress. Ursache ist meistens ein Tumor an der Hypophyse.)

Darauf folgte eine lange Phase der Medikamenteneinstellung. Erst alle zwei Wochen Tests, dann alle drei Wochen.
Mittlerweile ist Crazy im guten Bereich, von den Laborwerten.
Was nichts daran ändert, dass der Tumor weiter wächst und die Behandlung nur Aufschub bedeutet. (OP geht nicht, höchstens Bestrahlung. Aber da ist bei mir definitiv Ende. Da wäre die Behandlung mehr Qual als Nutzen.)
Maximal zwei Jahre, wenn ich das aus Erfahrungsberichten richtig gelesen habe.

Meine Mahnung an andere Hundebesitzer

Kein Tierarzt ist Doktor Allwissend. Ihr seht Euren Hund jeden Tag, bemerkt die kleinsten Verhaltensänderungen.
Der TA sieht den Hund zehn Minuten und ansonsten nur Laborergebnisse.
Lasst Euch nicht einreden, dass ein Hund z. B. 80 ml/kg Wasser pro Tag trinken darf, wenn er bisher mit viel weniger ausgekommen ist.
Seht den TA-Besuch als Zusammenarbeit. Notiert Euch Verhaltensauffälligkeiten. Das sind wichtige Infos.
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3 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 30.09.2017 | 02:19  
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Heike O. aus Bad Wildungen | 03.10.2017 | 13:01  
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Johanna M. aus Stemwede | 09.10.2017 | 00:37  
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