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Von Cornwall zurück

St. Ives Hafen
 
Fischerboote im Hafen - bei Flut
Camborne (Vereinigtes Königreich): Gästehaus | Trotz Brexit-Chaos habe ich mich getraut, nach 6 Jahren Pause mal wieder nach England zu reisen. Bis auf die Leibesvisitation vor dem Rückflug gab es keine Besonderheiten, auch mein Personalausweis der BRD wurde - noch? - anerkannt.

Ich bin bis Birmingham geflogen, wo mich meine Enkelin und Mann abholten und nach ca. 4stündiger Autofahrt wohlbehalten in Camborne, mitten in Cornwall, abgeladen haben.
Dort wohnt nämlich ein Teil meiner Familie. Vor 23 Jahren ist einer meiner beiden Söhne mit seiner Familie von Hannover in das wunderschöne Cornwall ausgewandert. Sie lebten in Newquay - dem Surferparadies am Atlantik -, in der Hauptstadt Truro, in Redruth und seit einigen Jahren in Camborne, im Inneren des Landes. Von hier aus ist es nicht weit sowohl zum Atlantik als auch zum Channel.

Während meines Aufenthalts hat sich meine Familie rührend um mich gekümmert und meine Wünsche erfüllt:

Wir sind nach St. Ives gefahren, dem Künstlerstädtchen am Atlantik mit dem "besonderen Licht", wo mein verstorbener Mann seine Kindheit verbrachte. Hier gibt es sogar eine Tate Galerie und den ältesten Pub Cornwalls von 1312, den urigen "Sloop Inn". In St. Ives konnten wir sogar Strandleben sehen und für mich das Besondere: Die Fischerboote im Hafen schaukelten im Wasser - wir hatten Flut! Meine früheren Fotos zeigen überwiegend Boote auf Sand.

Wir haben Newquay besucht und dort im berühmten "Headland Hotel" - Kulisse etlicher Filme - unseren Cream Tea genommen, mit Blick auf den belebten Strand der Surfer. Auch auf dem Head, dem gewaltigen Felsvorsprung, sind wir spazieren gegangen und haben in die brodelnde Tiefe geschaut.

Wir waren im "südlichsten Hafenort Englands", im hübschen Porthleven, nicht weit von Helston und St. Michaels Mount. Über dem Hafen reihen sich etliche viktorianische Häuser aneinander. Leider lagen die Fischerboote auf dem Trockenen - Ebbe!

Und dann die Ruinen der Botallack Mine, die zum National Trust gehören! Hier wurde bis 1895 Zinn, Kupfer, Arsen in 570 m Tiefe unter dem Atlantik abgebaut. Wir stiegen den steilen Felsenpfad zu den ehemaligen Maschinenhäusern hinab, vom Ozean umbraust. Ein großartiges Erlebnis!

Außerdem haben wir eine typische Kindergeburtstags-Party draußen gefeiert, zu der nicht nur die geladenen Kinder, sondern auch deren Eltern und Geschwister - auch Babies - erschienen. Mein Urenkel wurde 8 Jahre alt, und ich durfte in diesem Jahr zum ersten Mal dabei sein.

Natürlich habe ich mir auch Camborne angeschaut, bin durch die Straßen gebummelt und habe - wie von den anderen Orten - ein paar Fotos mitgebracht.

Nur bei Land's End war ich dieses Mal nicht. Aus dem relativ einsamen, felsigen Ende Englands von früher ist ein kommerzieller "Rummelplatz" geworden und hatte uns beim letzten Besuch schon nicht mehr gefallen. 

Untergebracht war ich übrigens im gemütlichen Gästezimmer einer Seniorenresidenz, das meine Schwiegertochter für mich organisiert hatte. Wie überall in England standen auch hier im Zimmer Wasserkocher, Tee und Kaffee zur Verfügung. Eine wunderbare Einrichtung!

Die Woche verging wie im Fluge. Ich bin froh, auf dieser Reise den Spuren meines Mannes gefolgt zu sein und früher gemeinsam besuchte Orte wieder gesehen zu haben.

Aber das Wichtigste: Ich habe nach längerer Zeit meine dort lebende Familie gesehen und konnte Zeit mit ihr verbringen. Dafür bin ich von Herzen dankbar!
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2 Kommentare
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Kurt Battermann aus Burgdorf | 01.05.2019 | 13:25  
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Irmgard Richter-Brown aus Springe | 01.05.2019 | 13:48  
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