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Rekorde auf der Spielemesse SPIEL´19 in Essen

Hurra, endlich geht es los!
 
Die Entwicklung der Messe in den letzten 6 Jahren
 
Die Hallen sind nun offener und übersichtlicher
 
Ab durch die Mauer hat den inno Preis gewonnen
Ende Oktober vergehen die Tage viel, viel schneller als in anderen Monaten. Konkret, die vier Tage der Spielemesse, der weltweit größten Spielemesse, sind wieder wie im Fluge vergangen! Wie die Zeit überhaupt schnell vergeht zeigt die Zahl 37! Es sind tatsächlich die 37. Internationalen Spieltage zu Ende gegangen!

Für mich ein Anlass einen Rückblick zu starten.

Dieses Jahr bin ich mit meinem Mann schon am Dienstag angereist, ich wollte endlich mal die Pressekonferenz in aller Ruhe und ohne Zugprobleme erreichen. Was macht man dann am Nachmittag? Da fiel mir ein, dass ich zu Beginn meiner Messezeit vor 32 Jahren in einem Hotel auf der Margarethenhöhe übernachtet habe, das war noch von München aus mit dem Spielclub „Die Spuiratz´n“. In Erinnerung hatte ich eine sehr nette Siedlung, da wollte ich mal gucken ob die Erinnerung richtig war! Und sie war es! Eine ganz bezaubernde Siedlung, die erste deutsche Gartenstadt.
So war ich schon ein wenig in der Vergangenheit, dachte an meine ersten Messebesuche zurück. Damals habe ich beim Hans im Glück Verlag und bei Moskito Spiele beim Standaufbau geholfen. Da gab es Stellwände, die tapeziert und gestrichen werden mussten. Heute helfen Messebauer und es gibt sehr professionelle Stände. Diese sind zum Teil auch erheblich größer, die Dimensionen sind gewachsen!

In der Pressekonferenz schwelgte auch Frau Metzler ein wenig in der Vergangenheit und zeigte uns die Entwicklung der Hallen von 2013 bis heute. 2013 gab es drei Hallen und die Galerie, dieses Jahr kam noch eine weitere Halle dazu, so dass es nun drei weitere Hallen gibt, die Ausstellungsfläche hat sich in dieser Zeit fast verdoppelt! Dieses Jahr kamen nochmals 6000m2 Fläche dazu. Die Entwicklung ist einfach grandios und zeigt, wie sehr unser Hobby attraktiv ist und auch ständig wächst. So konnten wir dieses Jahr wieder einige Rekorde feiern. Es stellten mehr als 1.200 Aussteller aus 53 Nationen ihre Spiele aus.

Etliche Neuerungen, die unsere Messe noch attraktiver gemacht haben, gab es auch!

Fangen wir mit dem Mittwoch Abend an. Zum ersten Mal gab es eine Preview Night, bei der in drei großen Sälen schon mal kräftig gespielt werden konnte. Die Nachfrage war riesengroß, letztendlich konnten 550 Teilnehmer daran teilnehmen. An dieser Veranstaltung muss noch etwas nachgebessert werden. Die Säle hatten zum Teil eine sehr schlechte Akustik, es war sehr laut und die Luft war auch sehr schlecht. Von 18 Uhr bis 1 Uhr haben es die wenigsten ausgehalten. Es waren etliche Verlage vor Ort, manche leider ohne oder mit zu wenigen Erklärern. So gab es ein wenig Kritik, dass man für doch recht viel Geld relativ wenig bekommen hat. Schön wäre auch eine bessere Verpflegung und bei dem Preis wäre auch Trinkwasser nicht schlecht gewesen. So viel ich aber jetzt nach der Messe mitbekommen habe, ist dies dem Veranstalter bewusst und er wird für nächstes Jahr nachbessern. Kann ja nicht alles beim 1. Mal super klappen!

Dafür klappte es bei einer weiteren Neuerung perfekt! Der Freitag war der Educaters´ Day. Hier wurden Pädagogen zu Informationsveranstaltungen und der Neuheitenschau eingeladen. Es wurden acht hochkarätig Vorträge zu verschiedenen Themen angeboten, z.B. Aufbau einer Brettspiel AG, Spielkonzepte für den Geschichtsunterrichts, Erfahrungsberichte für das Spielen an Schulen. Dieses Angebot wurde sehr gut angenommen, so musste es sogar eine Videoübertragung in einen zweiten Saal geben, da der Hauptsaal für 180 Personen überfüllt war. Für das nächste Jahr gibt es schon neue Ideen!

In den letzten Jahren gab es schon Vorträge für interessierte Spieler, dies wurde in diesem Jahr ausgebaut. Der Samstag war der Tag der Panels und der Diskussionsrunden. Hier war besonders das Iran-Panel interessant, in dem wir einen Einblick in die Spielkultur und den Brettspielmarkt im Iran erhielten. Dieses Panel stand bis zuletzt auf der Kippe. Es hatten sich fünf Spieleverlag aus dem Iran zur Messe angemeldet, die Stände wurden auch bezahlt. Dann aber gab es Probleme mit den Visa! Die Deutsche Botschaft weigerte sich diese zu erteilen, da kein Geschäft erkennbar sei! Auch die Spiele konnten nicht transportiert werden. Die Transportfirmen mussten sich dem politischen Druck beugen. Sie wären sonst auf die „Blacklist“ gekommen und hätten nichts mehr in die USA importieren können! Letztendlich konnten drei Iraner kommen, alle drei kamen durch Umwege über andere Länder an ihre Visa. Ich habe dann auch einen der Stände besucht und ein Gespräch mit einer jungen Frau geführt, die aus den USA kam und so den Stand unterstützen konnte. Sie hat mir das Spiel King Thief Minister von Mohammad Zarei aus dem Reality Game Verlag erklärt. Wunderschön gestaltete Karten auf denen sechs Charaktere zu sehen sind. Die tauschen zwischen den Mitspielern hin und her, das erinnerte mich ein wenig an „Ohne Furcht und Adel“. Die junge Frau erzählte mir, dass es in Teheran ca. 50 Brettspielcafés gibt, im Iran selbst um die 300! Sie selbst bevorzugt japanische Spiele, Brettspiele, wie wir sie hier kennen, werden eher selten gespielt.

Doch weiter geht es mit den Neuerungen!
Erstmalig wurde an allen vier Tagen live von der Messe gestreamt. Viele verschiedene Sendungen berichteten live von der Messe. Am Stand vom Friedhelm Merz Verlag konnte man immer Talk- und live übertragene Spielrunden mit nationalen und internationalen Moderatoren beobachten.

Den Bloggern haben wir auch ein weiteres neues Event zu verdanken. Was im letzten Jahr als ein Scherz auf Twitter begann, wurde in diesem Jahr konkret verwirklicht. 70 Blogger, YouTuber, Podcaster und einige Verlage haben für einen guten Zweck Kuchen gebacken. Der wurde am Friedhelm Merz Stand verkauft, Kaffee gab es gratis dazu.
Unterstützt wurde diese Aktion durch den Verkauf von Spiele-Wundertüten. Die Verlage stifteten die Spiele aus der Preview Night und die meisten packten noch was oben drauf. Diese Aktion fand großen Anklang, nach 30 Minuten waren alle Tüten ausverkauft.
Beide Aktionen brachten 10.770 Euro ein. Das Geld geht an Balu und Du e.V., ein bundesweites Mentorenprogramm für Grundschüler.
Das waren wirklich klasse Aktionen, die hoffentlich (wahrscheinlich) im nächsten Jahr wiederholt werden!

Für die Besucher gab es eine sehr gute Neuerung, die prima ankam und so manchen Anreisestress entzerrte. Es wurde ein neuer Eingang geöffnet, die Messe konnte nun auch durch den Eingang Ost betreten werden, so standen drei Eingänge zur Verfügung und durch dieses verbesserte Einlasssystem waren kurz nach 10 Uhr alle Besucher auf der Messe, es gab nicht die bekannten Staus und Drängeleien. So wurden die Hallen auch von zwei Seiten betreten, auch das führte zur Entspannung!

Doch was habe ich nun auf der Messe erlebt?!

Ein Highlight der Messe ist für mich seit einigen Jahren die Verleihung des Deutschen Spiele Preises. Ich bin über die Einladung zu dieser Veranstaltung sehr glücklich und freue mich, dass ich mit dabei sein darf. In feierlicher Atmosphäre wurden die Gewinner bekannt gegeben. Der erste Preis ging an Flügelschlag von Feuerland, der 2. an „Die Tavernen im Tiefen Thal“ von Schmidt Spiele und der 3. An „Teotihuacan: die Stadt der Götter“ vom Schwerkraft Verlag. Den Deutschen Kinderspiele Preis erhielt „Concept Kids - Tiere“, das von Repos Production herausgegeben wurde.
Auch der Preis inno Spiel wurde an diesem Abend vergeben. Der Sieger war „Ab durch die Mauer“, das im Zoch Verlag erschienen ist.
Der Abend verging mit der Preisverleihung, einigen Reden, äußerst leckerem Essen und sehr netten Tischgesprächen mit meinen holländischen Freunden viel zu schnell!
Das Highlight des Abends war für mich aber ein kurzes, sehr nettes Gespräch mit einem Selfie mit Elizabeth Hargrave, der Autorin von Flügelschlag. Die würde ich ja gerne mal in unsere Gruppe einladen, doch die Fahrtkosten würden unser Budget wohl nicht hergeben!

Wie immer war ich im Namen der Letteraner Brettspieler bei den Verlagen unterwegs. Durch die jahrelangen Kontakte haben sich wirklich nette Kontakte entwickelt und so waren diese Gespräche wirklich eine Bereicherung. Wir freuen uns nun auf viele neue Spiele, die ersten konnte ich schon mitnehmen, die anderen liegen noch in irgendeinem Postamt! Ganz sicher aber werden wir an unserem Herbst-Spieltag am 23.11. alle Neuheiten da haben - wir freuen uns auf Besucher!

Eine sehr nette Begegnung hatte ich mit Michael Schacht und seiner Frau Marianne. Eigentlich laufen wir uns auf der Messe immer über den Weg, dieses Jahr war es mir sicherer einen Treffpunkt auszumachen. Da passte es prima, dass er am Stand von Thundergryph Games sein neues Spiel „Spirits of the Forest“ signierte und den neuesten Kickstarter „Iwari“ mit dem Verlagschef zum ersten Mal begutachtete. So konnte ich auf dieses wunderschöne Spiel auch schon ein Blick werfen - und ich bin begeistert! Das „Kardinal und König“ wird es im Frühjahr in einer wunderschönen Ausgabe geben. Man kann es jetzt noch als Late Pladge backen!
Gemeinsam spielten wir dann das Spiel „Hats“, ein sehr pfiffiges Kartenspiel. Es gefiel mir so gut, dass ich gleich mal zugeschlagen habe. Der Grafiker hat mir das Spiel dann auch wunderschön signiert!

Interessiert hat mich auch ein kleines Spiel, das am Stand vom Herner Spielezentrum zum kleinen Preis verkauft wurde. „Die Pest im Pott“ behandelt die Ausbreitung der mittelalterlichen Pest im Gebiet des heutigen Ruhrgebietes. Als ich mir das Spiel erklären lies, kam Thomas Moder, der Leiter des Spielezentrums dazu. So konnte ich mir gleich vom Macher des Spiels ein wenig mehr erzählen lassen. Im LWL-Museum für Archäologie läuft noch bis zum 10.5. eine Sonderausstellung zum Thema Pest. Die Organisatoren der Ausstellung fragten Herrn Moder ob er dazu ein Spiel entwicklen könnte. Der sagte zu und hat das Spiel "Black Death" des Autors Greg Porter mit dessen Genehmigung überarbeitet und auf das Ruhrgebiet umgemünzt. In einer Auflage von 1000 Stück wird es nun verkauft. Ich bin sehr gespannt wie es sich spielt, ein wenig makaber ist es ja schon, wenn das Spielziel heißt „die Spieler versuchen die schlimmste aller Krankheiten zu sein und als Geißel der Menschheit in die Geschichte einzugehen“.

Ansonsten habe ich nicht viel gespielt, dazu habe ich meist doch nicht die Ruhe! Ich genieße das Schauen auf den Trubel, die Begegnungen mit Freunden und anderen Spielern. Es ergeben sich immer wieder neue Kontakte, das genieße ich sehr. So habe ich dieses Jahr durch die Einladung zum Deutschen Spielepreis den Abend mit Michael Schacht und seinen Freunden verpasst, habe aber mit Erwin und Bob, die ich dort kennen gelernt habe, sehr nette holländische Bekanntschaften vertieft. Für mich ist die Messe ein Ort der Begegnung, ein Happening, ein Feiern unseres Hobbys. Dies zeigen vielleicht auch die angehängten Fotos!

Die vielen neuen Spiele werden jetzt auf die Tische kommen. Am Freitag fahren wir zum ersten Mal auf ein Spielewochenende direkt nach der Messe. Da werden die ersten Neuheiten gespielt und können dann an unserem Neuheitentag schon erklärt werden.
Dazu lade ich herzlich ein, am 23.11. kann von 11 Uhr bis Open End im Veranstaltungszentrum Alter Krug in Seelze gespielt werden.
Danach kann ich dann auch ein wenig mehr von den Spielen und wie sie ankamen berichten!
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